Krankenkassen legen erste Zahlen vor: Cannabis als Medizin ist viel gefragt

Autor: Leafly Redaktion

Veröffentlicht am: 3. Juli 2017

Geändert am: 17. August 2017

Seit März 2017 ist Cannabis in Deutschland als Medizin bei schwerwiegenden Erkrankungen freigegeben, auf Rezept zumindest. Am 1. Juni veröffentlichte das Ärzteblatt erste, konkrete Zahlen, die auf einer Anfrage bei den großen Krankenkassen basiert. Demnach hatten rund 1000 Kranke eine Sondergenehmigung zur Behandlung mit Cannabis. Allein bei der DAK gingen zwischen März und Mai über 600 Anträge und Anfragen für Cannabis als Medizin ein. Auch die Barmer berichtet von steigenden Zahlen: Aus anfangs zwei Anträgen sind mittlerweile acht pro Tag geworden. Von der AOK und TK dagegen gibt es noch keine Erhebungen. In der Berliner Fachpraxis für Schmerztherapie des Klinikkonzerns Vivantes gab es einen regelrechten Ansturm von Patienten, die angeben, unter chronischen Schmerzen zu leiden und auf Linderung durch Medizinalcannabis hoffen. Allerdings seien viele Patienten und auch Ärzte nicht darüber aufgeklärt, bei welchen Anwendungsfällen eine Behandlung Cannabis tatsächlich Erfolg verspricht, daher herrscht viel Verwirrung. Außerdem gibt es immer mehr Berichte von Patienten, die vor der aktuellen Gesetzesänderung über eine Sondergenehmigung verfügten, nun aber überraschend bei Neuantrag von ihren Krankenkassen abgelehnt wurden.

Quelle: Ärzteblatt

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