Hilfe gegen Psoriasis (Schuppenflechte) mit Cannabis

Autor: Alexandra Latour

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In Deutschland leiden ungefähr 2,5 Prozent der Bevölkerung an einer Schuppenflechte und fühlen sich hierdurch deutlich eingeschränkt. Heilbar ist die Hauterkrankung bisher nicht, jedoch lässt sich die Erkrankung mit den zur Verfügung stehenden Therapieoptionen gut kontrollieren. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass auch Cannabis-Topicals, also Präparate auf Cannabisbasis, die Symptome der chronischen Krankheit lindern können. Und auch das (körpereigene) Endocannabinoid-System scheint bei der Regulierung der Hautentzündungen eine wichtige Rolle zu spielen. Es wird sogar angenommen, dass ein gestörtes Gleichgewicht im Endocannabinoid-System vermutlich eine Ursache für Entzündungen sein könnte.

Hilfe gegen Psoriasis (Schuppenflechte) mit Cannabis

Die äußerste Hautschicht (Epidermis) erneuert sich ungefähr einmal im Monat. Dabei besteht der sichtbare Teil der äußeren Hautschicht aus Keratinozyten, welche die Hornhautsubstanz Keratin produzieren. Gebildet werden die Keratinozyten in den untersten Schichten der Oberhaut, die dann an die Hautoberfläche gelangen und immer mehr verhornen, bis sie dann absterben und als Hornschuppen abgestoßen werden. Dieser Prozess ist bei der Hautkrankheit Psoriasis gestört und die Haut reagiert auf den Angriff des Immunsystems mit einer Entzündung. Infolge dessen teilen sich die Keratinozyten schneller. Die überschüssigen Zellen können nicht alle gleichzeitig von der Haut abgestoßen werden, was zu der typischen Schuppenschicht an den betroffenen Hautstellen führt.

Was ist eine Schuppenflechte und was verursacht sie?

Heute weiß man, dass der Schuppenflechte eine Autoimmunreaktion zugrunde liegt. Das eigene Immunsystem richtet sich also gegen die Zellen des Körpers. Warum das Immunsystem so reagiert, ist jedoch noch nicht geklärt. Jedoch spielt eine genetische Veranlagung hier eine wichtige Rolle. Wenn beide Elternteile oder nur ein Elternteil an einer Schuppenflechte leiden, entwickelt das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Psoriasis. Zudem können weitere Risikofaktoren das Ausbrechen der Krankheit verursachen:

  • Rauchen und Alkohol
  • ungesunde Ernährung
  • emotionaler Stress
  • hormonelle Umstellungen
  • Hautverletzungen
  • Infektionen, besonders der oberen Luftwege
  • verschiedene Medikamente (z. B. ACE-Hemmer, Betablocker, Lithium)

Wenn eine genetische Veranlagung besteht, können auch mechanische Verletzungen zu einer Schuppenflechte führen. Mediziner sprechen dann von dem sogenannten „Köbner Phänomen“. Typischerweise treten dann die Schuppen an einer gesunden Hautstelle auf, die mechanisch verletzt wurde, zum Beispiel durch einen Kratzer. Ebenso kann das Klima eine Psoriasis begünstigen.

Generell bessern sich die Symptome der Psoriasis in den Sommermonaten aufgrund der erhöhten Sonneneinstrahlung. Diese kann die überschießende Autoimmunreaktion mildern bzw. unterdrücken und wirkt entzündungshemmend.

Typische Symptome der Schuppenflechte

Die Schuppenflechte ist leicht an den typischen Symptomen erkennbar. So sind die betroffenen Hautbereiche aufgrund der starken Durchblutung gerötet und es kann zu einem Juckreiz kommen. Diese schuppenden Herde werden auch als Plaques bezeichnet, die sich häufig auf dem Kopf, an den Ellenbogen oder an den Kniescheiben bilden. Möglich sind auch kleine Risse (Schrundungen) in der Gesäßfalte.

Außerdem können kleine punktförmige Blutungen entstehen. Typisch ist auch eine silbrig-weiße und glänzende Hautoberfläche. Ebenso charakteristisch für eine Psoriasis ist das „Phänomen des letzten Häutchens“: Die letzte Hautschicht unter den Schuppen lässt sich abziehen. Da die Haut an den betroffenen Hautarealen sehr trocken ist, können sich auch schmerzhafte Risse bilden. Auch die Nägel können von der Schuppenflechte betroffen sein.

Mediziner unterscheiden die folgenden Hauptformen der Schuppenflechte:

  • Psoriasis vulgaris (gewöhnliche Schuppenflechte)
    Die Psoriasis vulgaris ist die häufigste Form der Hautkrankheit und betrifft ungefähr 80 von 100 Patienten. Unterschieden wird hier zwischen den folgenden Typen:
  • Typ 1: Meist beginnt die Schuppenflechte im Alter zwischen 10 und 25 Jahren mit einem schweren Verlauf und häufigen Schüben. Die genetische Veranlagung ist hier von Bedeutung, denn die Erkrankung tritt innerhalb der Familie sehr häufig auf. Etwa 60 bis 70 Prozent von 100 erkrankten Patienten leiden an einer Schuppenflechte vom Typ 1.
  • Typ 2: Die Schuppenflechte vom Typ 2 beginnt in der Regel erst ab dem 35. Lebensjahr und der Verlauf ist milder als beim Typ 1. Fälle von Psoriasis in der Familie sind bei diesem Typ eher die Seltenheit.

Der Krankheitsverlauf ist bei der Psoriasis vulgaris von Patient zu Patient verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt. Meist treten zu Beginn kleinere entzündlich gerötete Herde auf, die später größer werden. Während einige Betroffene lediglich unter wenigen Schüben und kleinen sichtbaren Plaques leiden, treten bei anderen Betroffenen handtellergroße Plaques auf. Im schlimmsten Fall kann auch der gesamte Körper von Plaques bedeckt sein (psoriatische Erythrodermie).

Die Schuppenflechte kann sich außerdem auch auf die Nägel in Form von Eindellungen (Tüpfelnägel) oder Verfärbungen (Ölflecken) ausbreiten. Hier besteht die Gefahr, dass der Nagel vollständig zerstört wird.

Die Psoriasis vulgaris wird darüber hinaus noch in die folgenden Formen eingeteilt:

  • Psoriasis guttata: Bei der exanthematischen Psoriasis treten plötzlich stecknadelkopfgroße Herde am Rücken und auf der Brust auf. Betroffen sind häufig Kinder sowie Jugendliche. Meist wird diese Psoriasis-Form durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst.
  • Psoriasis inversa: Bei dieser Psoriasis-Form treten Herde vorwiegend in den Gelenkbeugen auf.
  • Psoriasis intertriginosa: Hauptsächlich sind große Hautfalten, wie zum Beispiel die Bauchfalte oder die Gesäßfalte, betroffen.
  • Psoriasis pustulosa (Schuppenflechte mit Pustelbildung): Die Psoriasis pustulosa, die auch Psoriasis-Zumbusch genannt wird, kommt sehr selten vor. Charakteristisch für diese Form sind keimfreie Eiterbläschen auf den geröteten Hautstellen, die durch Leukozyten (weiße Blutkörperchen) entstehen, die sich auf der obersten Hautschicht ansammeln. Ursächlich für diese Psoriasis ist meist eine Infektion.
  • Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung): Bei der rheumatischen Form der Psoriasis betrifft die Schuppenflechte die Gelenke, welche dann anschwellen. Bewegungen sind dann nur noch eingeschränkt möglich. Oftmals tritt dieses Psoriasis-Form zusammen mit der gewöhnlichen Schuppenflechte (Typ 1) auf. Äußern kann sich die Psoriasis-Arthritis auf unterschiedliche Weise:
    • Peripherer Typ: Mindestens ein kleines Gelenk (z. B. Finger- oder Zehengelenk) ist gerötet, schmerzhaft und geschwollen. Da die Beschwerden in der Regel über eine längere Zeit in Schüben auftreten, besteht die Gefahr einer Osteoporose (Knochenschwund).
    • Axialer Typ: Der axiale Typ tritt nur selten auf und betrifft die Wirbelsäule sowie die Iliosakralgelenke (Darmbein-Gelenke).

Unterschied zwischen Psoriasis und Neurodermitis

Bei der Psoriasis und der Neurodermitis handelt es sich um zwei verschiedene Hautkrankheiten. Beide werden dennoch gerne als Schuppenflechte bezeichnet, da sie ähnliche Symptome aufweisen, wie beispielsweise Juckreiz und trockene Haut. Typisch für eine Neurodermitis (atopisches Ekzem/endogenes Ekzem) sind Läsionen an den Ellenbogen und Kniekehlen, Ausdünnung der Augenbrauen, doppelte Unterlidfalte oder auch eine Rosafärbung der Gesichtshaut.

Außerdem gehört die Neurodermitis zum atopischen Formkreis, wozu auch das allergische Asthma und der Heuschnupfen gehört. Deshalb können sich die Symptome bei der Neurodermitis auch durch bestimmte Kosmetikprodukte und Pflegemittel verschlimmern. Die Psoriasis hängt hingegen nicht mit einer allergischen Erkrankung zusammen. Typisch für die Neurodermitis ist auch, dass Patienten zu einem chronischen Kratzverhalten neigen, wodurch der Haut geschadet wird. Bei der Psoriasis ist der Juckreiz in der Regel nicht so stark ausgeprägt.

Psoriasis: Diagnose und Krankheitsverlauf

Die Schuppenflechte ist bereits an den typischen Hautveränderungen erkennbar. Bei nur gering ausgeprägten Symptomen kann die Psoriasis mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Ekzemen, Hautpilzerkrankungen oder Ichthyose (Fischschuppenkrankheit) verwechselt werden. In solch einem Fall zeigt die Biopsie (Hautprobe), ob die oberste Hautschicht stark verhornt ist.

Der Verlauf der Hautkrankheit ist bei jedem Psoriasis-Patienten anders. In der Regel nimmt die Hautkrankheit jedoch einen chronischen Verlauf und tritt schubweise immer wieder auf. Auch beschwerdefreie Zeiten treten zwischendurch auf, vor allem in den Sommermonaten.

Psoriasis: Therapie und Behandlung

Bislang ist die Schuppenflechte nicht heilbar. Jedoch lassen sich die Beschwerden mithilfe unterschiedlicher Therapien lindern. Dabei reicht das Therapiespektrum von Medikamenten bis hin zu Salben und Cremes. Basis der Psoriasis-Therapie sind die folgenden Ansätze:

Regelmäßige und sorgfältige Hautpflege (örtliche, lokale Therapie mit Cremes und Salben)

Zur äußerlichen Behandlung, insbesondere bei einem akuten Schub, kommen Kortisonpräparate (Kortikoide). Diese wirken entzündungshemmend und verringern die übermäßige Zellvermehrung. Für eine Langzeitanwendung sind Kortison-Salben nicht geeignet, da die Haut hierdurch Schäden nimmt und dünner wird (Atrophie). Auch Vitamin-D-Analoga (z. B. Calcipotriol) können das Wachstum der Keratinozyten verlangsamen. Im Gegensatz zu Kortison können diese Präparate auch längere Zeit genutzt werden.

Tritt ein akuter Schub auf, kann die dicke Hornschicht an den betroffenen Hautstellen mit hilfe von Salben und Bädern beseitigt werden (Keratolyse). Die hier eingesetzten Präparate sind Salicylsäure und Harnstoff. Sobald die Schuppenschicht an den betroffenen Hautstellen beseitigt wurde, gelangen spezielle Wirkstoffe aus anderen Präparaten zu den lebenden Hautzellen und können dort die Entzündungen bekämpfen.

Schuppenflechte: Behandlung mithilfe der Lichttherapie (Phototherapie)

Neben der lokalen Therapie kommt auch häufig eine Ultraviolett-Phototherapie zum Einsatz, bei der die betroffenen Hautstellen mit UVB-Licht bestrahlt werden. Dabei lässt sich die Wirkung der Phototherapie noch dadurch verstärken, indem der Psoriasis-Patient während der Bestrahlung in einem Solebad (salzhaltiges Wasser) badet.

Bei einer schwer ausgeprägten Psoriasis erhalten Betroffene eine Photochemo-Therapie oder Psorale- und UV-A-Therapie (PUV-A). Hier wird die Bestrahlung mit einem Photosensibilisator kombiniert und der Patient erhält vor der Behandlung den Licht Sensibilisator Psoralen. Alternativ kann das Psoralen auch in das Badewasser gegeben werden. Mithilfe des Psoralen wirken dann die UV-Strahlen stärker in der Haut.

Schuppenflechte: Behandlung mit Medikamenten

Eine medikamentöse Therapie in Form von Tabletten, Injektionen oder Infusionen ist in der Regel nur bei einer schwer ausgeprägten Psoriasis erforderlich. Zur Anwendung können dann die folgenden Präparate kommen:

  • Fumarsäureester: Präparate mit Fumarsäureester wirken entzündungshemmend und können längerfristig eingenommen werden. Mögliche Nebenwirkungen sind jedoch Hautrötungen, Magen-Darm-Beschwerden und Blutbildveränderungen.
  • Immunsuppressiva: Wirkstoffe wie Methotrexat unterdrücken das Immunsystem und sind bei schweren Krankheitsschüben eine Therapieoption. Allerdings wird hierdurch die Infektanfälligkeit erhöht.
  • Retinoide: Medikamente wie Acitretin können in den Verhornungsprozess eingreifen und dafür sorgen, dass die Hautzellen wieder normal wachsen.
  • Biologika: Diese Klasse von Wirkstoffen beeinflusst das Immunsystem auf natürliche Weise und wird gentechnisch hergestellt. Zu diesen Wirkstoffen gehören beispielsweise Adalimumab, Etanercept und Infliximab. Zugelassen sind diese Wirkstoffe zur Therapie der Psoriasis vulgaris und Psoriasis-Arthritis.

Schuppenflechte: Alternative Behandlung

Die Schuppenflechte-Behandlung mit Meersalz-Bädern hat sich bei vielen Patienten als hilfreich erwiesen. Auch eine Fischtherapie, bei der die kleinen Kangalfische die abgestorbene Haut abknabbern, könnte für Patienten alternative Behandlungsmöglichkeit sein. Eine homöopathische Behandlung könnte ebenfalls eine Option sein, wobei solch einer Therapie erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte, wenn gegen die Psoriasis Medikamente eingenommen werden.
Schuppenflechte-Behandlung mithilfe der Ernährung

Forscher der Universität Hannover haben unterschiedliche Auslöser von Entzündungen untersucht, da überschießende Entzündungen bei der Psoriasis eine wichtige Rolle spielen. Durch Fastenperioden, eine vegetarische Ernährung sowie eine energiereduzierte Diät konnte eine Verbesserung der Hautkrankheit festgestellt werden. Psoriasis-Patienten wird deshalb empfohlen, auf eine basische Ernährung umzusteigen und vor allem auf raffinierten Zucker, Auszugsmehle und minderwertige Fette zu verzichten.

Wie ist das Endocannabinoid-System bei der Psoriasis beteiligt?

Das Endocannabinoid-System ist ein Teil des menschlichen Nervensystems und umfasst die folgenden Cannabinoidrezeptoren:

  • Cannabinoidrezeptor 1 (CB1): Diese Rezeptoren befinden sich hauptsächlich in den Nervenzellen und kommen am häufigsten im Gehirn (Kleinhirn, Basalganglien, Hippocampus) sowie im peripheren Nervensystem wie dem Darm vor.
  • Cannabinoidrezeptor 2 (CB2): Diese Rezeptoren sind am Knochenaufbau (Osteoblasten) und Knochenabbau (Osteoklasten) beteiligt und finden sich zudem auf den Zellen des Immunsystems.

Der Magen-Darm-Trakt als auch die Haut sind wichtige Barrieren des Immunsystems. Seit langem ist bekannt, ist der über zahlreiche Cannabinoidrezeptoren verfügt. Die University of Debrecen in Ungarn konnte im Jahr 2009 beweisen, dass auch die Haut ein Cannabinoid System besitzt.

Dieses Endocannabinoid-System ist an der Produktion von unterschiedlichen Hormonen und Proteinen, einschließlich der Zytokine (Proteine), die an der Immunreaktion beteiligt sind, beteiligt. Ebenso hilft das Cannabinoidsystem an verschiedenen Zellprozessen, wie zum Beispiel bei der Zellvermehrung, der Zelldifferenzierung dem Zelltod (Apoptose).

Es wird angenommen, dass ein gestörtes Gleichgewicht dieses Endocannabinoid-Systems mitverantwortlich für die Entstehung von chronischen Hautkrankheiten sein könnte. Somit könnte eine gezielte Therapie mit Cannabinoiden aus der Cannabispflanze dazu beitragen, die Symptome der Psoriasis zu lindern.

Studien weisen auf therapeutisches Potenzial von Cannabinoiden hin

Zu erwähnen ist hier eine Studie der Nottingham University in Großbritannien. Bei der Hemmung der Produktion von Keratinozyten in der Oberhaut erwiesen sich die Cannabinoide Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) und Cannabigerol (CBG) sowie das körpereigene Cannabinoid Anandamid als effektiv.

Und gerade die Überproduktion von Keratinozyten spielen bei der Schuppenflechte eine wichtige Rolle. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Keratinozyten das körpereigene Cannabinoid Anandamid binden und abbauen.

Bestätigt werden diese Annahmen auch durch eine aktuelle Studie von der University of Colorado. Studienleiter Dr. Roberto Dellavalle erklärt, dass Cannabinoide bei verschiedenen Hautleiden helfen können. 21 Patienten trugen über drei Wochen zweimal täglich eine Creme mit Cannabinoiden auf.

Bei acht Patienten verschwand der schwere Juckreiz völlig. Dellavalle führt dies auf die entzündungshemmenden Eigenschaften der Cannabinoide zurück. Weiter berichtet Dellavalle, dass auch einer weiteren Studie ersichtlich sei, dass THC, das psychoaktive Cannabinoid aus der Cannabispflanze, bei Labormäusen Entzündungen und Schwellungen verringern konnte.

Neben dem Cannabinoid THC scheint auch CBD, das nicht-psychoaktive Cannabinoid aus der Hanfpflanze, wirksam bei entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen zu sein. Aus einer Studie der University of South Carolina geht hervor, dass CBD an den CB2-Rezeptor andockt und somit das Immunsystem beeinflussen könnte.

Die University of Debrecen in Ungarn konnte zudem den Nachweis erbringen, dass CBD die anomale Lipidproduktion in der Oberhaut verlangsamen kann, indem das Wachstum der Zellen unterdrückt wird.

Psoriasis: Cannabis-Öl oder Hanfsamenöl kann helfen

Öle wie Bienenwachs, Vaseline, Oliven- und Mandelöl können die Psoriasis-Symptome Juckreiz und Entzündungen lindern. So führen diese Öle der trockenen Haut Feuchtigkeit zu und vermeiden damit weitere Hautirritationen. Dabei kann die trockene Haut bei der Schuppenflechte auf einen exzessiven transepidermalen Wasserverlust zurückgeführt werden, denn die natürliche Barrierefunktion der Haut wird gestört.

Es wird angenommen, dass die die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Polyunsaturated fatty acids – kurz PUFAs), die in natürlichen Ölen wie dem Hanfsamenöl enthalten sind, entzündungshemmend und gegen den Juckreiz wirken, und zwar besser als Feuchtigkeitscremes mit nur einem geringen Anteil an PUFAs.

Weiter wird angenommen, dass Hanfsamenöl den Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Oberhaut erhöhen, umso das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen.

Forscher der University of Kuopio in Finnland verglichen im Jahr 2005 Oliven mit Hanfsamenöl und fanden heraus, dass sich Hanfsamenöl als effizienter bei Ekzemen herausstellte als Olivenöl. Im Ergebnis führten die Forscher aus, dass dieser Effekt vermutlich aus dem ausgewogenen und reichhaltigen Angebot an PUFAs im Hanföl resultiert.

Spezielle Studien in Bezug auf Hanfsamenöl und Schuppenflechte liegen derzeit noch nicht vor. Jedoch bestätigen viele Erfahrungsberichte die Wirkungsweise. Interessant ist zudem, dass die Psoriasis bei einigen Völkern wie den Eskimos nur sehr selten auftritt. Lange Zeit wurde angenommen, dass dies auf den hohen Konsum von PUFAs in Fischöl zurückzuführen sei.

Heute ist bekannt, dass die zwei PUFAs Dihomo-?-Linolensäure und Eicosapentaensäure Potenzial besitzen, die Symptome der Schuppenflechte zu vermindern. In Hanfsamenöl ist hauptsächlich Linolsäure und a-Linolensäure enthalten und es wird vermutet, dass die PUFA Arachidonsäure sogar an der Entwicklung der Hautkrankheit beteiligt sein könnte.

Topicals: Cannabis-Creme (Hanf Cremes) und Salben gegen Psoriasis

Mittlerweile sind unterschiedliche Hanf Cremes und Salben für die äußerliche Anwendung an den betroffenen Hautstellen erhältlich. Beim Kauf dieser Produkte sollte darauf geachtet werden, dass diese nur mit natürlichen Zusatzstoffen, wie zum Beispiel Aloe Vera, Bienenwachs oder ätherischen Ölen, angereichert wurden. Chemische Zusätze können das Hautbild hingegen verschlechtern.

Auch CBD-Öl stellt eine Alternative dar. So soll CBD-Öl bei äußerlicher Anwendung beruhigend und entzündungshemmend auf die Haut reagieren. Erhältlich sind auch Cremes auf CBD-Öl-Basis, die zusätzlich feuchtigkeitsspende Inhaltsstoffe wie Sheabutter oder Kokosöl enthalten.

Hier finden Betroffene Hilfe:

https://www.weltpsoriasistag.de
https://www.psoriasis-bund.de
http://www.psoriasis-netz.de

Quellen:

Nutrition Physiology and Human Nutrition Unit, Institute of Food Science, University of Hannover, Wunstorfer Strasse 14, D-30453 Hannover, Germany, Wolters M1, 2005, “Diet and psoriasis: experimental data and clinical evidence

Department of Physiology, University of Debrecen, Research Center for Molecular Medicine, Debrecen 4032, Hungary, Biró T1 et al., 2009, “The endocannabinoid system of the skin in health and disease: novel perspectives and therapeutic opportunities

Nottingham University, School of Biomedical Sciences, Medical School, Nottingham NG7 2UH, UK, Wilkinson JD1, Williamson EM, 2007, “Cannabinoids inhibit human keratinocyte proliferation through a non-CB1/CB2 mechanism and have a potential therapeutic value in the treatment of psoriasis

University of Colorado, USA, Robert P. Dellavalle et al., 2017, “The role of cannabinoids in dermatology

Department of Pathology, Microbiology and Immunology, University of South Carolina School of Medicine, Columbia, SC 29208, USA, Sadiye Amcaoglu Rieder et al., 2010, “Cannabinoid-induced apoptosis in immune cells as a pathway to immunosuppression

Department of Physiology, University of Debrecen, Debrecen, Hungary, Attila Oláh et al., 2014, “Cannabidiol exerts sebostatic and antiinflammatory effects on human sebocytes

Department of Pharmaceutical Chemistry, University of Kuopio, Finland, Callaway J1 et al., 2005, “Efficacy of dietary hempseed oil in patients with atopic dermatitis

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