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Schwarzer & weißer Hautkrebs: Symptome & Behandlung

In Deutschland erkranken jedes Jahr über 21.000 Menschen an einer bösartigen Hautkrebserkrankung – dem malignen Melanom. Wen Hautkrebs häufig betrifft und wie Sie es erkennen sowie behandeln lassen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Schwarzer & weißer Hautkrebs: Symptome & Behandlung

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge, steigt die Häufigkeit von Hautkrebserkrankungen seit Jahrzehnten an. Jedes Jahr erkranken weltweit zwei bis drei Millionen Menschen an hellem Hautkrebs und etwa 250 000 an einem malignen Melanom. Auch in Deutschland bleibt der Hautkrebs die häufigste Krebsart. Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist dabei die bösartigste Hautkrebsform und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Während der Krebs bei Männern oftmals Rücken auftritt, zeigt er sich bei Frauen meist an den Unterschenkeln.

Die Forschungen zum Wirkungsspektrum von Cannabis für medizinische Zwecke auf Hautkrebserkrankungen stecken noch in den Kinderschuhen. Allerdings zeigen schon jetzt verschiedene Untersuchungen im Labor und an Mäusen, dass Phytocannabinoide aus der Hanf-Pflanze (Cannabis) womöglich in der Lage sein könnten, das Krebswachstum zu hemmen. Hierauf gehen später im Artikel noch näher ein.

Was ist der Unterschied zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs?

Der Überbegriff Hautkrebs steht für bösartige Tumore der Haut. Unterschieden wird zwischen dem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und dem weißen Hautkrebs. Beim schwarzen Hautkrebs handelt es sich um einen bösartigen Hauttumor, der durch die pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) entsteht. Da sich die Krebszellen über das Blut- und Lymphsystem im Körper ausbreiten können, besteht die Gefahr, dass sich Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Der weiße Hautkrebs zeigt sich meist in hautfarbenen und unpigementierten Formen, wobei hier zwischen den folgenden Hautkrebsarten unterschieden wird:

  • Basaliom: Dieser semimaligner (halbbösartige Hauttumor auch Basalzellkarzinom genannt) ist die häufigste Form und entwickelt in den meisten Fällen keine Metastasen. Jedoch können die Krebszellen das umliegende Gewebe sowie die Knochen und den Knorpel befallen. Das Basaliom bildet sich aus den Basalzellen der Haut sowie aus den Haarfollikelwurzeln.
  • Spinaliom: Der maligne (bösartige) Hauttumor (auch Plattenepithelkarzinom genannt) entsteht aus der sogenannten Stachelzellschicht in der Oberhaut und tritt am häufigsten im Gesicht auf. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, ab einem Alter von 70 Jahren.
  • Aktinische Keratose (aktinische Präkanzerose): Hierbei handelt es sich um die Frühform des Spinalioms, wenn sich die Hornzellen (Keratinozyten) der obersten Hautschicht unkontrolliert vermehren. Ein Symptom dieser Hautkrebsart ist eine raue und rötliche Veränderung an der Hautoberfläche.

Ungeschützte lange Sonnenbäder erhöhen das Risiko für Hautkrebs.

Warum entsteht Hautkrebs?

Eine hohe UV-Strahlung kann die Entstehung des schwarzen Hautkrebs begünstigen. Vor allem dann, wenn es nach einer langen UV-Bestrahlung zu einem Sonnenbrand kommt. Besonders gefährdet sind Menschen mit hellem Hauttyp sowie Menschen mit blonden oder roten Haaren.

Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko, wenn man zu Leberflecken neigt. Aber auch eine erbliche Komponente scheint bei der Hautkrebsentstehung eine wichtige Rolle zu spielen.

Ursächlich für den weißen Hautkrebs ist häufig ein langes Sonnenbad mit hoher UV-Belastung ohne entsprechenden Hautschutz. Das gilt auch für künstliches UV-Licht. Wenn die Haut längere Zeit einer hohen Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, erhöht sich das Risiko für die Entstehung eines Basalioms. Betroffen sind vor allem ungeschützte Hautareale wie der Kopf, Gesicht, Hals und Hände.

Auch die aktinische Keratose kann durch zu viel Sonneneinstrahlung entstehen, weshalb sich diese Krebsvorstufe meist an den Hautstellen bildet, die lange oder häufig dem UV-Licht ausgesetzt sind. Das Gleiche gilt auch für das Spinaliom bzw. Plattenepithelkarzinom, wobei hier besonders diejenigen gefährdet sind, die ein schwaches Immunsystem haben.

Das ist beispielsweise bei Patienten der Fall, die Medikamente einnehmen, welche die Immunabwehr unterdrücken, oder auch Menschen nach einer Organtransplantation. In der Regel entwickelt sich das Spinaliom nach einer aktinischen Keratose. Es kann jedoch auch durch verschiedene Hauterkrankungen, chronische Wunden oder Verbrennungsnarben entstehen.

Wie erkennt man Hautkrebs?

Für einen Laien ist die Unterscheidung nicht leicht: Ist es ein harmloses Muttermal oder schwarzer Hautkrebs? Hilfreich ist hier die ABCDE-Regel, da hiermit die Hautveränderungen verglichen werden können: Asymmetrie (asymmetrische Form), Begrenzung (unregelmäßig begrenzt), Colorit/Färbung (uneinheitlich gefärbt), Durchmesser (Durchmesser von mehr als 5 Millimeter) und Erhabenheit (Vorwölbung). Treffen ein oder mehrere Aussagen zu, so ist die Gefahr groß, dass es sich um Hautkrebs handelt.

Die Symptome von weißem Hautkrebs zeigen sich in unterschiedlichen Formen je nach Krebsart. Bei einem Basalzellkarzinom zeigen sich schmerzlose Hautveränderungen in unterschiedlicher Ausprägung. So kann es beispielsweise zu flachen, knötchenförmigen, geschwürartigen oder narbenähnlichen Veränderungen der Haut kommen. Oftmals zeigen sich Basaliome zunächst in Form von gelblich-rötlichen oder auch braunen bis schwarzbraunen Knötchen mit feinen Blutgefäßen. Durch die Zellveränderung der Haut treten im späteren Krankheitsverlauf häufig kleine nässende und/oder blutende Geschwüre auf.

Die Symptome der aktinischen Keratose zeigen sich häufig an Körperstellen, die längerer Zeit dem Sonnenlicht (UV-Strahlen) ausgesetzt wurden. Hierzu zählen vor allem die Körperbereiche Kopf, Gesicht und Handrücken. Hier zeigen sich dann kleine hautfarbene oder rötliche raue Flecken. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium bilden sich graubraune, rötliche und verhornte Knötchen.

Beim Plattenepithelkarzinom können die Symptome je nach betroffener Hautstelle variieren. Zu Beginn ähneln die Symptome den der aktinischen Keratose. Im späteren Verlauf bilden sich durch die Zellveränderung der Haut harte Knoten, die keine Schmerzen verursachen. Je länger das Plattenepithelkarzinom wächst, desto mehr bösartige Gewebeneubildungen zeigen sich bzw. breitet sich das Spinaliom im umliegenden Gewebe weiter aus.

Gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr können alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening durchführen lassen.

Was ist das medizinische Hautkrebs-Screening?

Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

Die Untersuchung übernimmt ein Hautarzt. Wichtig ist, dass Sie sich hierauf vorbereiten. Entfernen deshalb vor dem Termin den Nagellack von den Finger- und Zehennägeln. Denn der Krebs kann auch unter den Nägeln entstehen. Außerdem können dem Arzt Ohrstecker, Piercings und anderer Körperschmuck das Erkennen kleiner Hautveränderungen erschweren. Außerdem sollten Frauen auch auf das Make-up verzichten. Andernfalls ist der helle Hautkrebs mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Der Arzt wird Ihnen ganzen Körper untersuchen. Angefangen bei der Kopfhaut über den Oberkörper bis hin zum Unterkörper. Hierzu gehören auch die Mundschleimhäute, das Zahnfleisch sowie die Lippen. Meist dauert die Untersuchung nicht länger als 15 Minuten.

Wie kann man Hautkrebs vorbeugen?

Um nicht an Hautkrebs zu erkranken, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen. Vermeiden Sie vor allem eine hohe UV-Strahlung. Um keinen Sonnenbrand zu bekommen, sollten Sie immer ein Sonnenschutzmittel verwenden.

Wenn Sie einen hellen Hauttyp haben, ist die Eigenschutzzeit der Haut gering. Deshalb müssen Sie eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor benutzen. Denken Sie daran, alle ungeschützten Hautstellen einzucremen.

Hautkrebs: Behandlung und Therapie

Die Art der Behandlung hängt davon ab, um welche Hautkrebsform es sich handelt und davon, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) erfordert eine zielgerichtete Therapie. Auch dann, wenn nur der Verdacht auf eine Krebserkrankung besteht. Beim bösartigen Hautkrebs sieht der Therapieplan zunächst die chirurgische Entfernung der Hautveränderungen vor. Eine örtliche Betäubung für diesen Eingriff ist meist ausreichend. Sollte die bösartige Gewebeneubildung bzw. der Tumor nicht operierbar sein, so wird eine Strahlentherapie in Betracht gezogen.

Bei einigen Melanom-Formen, insbesondere dann, wenn die bösartige Gewebeneubildung tief die Haut eingedrungen ist, wird häufig nach einer Operation eine Interferon-Alpha-Therapie empfohlen. Dabei handelt es sich bei den Interferonen um eine körperverwandte Substanz, die noch vorhandene Krebszellen eliminieren und das Immunsystem anregen soll. Ob eine Interferon-Alpha-Therapie bei Hautkrebs infrage kommt, muss vom Facharzt sorgfältig abgewogen werden, die diese unterschiedlichen Nebenwirkungen auslöst.

Wenn sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, sind weitere Behandlungsmaßnahmen erforderlich. Hierzu gehören zum Beispiel Operationen, eine Strahlentherapie oder eine Immuntherapie.

Therapie des hellen Hautkrebs

Hier wird zunächst versucht, das Basalzellkarzinom (Tumor) durch einen chirurgischen Eingriff vollständig zu entfernen. In einigen Fällen kann diese Hauskrebsart ohne Operation behandelt werden. Hier kommen bei Basalzellkarzinom dann verschiedene Therapien zum Einsatz wie das Ausschaben (Kürettage) oder eine Kältebehandlung (Kryotherapie).

Eine photodynamische Therapie kann ebenfalls zum Einsatz kommen. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die Strahlen- und Lasertherapie. Eine weitere Möglichkeit ist die örtliche Immuntherapie mit dem Wirkstoff Imiquimod.

Hautstellen, die von der aktinischen Präkanzerose betroffen sind, werden herausgeschabt oder aber herausgeschnitten. Ebenso können die Vereisung, die Lasertherapie sowie die photodynamische Therapie angewendet werden.

Ein Plattenepithelkarzinom sollte schnellst möglichst behandelt werden. Die chirurgische Entfernung ist in der Regel unumgänglich. Sollte eine Operation nicht möglich sein, so kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden infrage, wie die lokale Immuntherapie oder Chemotherapie, die Kältebehandlung oder eine Strahlentherapie.

Krankheitsverlauf und Prognose

Wie bei jeder anderen Krebsart gilt auch für den Hautkrebs, dass die Chancen auf Heilung umso größer sind, desto früher dieser erkannt wird. Beim schwarzen Hautkrebs hängen die Heilungschancen vom Typ des Tumors und des Stadiums ab. Wenn sich der Krebs lediglich in der obersten Hautschicht befindet, ist er in den meisten Fällen heilbar. Sollte das Melanom jedoch tiefer in die Hautschicht eingedrungen sein, erhöht sich das Risiko für Metastasen, wodurch sich die Prognose verschlechtert.

Wenn eine aktinische Präkanzerose nicht behandelt wird, kann hieraus ein Plattenepithelkarzinom entstehen und wird dieses frühzeitig erkannt, sind die Chancen auf Heilung gut, sofern sich keine Metastasen gebildet haben. Das Basaliom bildet nur in sehr seltenen Fällen Tochtergeschwülste und lässt sich deshalb meist erfolgreich behandeln.

Schwarzer und weißer Hautkrebs: Cannabis als Medizin

Bereits im Jahr 2003 untersuchten spanische Forscher die Wirkung von Cannabinoiden auf Hautkrebs-Tumore in einem Zellkulturexperiment. Es zeigte sich der Zelltod von bösartigen epidermalen Zellen, während die gesunden Zellen nicht beeinträchtigt wurden. Bei Versuchsmäusen zeigte sich das gleiche Ergebnis, sodass die Forscher hier einen neuen Ansatz zur Behandlung von Hauttumoren sahen.

Britische Forscher der Newcastle University veröffentlichten im Jahr 2015 die Ergebnisse einer interessanten Untersuchung. Hierin heißt es, dass für den metastasierten Hautkrebs neue Behandlungsstrategien notwendig sind, da die Überlebensrate bei unter 10 Prozent liegt. Weiter gehen die Forscher auf die Autophagie ein, einer der wichtigsten Prozesse im Körper, um Zellen gesund zu halten. Die Förderung dieses Prozesses sei vor allem bei Chemotherapie-resistenten Tumoren wichtig.

Ziel der Studie war es, die Hypothese zu testen, dass die Cannabinoide aus der Cannabis Pflanze die Autophagie-abhängige Apoptose (Zelltod) im Melanom fördern. Die Hautkrebsbehandlung mit dem psychoaktiven Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) führte zur Aktivierung der Autophagie, zum Verlust der Lebensfähigkeit der Zellen und zur Aktivierung der Apoptose.

Labormäusen mit bösartigen Melanomen wurde dann ein Sativex-ähnliches Präparat mit gleichen Mengen an THC und Cannabidiol (CBD) verabreicht, was die Melanom-Lebensfähigkeit und das Tumorwachstum hemmte sowie parallel zu einem Anstieg der Autophagie und der Apoptose führte. Zusammenfassend legen diese Ergebnisse nahe, dass THC die Autophagie-vermittelte Apoptose von Melanom-Zellen aktivieren kann.

Weitere interessante Studien mit medizinischem Cannabis

Im gleichen Jahr veröffentlichten auch Forscher der Universität Bonn die Ergebnisse ihrer Studie. Zu Beginn heißt es, dass Cannabinoide aus der Cannabis Pflanze wie THC möglicherweise in der Lage sein können, die Apoptose (Zelltod) von Krebszellen zu unterstützen und die bösartige Gefäßneubildung zu hemmen.

Weiter heißt es, dass die Behandlung von malignen Erkrankungen mit Cannabinoiden aufgrund ihrer immunmodulatorischen Wirkungen, die die Antitumorimmunität unterdrücken können, kontrovers diskutiert wird. Deshalb untersuchten die Forscher die Rolle von endogenen (körpereigenen) und exogenen (zugeführten) Cannabinoide bei Mäusen mit einer Hautkrebs-Erkrankung. Die Forscher stellten fest, dass THC das Tumorwachstum bei den Mäusen hemmen konnte.

Die bisher durchgeführten Studien bieten zwar Hinweise, dass Cannabis als Medizin in Form von cannabisbasierten Arzneimitteln oder medizinischen Cannabisblüten bei Hautkrebserkrankungen eine positive Wirkung entfalten könnte, eindeutige Belege existieren jedoch nicht. Es sind noch viele Forschungen, insbesondere klinische Studien am Patienten notwendig, um die Frage, ob medizinisches Cannabis das Krebswachstum hemmen kann, beantworten zu können.

Behandlung mit Hanf-Öl (THC-Öl)

Wer zum Thema Hautkrebserkrankungen und Cannabis recherchiert, kommt zwangsläufig auf das Hanf-Öl bzw. THC-Öl von Rick Simpson. Auf seiner Webseite gibt Simpson an, dass sich rund 5.000 krebskranke Menschen mit seinem Hanf-Öl geheilt hätten. Sowohl die Aussagen von Simpson als auch die Herstellung und die Inhaltsstoffe (THC-Gehalt von 90 Prozent) des Hanf-Öls sind kritisch zu betrachten, denn es existieren keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit. Besonders gefährlich ist, dass Simpson Patienten rät, auf schulmedizinische Krebstherapien zu verzichten.

Bitte lesen Sie sich hierzu auch unseren ausführlichen Artikel zu Rick Simpson durch.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

 

Quellen:

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