„Cannabis als Medizin“ an VHS erlernbar

Autor: Sandrina Koemm-Benson

Verõffentlicht am: 17. Januar 2018

Geändert am: 7. März 2018

An der Volkshochschule im nordrhein-westfälischem Goch, an der Grenze zu den Niederlanden, steht nun auch „Cannabis als Medizin“ auf dem Stundenplan. In Ergänzung zum bereits bestehendem VHS-Angebot, beinhaltet das neue Programm für das erste Semester dieses Jahres nun auch Webinare. Ein besonders interessantes Webinar ist für den 21. Juni 2018 in der Begegnungsstätte in Kevelaer vorgesehen.

„Cannabis als Medizin“ an VHS erlernbar

Dr. med. Johannes Horlemann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, wurde von der Volkshochschule Böblingen eingeladen, um über das Thema „Cannabis als Medizin“ zu referieren. Geplant ist es, dass sich die Volkshochschule in Goch per Videochat zuschalten wird. Bisherige Erfahrungen mit Webinaren zu gesundheitlichen Themen haben gezeigt, dass es eine tolle Ergänzung zum bereits bestehenden, umfangreichen Angebot ist.

„Es ist eine tolle Möglichkeit für uns, bei solchen Vorträgen dabei zu sein und das Fragen stellen über Chat klappt wunderbar“, so Theo Reintjes, Direktor der VHS-Goch.

Wissenslücken bei Cannabis als Medizin sind kein Geheimnis

An der Aktion der VHS Goch sollten sich auch anderen Hochschulen hierzulande ein Beispiel nehmen. Wie wir bereits berichteten erfahren die meisten Studierenden während ihres Studiums nur wenig bis gar nichts über Cannabis als Medizin.

Dr. Franjo Grotenhermen, einer der wenigen Experten die es hierzulande im Bereich der Cannabistherapie gibt, kritisierte bereits öffentlich, dass Themen wie das Endocannabinoidsystem im menschlichen Körper oder die Wirkung körpereigener Cannabinoide während des Medizinstudiums nicht aufgegriffen werden.

Fortschrittlicher geht es hingegen an der Hochschule Merseburg in Sachsen-Anhalt zu. Mit einem innovativen Konzept will Prof. Dr. Gundula Barsch gemeinsam mit einem weiteren Wissenschaftler die Hochschule Merseburg zu einem deutschen Vorreiter in der Cannabisforschung machen. Inspiriert von dem kalifornischen Humboldt Institute for Interdisciplinary Marihuana Research planen sie ein interdisziplinäres Forschungsinstitut. Dieses Cannabis Studium wäre somit bundesweit einzigartig.

Sowohl die Volkshochschule in Goch als auch die Hochschule in Merseburg sind deutliche Vorreiter auf dem Gebiet und tragen zur Aufklärung rund um das Thema bei. Beide Einrichtungen wären auch gute Anlaufstellen für bereits praktizierende Ärzte, die sich weiterbilden möchten.

Denn dass es auch bei ihnen Wissenslücken gibt, darüber haben wir bereits geschrieben. Ein großer Teil der Mediziner gibt zu, überfordert zu sein, wenn sie von Patienten nach Cannabisbehandlungen gefragt werden. Dies muss sich dringend ändern.

Quelle:

https://www.nno.de/2018/01/die-volkshochschule-ein-ort-des-gemeinsamen-lernens/

 

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