Aktionstag chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Heute veranstaltet die Gastro-Liga den Aktionstag für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und bietet umfangreiche Informationen zu diesem Thema an. Außerdem finden heute verschiedene Veranstaltungen statt, bei denen sich Betroffene und Interessierte informieren können.

Aktionstag chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Der World Inflammatory Bowel Disease Day (IBD) findet jedes Jahr am 19. Mai statt, um Menschen weltweit im Kampf gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zusammenzubringen. Organisationen aus 50 Ländern auf fünf Kontinenten beteiligen sich an Sensibilisierungsmaßnahmen, um auf die Erkrankungen aufmerksam zu machen.

Die Gastro-Liga in Deutschland startet heute im Rahmen des IBD einen Aktionstag für chronisch entzündliche Darmerkrankungen unter dem Motto „Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – bei Kindern und Jugendlichen ein besonderes Problem“. Rund um den heutigen Aktionstag finden bundesweit verschiedene Veranstaltungen statt, bei denen sich Betroffene und Interessierte informieren und austauschen können. Hier gibt es eine Übersicht aller Veranstaltungen.

Darüber hinaus bietet die Gastro-Liga eine telefonische Expertenhotline an. Medizinische Fachleute beraten hier Betroffene und Angehörige zum Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen treten immer häufiger auf

Allein in Deutschland leiden ungefähr 300 000 bis 400 000 Menschen unter einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Weltweit sind es mehr als zehn Millionen Betroffene. Und ungefähr 25 Prozent der Betroffenen erhalten die Diagnose chronisch entzündliche Darmerkrankung noch vor dem 18. Lebensjahr. Jedes Jahr kommen 800 bis 1 500 Neuerkrankungen in dieser Altersgruppe hinzu – Tendenz steigend.

Für jeden Betroffenen, egal, ob jung oder alt, ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung eine große psychische Belastung. Infolge der Erkrankung sind die Betroffenen meist in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind häufig auftretende chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Dabei betrifft Colitis ulcerosa ausschließlich den Dickdarm, während Morbus Crohn in allen Darmabschnitten auftreten kann. Der Krankheitsverlauf ist bei beiden Erkrankungen von Patient zu Patient unterschiedlich schwer und verläuft in der Regel in Schüben. Weitere Gemeinsamkeiten sind:

  • ungeklärte Ursachen
  • intestinale Symptome (z. B. wässrige Durchfälle, Bauchschmerzen, Darmblutungen, Gewichtsverlust)
  • extraintestinale Symptome (z. B. Gelenkbeschwerden, Hautveränderungen, Entzündungen der Gallengänge)
  • chronisch rezidivierender Verlauf

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Ort der Entzündung und der Schwere der Erkrankung. Ziel ist es, eine Remission, also eine Ruhephase der Erkrankung, herbeizuführen, damit das entzündete Darmgewebe abheilen kann. Wichtig ist zudem, weitere Schübe zu verhindern. Um diese Ziele zu erreichen, stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Gabe von Aminosalizylaten oder Kortikosteroiden, um die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen zu hemmen. Jedoch ist die dauerhafte Einnahme von Kortison problematisch, da unangenehme Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Gewichtszunahme, Osteoporose und Akte, auftreten können.
  • Wenn Aminosalizylate oder Kortikosteroide eine ausreichende Wirkung entfalten oder eine Unverträglichkeit auftritt, kann eine Therapie mit Immunsuppressiva, wie zum Beispiel Thiopurin oder Azathioprin, zum Einsatz kommen.
  • Eine Kombination aus TNF-alpha-Antagonisten und Azathioprin kann zudem bei einigen Krankheitsverläufen vorteilhaft sein.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Medizinalhanf

Cannabisextrakte finden seit langem Anwendung bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Allerdings ist es noch nicht vollständig geklärt, warum und wie genau die Inhaltsstoffe aus der Cannabispflanze auf den Magen-Darm-Trakt wirken. Bekannt ist aber, dass das Endocannabinoidsystem hier eine wichtige Rolle spielt (Leafly.de berichtete).

Ende 2018 haben Forscher den biologischen Mechanismus gefunden und erklärten, wie Cannabis Entzündungen im Darm lindern kann (Leafly.de berichtete). So fanden die Forscher heraus, dass der Körper Entzündungsprozesse nicht mehr kontrollieren kann, wenn körpereigene Cannabinoide (Endocannabinoide) nur unzureichend vorhanden sind oder ganz fehlen.

Darüber hinaus ist hier auch eine israelische Studie, ebenfalls aus Ende 2018, anzuführen, in der die Forscher 46 Probanden mit Morbus Crohn acht Wochen lang Cannabisöl gaben. Im Ergebnis heißt es, dass sich die Beschwerden bei mehr als der Hälfte der Probanden verbesserten.

Dass Medizinalhanf die Symptome von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen lindern kann, können auch viele Cannabispatienten bestätigen. So zum Beispiel Manuel, der seit seiner Jugend an Morbus Crohn leidet. In schlimmen Zeiten betrug seine Toilettenfrequenz 20- bis 30-mal pro Tag. Mithilfe von Medizinalhanf geht es ihm heute viel besser.

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