Aufklärungsarbeit in Biogärtnerei

Autor: Sandrina Kömm-Benson

Verõffentlicht am: 12. Februar 2018

Geändert am: 12. Februar 2018

Seit 13. Januar 2018 ist die Gärtnerei „Klarlbau z’Blindendorf“ Oberösterreichs erster Standort des Österreichischen Cannabis Netzwerks (ÖCN). Die Biolandwirte Monika und Walter Stockenhuber betonen, dass es ihnen bei ihrem Vorhaben primär um Aufklärungsarbeit geht und nicht ums Geld verdienen.

Aufklärungsarbeit in Biogärtnerei

Im April vergangenen Jahres hat der Biobauer  Stockenhuber ein Versuchsprojekt gestartet und selber Hanf in seiner Gärtnerei angebaut um zu prüfen, ob der Anbau der gesetzlich erlaubten Sorten auch biologisch umsetzbar ist. Ausschlaggebend dafür war die Entzündung entlang der Fußsohle, die es für Monika Stockenhuber kaum möglich machte, zu gehen. Sie litt unter starken Schmerzen, doch nichts hat ihr geholfen, bis das Ehepaar auf einem Pflanzenmarkt den Tipp bekam, es mit Cannabistropfen zu versuchen. Dies war für ihren Mann der ausschlaggebende Grund, um andere an ihrem Wissen teilhaben zu lassen. Ihr Anliegen ist es mit ihrer Aufklärungsarbeit zu beraten und dazu beizutragen, mit herrschenden Vorurteilen gegen Cannabis aufzuräumen.

Über ihre persönlichen Erfahrungen sagte Monika Stockenhuber:

„Ein gutes Jahr lang habe ich herumgedoktert, von Physio über Akupunktur bis hin zu Einlagen alles versucht – ohne Erfolg. Dann habe ich mir Bio-Cannabistropfen bestellt. Nach kurzer Zeit wurden die Schmerzen weniger und nach einem halben Jahr war ich völlig schmerzfrei. Das Beste daran ist, dass sie keine Nebenwirkungen hatten und auch nicht überdosiert werden können.“

Aufklärungsarbeit im Fokus

Wie die Biolandwirte betonen, handelt es sich  in erster Linie um Aufklärungsarbeit. Ums Geld gehe es ihnen dabei nicht, wie sie sagen. „Wir können ganz gut von unseren Paprikas, Chilis und Tomaten leben“, so die Stockenhubers. Seit April 2017 hat der Biobauer bereits ein Versuchsprojekt laufen und Hanf in seiner Gärtnerei angebaut. „Wir haben geschaut, ob der Anbau auch biologisch geht. Natürlich nur jene Sorten, die gesetzlich erlaubt sind.“

„Im Rahmen des Vereins für Komplementäre Gesundheitsvorsorge wird künftig über den Einsatz von Cannabis in der Medizin informiert“, so Monika Stockenhuber, zukünftige Präsidentin des Vereins. „Geplant sind Veranstaltungen, Vorträge, Informationen über die rechtliche Situation in Österreich, Sprechstunden mit Ärzten sowie monatliche Treffen zum Erfahrungsaustausch. Dabei geht es um Cannabis als Medizin.“

Christian Bisail, Präsident des Österreichischen Cannabis Netzwerks, sagte dazu:

„Es geht darum, nun auch in Oberösterreich eine zentrale Anlaufstelle zum Thema Cannabis als Medizin zu schaffen. Es soll eine Plattform von und für Ärzte und Patienten sein. Unser Verein ist auch von der Polizei genehmigt, schließlich gehen wir mit dem Thema vernünftig und verantwortungsvoll um.“

Das Österreichische Cannabis Netzwerk

Das Österreichische Cannabis Netzwerk ist das Ergebnis der Umwandlung des Cannabis Social Clubs Steiermark in eine österreichweite Initiative. In den vergangenen drei Jahren hat der CSC Steiermark unter der Leitung von Christian Bisail und Jessica Adam damit begonnen, eine Anlaufstelle einzurichten. Diese soll es dem Bürger ermöglichen, sich zum Thema „Cannabis als Medizin“ und den verantwortungsvollen Umgang damit zu informieren“, so Bisail.

 

Weiterführende Links auf Leafly.de
https://www.leafly.de/oesterreich-medizinalhanf-darf-nicht-tabuisiert-werden/
https://www.leafly.de/hanfpolitik-in-oesterreich-legalisierung-und-entkriminalisierung-nicht-geplant/

Quelle:
https://www.meinbezirk.at/schaerding/lokales/biogaertnerei-in-engelhartszell-wird-oberoesterreichs-erster-cannabis-stuetzpunkt-d2370533.html

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