Cannabisbier auf Usedom ist ausverkauft

Autor: Alexandra Latour

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Im Wasserschloss in Mellenthin auf der Insel Usedom entschloss sich Jan Fidora vor einigen Wochen, das erste Cannabisbier Deutschlands zu brauen. Damit hat der Schlossherr nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal für die Insel Usedom, sondern auch für Deutschland.

Cannabisbier auf Usedom ist ausverkauft

Cannabisbier und andere cannabishaltige Getränke boomen. Der Bierhersteller Corona will in Cannabisunternehmen investieren (Leafly berichtete) und Coca-Cola und Aurora planen die Entwicklung einer CBD-Brause (Leafly berichtete). Aber auch in Deutschland ist der Trend angekommen: So gab es auf Usedom kürzlich das erste Cannabisbier! Gebraut wurde dieses von Jan Fidora im Wasserschloss in Mellenthin.

Produktion des Cannabisbiers

Ein Nachbar baute für Fidora THC-armen Nutzhanf an und besorgte sich Rezepte aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dabei sollten die Hanfblüten den Hopfen ersetzen und so begann Fidora an zu tüfteln. Erfahrungen im Bierbrauen hat er reichlich, denn schließlich verkauft er vier Sorten unterschiedlicher Biere aus seiner eigenen Brauerei.

Das Brauen des Cannabisbiers hat viel Zeit gekostet. Denn die Blüten und Blätter mussten vom Strunk der Cannabispflanze gelöst werden. „Da gehen Stunden drauf,“ so Fidora. Für die Produktion mussten zig Kilo Hanfblüten gesammelt werden. Dann wurden 1000 Liter in den Sudkessel gefüllt und angereichert, wobei Fidora sein Geheimrezept nicht verrät. Die Masse arbeitet dann acht Stunden im Sud und die Hauptgärung dauerte sieben Tage. Danach musste das Gebräu vier bis sechs Wochen im Kessel lagern. Dabei darf die Gärtemperatur ein Grad Celsius nicht überschreiten.

Dann ist das Cannabisbier fertig: Es macht nicht high und der Alkoholgehalt liegt bei 5 Prozent. Und wie schmeckt das ungewöhnliche Bier?

„Leicht süßlich, ein wenig nach Gras. Jeder sollte es seinem Gaumen überlassen. Jedenfalls ist es einmalig, unser Bier,“ so Fidora gegenüber der Presse.

Cannabisbier ist ausverkauft

Das Cannabisbier hat eingeschlagen wie eine Bombe. Das Telefon im Wasserschloss Mellenthin klingelte unaufhörlich und es kam eine Bestellung nach der anderen rein. Der Verkaufspreis lag bei  4,50 Euro für die Liter-Flasche, das Glas gezapft im Schloss 3,50 Euro. Im Handumdrehen waren die 1000 Liter verkauft.

Im Verkaufsladen des Schlosses nahm die Warteschlange kein Ende. Jeder wollte noch eine Flasche Cannabisbier ergattern. Fidora war selbst von diesem Erfolg überrascht.

„Unglaublich diese Nachfrage aus ganz Deutschland, denn über die sozialen Netzwerke war das Thema bundesweit aufgegriffen worden,“ führte Fidora aus.

Neues Cannabisbier im Jahr 2019

Das nächste Cannabisbier wird es erst im September 2019 geben.

„Die nächste Ernte der Cannabispflanze ist erst im September 2019. Und hinzugekauft wird nicht,“ so Fidora.

Für das Mellenthiner Cannabisbier werden nämlich nur Cannabispflanzen von der Insel Usedom in den Sudkessel gebracht. Aktuell tüftelt Fidora aber bereits an dem nächsten Mellenthin-Produkt. Zu Weihnachten soll es ein passendes Bier mit speziellen Zutaten geben. Fidora hofft natürlich, dass es ein ähnlicher Erfolg wie das Cannabisbier wird.

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