Cannabinoide und Krebs: Neue Studie

Verschiedene frühere Laborforschungen haben bereits gezeigt, dass Medizinalcannabis vermutlich in der Lage ist, das Wachstum von Krebstumoren verlangsamen kann. Israelische Forscher haben nun herausgefunden, dass das Zusammenspiel der Cannabinoide hier eine bedeutende Rolle spielt.

Cannabinoide und Krebs: Neue Studie

Die Cannabispflanze enthält zahlreiche Cannabinoide. THC und CBD sind die bekanntesten Cannabisverbindungen. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass einige dieser weniger bekannten Verbindungen eine Schlüsselrolle bei der Krebsbehandlung spielen könnten. So haben verschiedene Studien Hinweise darauf geliefert, dass THC für sich genommen keine wirksame Krebsbehandlung darstellt. In Kombination mit anderen Cannabinoiden scheint THC jedoch vermutlich die Antitumoreigenschaften von Medizinalcannabis zu verbessern.

Wirkung der Cannabinoide auf Krebszellen

Für die Studie bezogen die israelischen Forscher 12 Cannabissorten von medizinischen Cannabishändlern, die unterschiedliche Kombinationen und Konzentrationen verschiedener Cannabinoide enthielten.

Ziel der Studie war es, die Antitumorwirkungen von ganzen Cannabisextrakten, die signifikante Mengen unterschiedlicher Cannabinoide enthielten, bei verschiedenen Krebslinien im Labor zu untersuchen. Dabei verwendeten die Forscher zunächst eine neuartige Elektrospray-Ionisationsflüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie-Methode, um den Cannabinoidgehalt von den Cannabisextrakten zu analysieren. Danach haben sie die Wirkung von 12 ausgewählten Cannabisextrakten auf 12 Krebszelllinien überwacht.

Durchführung der Studie

Basierend auf den Ergebnissen der Extraktprofilerstellung haben die Forscher 12 repräsentative Cannabisextrakte (CAN1-CAN12) ausgewählt, die sich in ihrer Cannabinoid-Zusammensetzung signifikant unterschieden.

  • CAN2, CAN3 und CAN9: Höhere Anteile von CBD und CBC (Cannabichromen)
  • CAN1 und CAN8: Hohe Konzentrationen von CBDA (Cannabidiolsäure)
  • CAN5, CAN7 und CAN12: Relativ höhere Konzentrationen von THC
  • CAN4, CAN6 und CAN11: Höhere Anteile von THC und CBNA (Cannabitriolsäure)
  • CAN10: Höchste Konzentration von CBG (Cannabigerol)

Anschließend untersuchten die Forscher dann die Auswirkungen der 12 ausgewählten Cannabisextrakte (CAN1 – CAN12) auf das Überleben von 12 gut charakterisierten Krebszelllinien. Die Zellen wurden mit ansteigenden Konzentrationen (2–10 & mgr; g / ml) der Cannabisextrakte für 24 Stunden behandelt und das Überleben der Zellen wurde überwacht.

Krebszelllinie
A549Adenokarzinom Lunge
HAT-29Dickdarmkrebs
PC3fortgeschrittene Prostatakrebszellen
NCI-H460großzelliger Lungenkrebs
SW480humanes Kolonadenokarzinom
LNCaPandrogensensitive humane Prostata-Adenokarzinomzellen
A375malignes Melanom
MCF-7Brustkrebs
U-87 MGGlioblastom
A431epidermoides Karzinom (Hautkrebs)
MDA-MB-231Adenokarzinom (Brust)
T98GGlioblastoma multiforme

Ergebnisse der Studie

In den Ergebnissen der Studie heißt es unter anderem, dass das Extrakt CAN7 im Durchschnitt die stärksten zytotoxischen Wirkungen auf die ausgewählten Krebszelllinien hatte. Im Gegenzug dazu waren die Extrakte CAN1, CAN8 und CAN11 am wenigsten wirksam bei allen Krebszelllinien, außer der Krebszelllinie LNCaP (Prostatakrebs).

Darüber hinaus erklärten die Forscher, dass die unterschiedlichen Krebszelllinien aus demselben Organ unterschiedlich von denselben Cannabisextrakten beeinflusst wurden. So war zum Beispiel die LNCaP-Prostatakrebszelllinie im Vergleich zur PC-3-Prostatakrebszelllinie, die anfälliger für CAN7 war, empfindlicher gegenüber den Wirkungen, die durch die CAN1-, CAN4-, CAN6-, CAN8- und CAN11-Extrakte hervorgerufen wurden.

Die Extrakte, die hauptsächlich Cannabinoide in ihrer decarboxylierten Form enthielten, wirkten sich somit signifikant stärker auf das Zellüberleben auf der A549-Zelllinie aus. Cannabisextrakte, die mehr Cannbinoide in ihrer natürlichen Säureform enthielten, reduzierten jedoch das Überleben der LNCaP-Prostatakarzinom-Zelllinie wirksamer. Diese Ergebnisse unterstreichen damit die selektive Natur von Cannabisextrakten, die das Überleben einer bestimmten Krebszelllinie beeinflussen.

Fazit der Forscher

Die Forscher schlossen ihre Studie mit der Aussage ab, dass Medizinalcannabis möglicherweise in der Lage ist, um den [Krebs-] Zelltod hervorzurufen. Interessant ist auch, dass die alleinige Verwendung von THC bei den Versuchen keine wirksame Krebsbehandlung darstellt und die künftige Forschung sich auf die Entwicklung von Cannabisextrakten konzentrieren sollte, die auf bestimmte Krebsarten abzielen. Ob die Ergebnisse aus den Laboren allerdings auch auf Krebspatienten übertragbar sind, muss in klinischen Studien getestet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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