Cannabis-Neubewertung: WHO hält Ergebnisse zurück

Autor: Alexandra Latour

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Die Legalisierungsbewegung und die Cannabisbranche wartete gespannt, denn gestern sollte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die langerwartete wissenschaftliche Cannabis-Neubewertung bekannt geben. Ein Sprecher der WHO verkündete jetzt, dass die Ergebnisse vertraulich seien.

Cannabis-Neubewertung: WHO hält Ergebnisse zurück

Ende November berichteten wir, dass die Suchtstoffkommission (CND) der UNO vom 5. bis 7. Dezember in Wien tagt. Die Cannabis-Neubewertung ist maßgeblich für die rechtliche Einstufung. Nachdem Cannabis im Jahr 1954 als gefährliche Substanz klassifiziert wurde, führte dies fast zu einem weltweiten Verbot der Cannabispflanze.

In einem Medienbericht heißt es, dass viele Indizien dafür sprechen, dass eine neue Klassifizierung von Cannabis ansteht und damit das Ende der weltweiten Prohibition eingeleitet wird. Zwar spricht die WHO lediglich eine Empfehlung aus, dennoch ist davon auszugehen, dass die UN Commission of Narcotic Drugs dieser folgt.

Cannabis-Neubewertung: WHO gibt keine Auskunft

Es wurde mit Spannung auf das Ergebnis der WHO gewartet und man war positiv gestimmt. Es sollte ein historischer Tag werden. Ein Sprecher der WHO erklärte jedoch einem fassungslosen Publikum, dass die Ergebnisse vertraulich seien. Es fand auch keine Bekanntgabe eines neuen Termins für die Veröffentlichung statt. Die Gründe dieser Entscheidung sind nicht bekannt und lassen viel Spielraum für Spekulationen über etwaige politische Motive.

Nach fast drei Jahren dieses Cannabis-Review-Prozesses ist ein solches Verhalten schwer zu verstehen. Befürworter, die aus Südafrika kamen, um die Veröffentlichung des Berichts mitzuerleben, waren durch den mangelnden Mut der WHO sichtbar erschüttert.

Kenzi Riboulet-Zemouli, der führende Vertreter der For Alternative Approaches to Addiction, Think & do tank (FAAAT) „enttäuscht sei, dass die WHO erneut beschlossen hat, ihre eigenen Regeln und Richtlinien nicht einzuhalten“. Die Gründe für diese Entscheidung der WHO erklärte er wie folgt:

“Die Länder brauchen Zeit, um diese Empfehlungen zu verstehen und zu billigen, bevor sie im März endgültig (mit einfacher Mehrheit) darüber abstimmen“.

Michael Krawitz, leitender Berater der FAAAT, führte noch aus, dass diese Entscheidung, die Ergebnisse zurückzuhalten, politischer Natur seien.

Es ist unklar, ob die Öffentlichkeit die Ergebnisse vor der Entscheidung der UNO erfährt. Wenn die Cannabis-Neubewertung allerdings so polarisierend ist, dass sie zunächst zurückgehalten wird, könnte dies auf ein positives Ergebnis hindeuten.

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