Cannabis-Ausbildungsplattform für französische Ärzte

Eine Cannabis-Ausbildungsplattform, die online von Ärzten genutzt werden kann, ist eine hervorragende Sache. Zwar gibt es das leider noch nicht in Deutschland, französische Ärzte können sich aber schon jetzt online fortbilden.

Cannabis-Ausbildungsplattform für französische Ärzte

Die Academy of Medical Cannabis mit Sitz in London, hat Europas erste Cannabis-Ausbildungsplattform entwickelt, die Ärzte online nutzen können. Einem Medienbericht zufolge ist jetzt auch die L’Académie du Cannabis Thérapeutique für Gesundheitsberufe in Frankreich online gegangen.

Die Cannabis-Ausbildungsplattform wurde von Professor Mike Barnes entwickelt. Er ist einer der erfahrensten Experten für medizinisches Cannabis in Europa. Nun ist die Academy of Medical Cannabis bemüht, Partnerschaften mit den besten französischen Fachärzten einzugehen, um Lernmodule für wichtige medizinische Cannabis-Spezialthemen zu erstellen.

Mit geschätzten 226.000 Ärzten in Frankreich und einem wachsenden Interesse von Patienten, die verzweifelt nach alternativen Lösungen für die Behandlung und den Umgang mit chronischen Erkrankungen suchen, sei es höchste Zeit, Ärzte entsprechend auszubilden.

Cannabis-Ausbildungsplattform: Was könnten Ärzte lernen?

Auf der Cannabis-Ausbildungsplattform gibt es aktuell zwölf Bildungsmodule, die wesentliche Hinweise zu allen Aspekten dieser zunehmend relevanten Behandlungsoption bieten. Neben allgemeinen Informationen über Cannabis als Medizin und seine Geschichte erklären die verschiedenen Module unter anderem die Funktionen des Endocannabinoid-Systems.

Darüber hinaus geht es in den weiteren Modulen der Cannabis-Ausbildungsplattform um Indikationen, Dosierungsregeln, kurz- und langfristige Nebenwirkungen. Ebenso finden sich hier Informationen zum Regulierungsrahmen. Besonders hilfreich ist, dass die Module nicht aus langwierigen Texten bestehen. Die Ärzte können unter anderem mithilfe von Videovorträgen und  interaktiven Illustrationen alles über Medizinalhanf lernen. Zudem gibt es kurze Tests zur Wissensabfrage.

Medizinalhanf – aktuelle Lage in Frankreich

Im September 2018 setzte die französische Regierungsbehörde ANSM, die Entscheidungen zu Arzneimitteln und Medizinprodukten trifft, für ein Jahr einen vorübergehenden spezialisierten wissenschaftlichen Ausschuss (CSST) zur Bewertung der Relevanz und Durchführbarkeit der Bereitstellung von therapeutischem Cannabis in Frankreich ein. Dieses Komitee hat sich bereits dreimal getroffen, um das therapeutische Interesse von Cannabis bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen und Symptome zu bewerten, um die Erfahrungen anderer Länder, in denen es bereits freigegeben ist, zu analysieren.

Der Ausschuss befragte die Interessengruppen, um insbesondere die Aussagen und Standpunkte von Vertretern von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten über die Verwendung von Cannabis für therapeutische Zwecke zu sammeln.

Aktuell finden über die Freigabe von Medizinalhanf, insbesondere über die möglichen Modalitäten der Bereitstellung von Cannabis für therapeutische Zwecke in Frankreich, Diskussionen statt.

Da immer mehr Länder den Gebrauch von medizinischem Cannabis legalisieren, wächst das Interesse daran weiter. Eine im Juni 2018 durchgeführte IFOP-Studie ergab, dass sich 82 Prozent der Befragten für medizinischen Cannabis in Frankreich entschieden haben.

Macron setzt sich für drogenpolitische Revolution in Frankreich ein

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war letztes Jahr nicht untätig. So erklärte er, dass der Cannabiskonsum weniger hart bestraft werden solle (Leafly berichtete). Denn Frankreich ist eines der wenigen EU-Länder, dass Cannabiskonsumenten noch immer hart bestraft. Diesen droht nämlich bis zu einem Jahr Haft sowie eine Geldbuße von 3.750 Euro. Die französische Regierung kündigte jedoch vergangenes Jahr an, dass Cannabisvergehen auf niedrigerer Ebene mit Geldstrafen zwischen 150 bis 200 Euro zu belegen sein. Ob dies auch wirklich umgesetzt wird, ist noch unklar.

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