Cannabis ist nach wie vor Droge Nummer Eins in Deutschland: Grüne fordern neue Drogenpolitik

Autor: Gesa Riedewald

Verõffentlicht am: 18. Dezember 2017

Geändert am: 7. März 2018

Der jährlich erscheinende „Bericht zur Drogensituation in Deutschland 2017“ ist verfügbar. Während die Drogenbeauftragte des Bundes verstärkte Maßnahmen gegen den Konsum illegaler Drogen fordert, erklären die Grünen die „Cannabis-Prohibition“ als gescheitert.

Cannabis ist nach wie vor Droge Nummer Eins in Deutschland: Grüne fordern neue Drogenpolitik

Cannabis ist unverändert die am häufigsten konsumierte illegale Droge bei Jugendlichen wie Erwachsenen in Deutschland. Unter den 12- bis 17-Jährigen gaben 7,3 Prozent an, in den letzten 12 Monaten wenigstens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Bei den 18- bis 64-Jährigen waren es 6,1 Prozent. Über die letzten 25 Jahre hinweg zeigt der Cannabiskonsum in der Bevölkerung einen insgesamt zunehmenden Trend.

Der Jahresbericht der Bundesregierung zur Drogensituation in Deutschland – früher bekannt unter dem Namen „REITOX-Bericht“ – ist das Standardwerk zur Situation illegaler Drogen. Er wird jährlich durch die Deutsche Drogenbeobachtungsstelle als Beitrag zum Europäischen Drogenbericht verfasst.

Dr. Kirsten Kappert-Gonther von den Grünen erklärt als Reaktion auf den Bericht, dass das Verbot von Cannabis gescheitert sei: „Der Konsum ist in der Bevölkerung weit verbreitet, die strafrechtliche Verfolgung der Konsumentinnen und Konsumenten ändert daran nichts. Der bestehende Schwarzmarkt fördert nicht nur die organisierte Kriminalität, sondern macht Jugend- und Verbraucherschutz unmöglich. Die Drogenbeauftragte ignoriert diese Tatsachen seit Jahren.“

Erwartungsgemäß sieht das die Drogenbeauftragte des Bundestages, Marlene Mortler, anders. In ihrem Statement zum Jahresbericht fordert sie eine „wirklich flächendeckende Präventionsarbeit in Sachen Cannabis. Keine andere illegale Droge ist so weit verbreitet und keine andere führt so viele Menschen in ambulante und stationäre Therapieangebote.“

Die Grünen kritisieren Mortler seit ihrem Amtsantritt für ihre kontroversen Aussagen. Erst im September stellte die Fraktion eine kleine Anfrage an den Bundestag um nachzufragen, ob die Bundesregierung überhaupt hinter den Aussagen von Mortler steht. Leafly.de berichtete.

Die Grüne Kappert-Gonther betont die Wichtigkeit „einer vernunftgeleiteten Drogen- und Suchtpolitik.“ Gerade weil Cannabis nicht harmlos sei, fordern die Grünen ein kontrolliertes System für den Anbau, den Handel und die Abgabe von Cannabis.

Der Grüne Vorstoß, ein Cannabis-Kontrollgesetz einzuführen, ist in der letzten Legislaturperiode im Bundestag gescheitert. Leafly.de hatte ausführlich darüber berichtet.

Hier geht es zum kompletten „Bericht zur Drogensituation in Deutschland 2017“

Quellen:

  • dpa

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