ACM mit Patientenhotline und neuem Vorstand

Autor: Gesa Riedewald

Verõffentlicht am: 4. Juli 2018

Geändert am: 4. Juli 2018

Der Verband „Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.“ will ein Patiententelefon einrichten. Hier soll es kompetente Beratung rund ums Thema Cannabis-Therapie geben. Außerdem hat der Verein erstmals eine Apothekerin in seinen Vorstand gewählt.

ACM mit Patientenhotline und neuem Vorstand

ACM wählt neuen Vorstand

Bei der Mitgliederversammlung am 30. Juni in Soest hat der Verband „Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.“ (ACM) mit Astrid Staffeldt zum ersten Mal eine Apothekerin in den Vorstand gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt. Staffeldt beliefert in ihrer Apotheke in Hannover viele Patienten mit Cannabis als Medizin.

Der neue Vorstand der ACM:

Marc Ziemann war zuvor aus dem Vorstand ausgeschieden. Er hat sich um den Aufbau von Selbsthilfestrukturen gekümmert. Diese Aufgabe wollen jetzt andere Mitglieder fortführen und weiterentwickeln – unter anderem durch die Einrichtung eines Patiententelefons für Menschen, die Cannabis-Medikamente verwenden oder verwenden wollen.

Hotline für Cannabis-Patienten geplant

Auf der Mitgliederversammlung wurde beschlossen, ein Patiententelefon einzurichten. Hier sollen Patientinnen und Patienten schnell eine kompetente Beratung rund ums Thema Cannabis-Behandlung erhalten. Das Patiententelefon soll beispielsweise Menschen beraten, wenn sie Probleme mit ihrer Krankenkasse oder mit der Führerscheinstelle haben. Aber auch generelle Fragen zur Cannabis-Behandlung sind willkommen. Die Hotline ist so organisiert, dass Berater durch Anrufweiterleitungen zu Hause erreicht werden. So soll das Patiententelefon möglichst umfassend besetzt sein.

Es ist geplant, die Mitarbeiter der Hotline hinsichtlich der fachlichen Fragen von dem Cannabis-Arzt Dr. Franjo Grotenhermen zu schulen. Die Einarbeitung in Themen der Beratungstechnik übernimmt Rainer Thewes, der langjährige Erfahrung in Konfliktberatung und Supervision besitzt. Darüber hinaus soll ein Netzwerk von Ärzten, Apothekern und Rechtsanwälten aufgebaut werden, damit Patientenberater an entsprechende Experten verweisen können.

Zusammenarbeit fördern

Um die Zusammenarbeit vom Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin (SCM), der ACM-Patientenhilfe und dem ACM-Vorstand zu verbessern, hat die Mitgliederversammlung verschiedene konkrete Maßnahmen beschlossen. So soll beispielsweise auf der SCM-Webseite auf Kontakte zur Patientenhilfe, zu regionalen Selbsthilfegruppen sowie auf das Patiententelefon verwiesen werden.

Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin (SCM)

Die SCM ist eine Arbeitsgruppe von etwa 300 Patienten innerhalb der ACM, dessen Selbsthilfe-Schwerpunkt auf der politischen Arbeit und gegenseitigen Information liegt. Der Kontakt zum ACM-Vorstand liegt bei Gabriele Gebhardt, Sprecherin des SCM und Vorstandsmitglied der ACM.

ACM-Patientenhilfe

Die ACM-Patientenhilfe ist eine Gruppe von gegenwärtig etwa 20 Patienten, die individuelle Beratung durchführen und den Aufbau von bisher mehr als 15 Selbsthilfegruppen fördern und unterstützen. Demnächst soll die Patientenhilfe auch das ACM-Patiententelefon betreuen. Der kontinuierliche Kontakt zum Vorstand wird über den Arzt Franjo Grotenhermen und die Apothekerin Astrid Staffeldt vermittelt.

Petition: Strafverfolgung von Cannabis-Patienten beenden

Ein weiteres Thema auf der Mitgliederversammlung der ACM war die Petition an den Bundestag „Strafverfolgung von Cannabis-Patienten beenden“. In den kommenden Wochen will die ACM verstärkt Unterschriften auf Listen sammeln und die Petition später in eine Online-Petition umwandeln.

Die Petition fordert den Bundestag auf, das Betäubungsmittelgesetz so zu ändern, dass Patientinnen und Patienten, bei denen aus ärztlicher Sicht eine Behandlung mit Cannabis oder Cannabinoiden medizinisch indiziert ist, nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden dürfen. Als Nachweis soll ein ärztliches Attest dienen. Dabei geht es um Menschen, deren Krankenkasse die Behandlung abgelehnt hat und die daher Cannabis illegal nutzen.

Hier kann die Petition eingesehen werden

Quellen:

Ähnliche Artikel