Cannabis-Umfrage in Kanada

Forscher der Dalhousie Universität in Halifax Kanada sind überrascht von den Ergebnissen ihrer Cannabis-Umfrage. Denn die Zahl der Legalisierungsunterstützer ist seit 2017 gesunken. Noch immer ist Cannabis stigmatisiert und auch der Schwarzmarkt wird trotz Legalisierung noch häufig von Konsumenten genutzt.

Cannabis-Umfrage in Kanada

Kanada hat im Oktober 2018 Cannabis voll legalisiert (Leafly.de berichtete). Während die Mehrheit der Kanadier die Legalisierung weiterhin befürwortet, heißt es in dem Ergebnis der aktuellen Cannabis-Umfrage, dass die Zahl der Unterstützer von 68,6 Prozent auf 50,1 Prozent gesunken ist. An der Umfrage nahmen insgesamt 1 051 Erwachsene teil. Laut den Forschern deutet dieses Ergebnis daraufhin, dass Cannabis weiterhin stigmatisiert ist.

„Ich denke, die Cannabis-Umfrage zeigt, dass die Kanadier bis zu einem gewissen Grad immer noch Cannabis-Analphabeten sind. Vieles hat mit Nachrichten zu tun, wie Regierungen mit der Öffentlichkeit umgehen. Der Schwerpunkt lag natürlich auf der Verbreitung und dem Schutz der Kanadier, aber ich würde sagen, dass Health Canada wirklich nichts Gutes geleistet hat, um den Menschen zu erklären, was Cannabis eigentlich ist“, erklärte der Hauptautor Sylvain Charlebois.

Cannabis-Umfrage: Teilnehmer sind besorgt über die Risiken für Kinder

Laut Charlebois äußerten sich die Teilnehmer der Cannabis-Umfrage auch besorgt über die Risiken von Cannabis für Kinder, junge Erwachsene und Haustiere, die aufgrund der Legalisierung möglicherweise einen leichteren Zugang zu Cannabisprodukten haben.

Hierzu heißt es, dass es wohl Medienberichte über Kinder gab, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, nachdem sie versehentlich Cannabis eingenommen hatten. Desgleichen auch über Haustiere.

„Die Mehrheit der Kanadier ist immer noch mit der Legalisierung von Cannabis einverstanden. Doch immer mehr Menschen sind sich nicht sicher, ob es eine gute Idee war,“ so Charlebois.

Cannabis-Umfrage: Stigmatisierung bleibt bestehen

Darüber hinaus heißt es, dass 18,8 Prozent der Befragten angaben, besorgt über den Kauf von legalem Cannabis zu sein. Zudem möchten 26,2 Prozent der Befragten nicht, dass Kollegen von ihrem Cannabiskonsum wissen. 33,8 Prozent der Teilnehmer gaben sogar an, nicht mit einem Kollegen zusammenarbeiten zu wollen, wenn dieser Cannabis für Freizeitzwecke konsumiert.

Des Weiteren ergab die Umfrage, dass 37 Prozent der Befragten Cannabis konsumieren, und von diesen konsumieren 35 Prozent täglich Cannabis. Dabei gab fast die Hälfte der Befragten an, Cannabis hauptsächlich aus medizinischen Gründen zu verwenden. 32 Prozent der Teilnehmer konsumieren Cannabis auch in ihrer Freizeit.

Cannabiskonsum nimmt zu

Weiter heißt es in dem Bericht, dass eine kürzlich durchgeführte Studie von StatCan darauf hindeutet, dass der Cannabiskonsum zunimmt. Etwa 18 Prozent der Kanadier ab 15 Jahren gaben an, im Januar, Februar und März 2019 Cannabis konsumiert zu haben. Das sind 14 Prozent mehr als vor der Legalisierung. Die Datenanalysen ergaben auch, dass sich die Zahl der Erstnutzer in diesem Zeitraum auf 646.000 Kanadier nahezu verdoppelte.

Umfrage: Kochen mit Cannabis

Auf die Frage in der Dalhousie-Studie, ob die Teilnehmer jemals zu Hause mit Cannabis kochen, gaben 82,5 Prozent an, dies nicht zu tun. 17,4 Prozent gaben hingegen an, mindestens einmal in ihrem Leben mit Cannabis gekocht zu haben. Generell stellten die Forscher fest, dass lediglich 2,3 Prozent der Teilnehmer regelmäßig mit Cannabis kochen.

„Die Leute denken, dass es bei Nahrungsmitteln mit Cannabis nur darum geht, high zu werden und nicht um eine gesunde Ernährung. Aber ich sehe tatsächlich einen kleinen Trend in Bezug darauf, dass Kanadier Cannabis als gesundes Produkt betrachten. Lebensmittel werden irgendwann sozial normalisiert sein. Aber es wird wahrscheinlich viel länger dauern, als die Unternehmen erwarten“, so Charlebois.

Schwarzmarkt existiert noch

Darüber hinaus erklärte Charlebois, dass ein Problem der Schwarzmarkt sei, der auch durch die Legalisierung nicht verschwunden sei. So zeigten die Ergebnisse in der Cannabis-Umfrage, dass 60,4 Prozent der Cannabiskonsumenten nach der Legalisierung ihren vorherigen Lieferanten weiterhin verwendeten. Als Hauptgründe dafür nannten sie den Preis, die Qualität und Bequemlichkeit.

„Vielleicht haben einige dieser Leute qualitativ hochwertigere Produkte zu einem erschwinglichen Preis erwartet, aber wir sehen einige Anzeichen dafür, dass der gesetzliche Preis in vielen Märkten viel höher ist als der illegale Preis“, so Charlebois.

 

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