Cannabisanbau im Weltall

Autor: Alexandra Latour

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Das in Kentucky ansässige Technologieunternehmen Space Tango baut industrielle Hanfsorten und CBD-reiche Cannabissorten im Weltall an, um zu beobachten, wie sich die Cannabispflanzen in der Schwerelosigkeit verhalten.

Cannabisanbau im Weltall

Cannabisanbau Indoor, Outdoor oder Weltraum? Wenn man das in Kentucky ansässige Technologie-Start-up Space Tango befragt, sind alle drei Optionen perfekt für den Cannabisanbau geeignet. Laut einem neuen Bericht von Techcrunch hat Space Tango derzeit zwei Mikro-Laboratorien an Bord der internationalen Raumstation, sodass hier bereits industrielle Hanfsorten und CBD-reiche Hanfsorten in der Schwerelosigkeit wachsen können. Die Forscher hoffen, dass der Cannabisanbau mit geringer Schwerkraft neue Eigenschaften in den Pflanzen aufdeckt.

Cannabisanbau: Stehen Pflanzen unter Stress, produzieren sie neue Verbindungen

Gegenüber den Medien äußerte sich Dr. Joe Chappell, ein Mitglied des Space Tango Science Advisory Teams, der sich auf die Medikamentenentwicklung spezialisiert hat:

„Wenn Pflanzen gestresst sind, produzieren sie aus einem genetischen Reservoir neue Verbindungen. Diese ermöglichen es den Pflanzen, sich anzupassen und zu überleben.“

Darüber hinaus sieht Chappel die Chance, neue Erkenntnisse in Bezug auf medizinische Anwendungen und Wirksamkeit von Cannabis zu gewinnen.

„Zu beobachten, wie wie Pflanzen in einer solchen Umgebung reagieren, in der der traditionelle Stress von der Schwerkraft beseitigt wird, kann neue Erkenntnisse liefern. So wie zum Beispiel, wie Anpassungen zustande kommen und wie Forscher solche Veränderungen für die Entdeckung neuer Eigenschaften, Merkmale, biomedizinischer Anwendungen und Wirksamkeit nutzen können“, so Chappel.

Welches Potenzial hat kosmischer Hanf?

Das Cannabis wird in kleine Experimentierkästen gepflanzt, sodass es auf der Raumstation wachsen kann. Zusätzlich zu den beiden Laboren, die derzeit in Betrieb sind, hat Space Tango eine Tochtergesellschaft ins Leben gerufen. Diese konzentriert sich ausschließlich auf Cannabis. Außerdem ermöglicht es bis zu sechs privaten Unternehmen, jedes Jahr Proben in die Umlaufbahn zu schicken. Die Erforschung der Hanf-Genetik erregt immer mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit, sodass der Standort außerhalb der Welt neue Ergebnisse über die vielseitige Vegetation liefern könnte.

Kris Kimel, Mitbegründer und Vorsitzender von Space Tango, erklärte darüber hinaus:

„Jedes Mal, wenn derartige Experimente durchgeführt werden, hat dies zu exponentiellem Wachstum von neuem Wissen und Nutzen für die Menschheit geführt. Mithilfe der Mikrogravitation sehen wir eine Zukunft vor uns, in der viele der nächsten Durchbrüche im Gesundheitswesen, in der Pflanzenbiologie und in der Technologie von der Erde kommen könnten.“

Auf der Internationalen Raumstation sind die Forscher immer noch skeptisch: Führen diese Mikrogravitationsexperimente zu nützlichen Ergebnissen? Dennoch zeigen sie sich zuversichtlich, denn das schwerelose Cannabis besitzt durchaus Potenzial. Vielleicht können hiermit in wissenschaftlichen Studien einige offene Fragen beantworten werden.

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