Neue Initiative für das Schweizer Hanfgesetz

Autor: Claudia Wiegand

Veröffentlicht am: 2. August 2017

Geändert am: 17. Oktober 2017

Maya Graf und Thomas Kessler machen sich seit langer Zeit für die Cannabis-Legalisierung stark. Nach langen erfolglosen Kämpfen, um auch medizinisches Cannabis für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, scheinen sich die Meinungen zu verändern. Die positiven Argumente, die mit der Legalisierung von Cannabis einhergehen sind vielfältig. Dennoch wird sich diese Umdenken im Hanfgesetz vermutlich zeitnah nicht wiederspiegeln.

Graf und Kessler sprechen für Cannabis in der Schweiz

Die grüne Nationalrätin Maya Graf hatte sich vor einigen Jahren für eine Legalisierung  von Cannabis in der Schweiz stark gemacht. Seither schwanden ihre Hoffnungen. Bis zum Neujahrsempfang der Schweizer Regierung zumindest, als sie sich mit dem Agronom und ehemaligen Drogenbeauftragten der Stadt Basel, Thomas Kessler, unterhielt.

Kessler, der Autor von „Cannabis helvetica“, lieferte ihr einleuchtende Gründe dafür, warum jetzt die Zeit für eine weitgehende Legalisierung von Cannabis in der Schweiz gekommen sei. Seitens der Polizei wird von etwa 60 Tonnen im Freizeitgebrauch konsumierten Cannabis ausgegangen, trotz aller Abschreckungen und staatlicher Kosten für die Strafverfolgung habe sich daran auch kaum etwas geändert.

Weltweite Legalisierungstendenzen

Das von Kessler entwickelte, auf dem Umgang mit Alkohol basierende Regulationsmodell, ist nun Teil einer parlamentarischen Gesetzesinitiative, die von Maya Graf als „Bundesgesetz zur Hanfregulierung“ geleitet wird.

Die Schweiz würde damit internationalen Vorbildern wie Kannada und Uruguay folgen, die den Staat auch finanziell am Cannabis-Boom beteiligen. Statt hoher Kosten würde es eine nicht zu unterschätzende Gewinnperspektive geben, von der auch gerade Schweizer Bergbauern profitieren könnten.

Gemäß Berechnungen von Kessler könnte die Schweiz mit zwischen 300 und 600 Millionen Franken an zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen.

Laut Graf ist aufgrund der weltweiten Legalisierungstendenzen ein Hauptargument ihrer politischen Gegner entkräftet worden: „Es hieß immer, die Schweiz würde zur Kiffer-Insel. Das ist angesichts der weltweiten Entwicklung vom Tisch“, sagt Graf der BAZ Online. Und: „Wir wollen die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Hanf beispielsweise als Medizin, ökologischen Rohstoff für Plastikersatz, Kleider oder Öllieferant und so weiter fördern.“

Maya Graf hofft, dass die Gesundheitskommission des Nationalrates ihre Initiative noch Ende Jahr berät. Selbst dann dürfte es noch drei bis vier Jahre dauern, bis ein neues Schweizer Hanfgesetz in Kraft treten kann.

Quelle: BAZ Online