Cannabis-Forschungslizenz für Verda Bio

Autor: Alexandra Latour

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Das US-Pharmaunternehmen Verda Bio hat jetzt die erste Cannabis-Forschungslizenz erhalten und darf nun Cannabis zu Forschungszwecken anbauen. Der Fokus der Forschung liegt vor allem auf weniger bekannten Cannabinoiden.

Cannabis-Forschungslizenz für Verda Bio

Einem Medienbericht ist zu entnehmen, dass die US-amerikanische Behörde für Alkohol und Cannabis (WSLCB) jetzt seine erste Cannabis-Forschungslizenz vergeben hat. Diese Lizenz geht an das in Seattle ansässige Pharmaunternehmen Verda Bio, sodass dieses Cannabis zu Forschungszwecken anbauen darf.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für Washingtons Cannabis-Industrie. Wir hoffen, dass die Forschung den Entscheidungsträgern bei der Auseinandersetzung mit dieser aufstrebenden Branche helfen wird“, „erklärte WSLCB-Direktor Rick Garza.

Die WSLCB hatte die Cannabis-Forschungslizenz im Jahr 2016 eingeführt. Bisher hat nur das Unternehmen Verda Bio solch eine Forschungslizenz beantragt.

Um eine Forschungslizenz zu erhalten, ist eine umfangreiche Überprüfung des Unternehmens erforderlich. Dabei müssen die Antragsteller dieselben Kriterien in Bezug auf Sicherheit, Rückverfolgbarkeit etc. erfüllen wie andere Cannabis-Unternehmen. Zusätzlich zu diesen Anforderungen erfolgt auch die Überprüfung der Anträge durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Prüfer. Dieser hat die Aufgabe, die Qualität des Projekts, das Studiendesign, den Wert und/oder die Wirkung zu bewerten. Sie prüfen auch, ob der Antragsteller über das geeignete Personal, das erforderliche Fachwissen, die Einrichtungen/Infrastruktur, die Finanzierung und die Genehmigungen für Tierversuche verfügt, um das Projekt erfolgreich durchführen zu können. Forschungsprojekte müssen demnach sowohl die wissenschaftliche Überprüfung als auch die Genehmigungsanforderungen bestehen, bevor die Genehmigung des Antrags erfolgt.

Indem sich Verda Bio diesem strengen Prozess unterwirft, hat es nun den Segen des Staates, neue Cannabissorten zu züchten und um neue Produkte zu entwickeln. Jessica Tonani, CEO von Verda Bio, erklärte, dass staatliche Gesetze die Cannabiszüchtung mit einer traditionellen Produktionslizenz nicht erlauben. Mit der Cannabis-Forschungslizenz sei dies aber möglich.

„Züchtungsanlagen unter der Produktionslizenz sind gesetzlich verboten. Nach der Züchtung der Cannabispflanzen muss entweder der Verkauf oder aber die Vernichtung erfolgen“, führte Tonani aus.

Cannabis-Forschungslizenz für den Cannabisanbau

Tonani erklärte, dass mithilfe der Cannabis-Forschungslizenz zunächst das Züchtungsprogramm startet.

Es gibt weit über hundert kleinere Cannabinoide in der Cannabispflanze, die zu derselben chemischen Familie wie THC gehören, jedoch unterschiedliche therapeutische Möglichkeiten haben. Sobald Verda Bio Cannabispflanzen gezüchtet hat, die diese seltenen Cannabinoide produzieren, werden diese extrahiert. Nach dieser Extraktion erfolgt die Untersuchung darauf, inwieweit sie den Menschen beeinflussen und für welche Art von Produkten sie verwendet werden können. Hierzu führte Tonani noch aus, dass man sich nicht auf Produkte mit einer hohen Verkaufsaussicht oder einem hohen THC-Gehalt konzentriere.

Mit der Cannabis-Forschungslizenz kann Verda Bio auch mit Forschungseinrichtungen wie der University of Washington zusammenarbeiten.

USA: Forschung schreitet voran

Erst vor kurzem haben wir darüber berichtet, dass das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) Forscher sucht, die weniger bekannte Cannabinoide und Terpene wirken, und ob diese gegen Schmerzen eingesetzt werden können. Dass nun auch Pharmaunternehmen in diesem Bereich forschen wollen, ist als sehr positiv zu bewerten.

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