Cannabisextrakt: Erste klinische Studie in den USA

Autor: Alexandra Latour

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Die Behörden in den USA geben weiter grünes Licht für Cannabis. Nun wurde die allererste klinische Studie mit einem Cannabisextrakt an einer Universitäten genehmigt, die den US-bundesstaatlichen Standards entspricht. Die Studie untersucht die Wirkung bei Kindern mit schwerer Epilepsie.

Cannabisextrakt: Erste klinische Studie in den USA

Mehr als vier Jahre, nachdem der Gouverneur Phil Bryant das Gesetz von Harper Grace unterzeichnet hatte, das die klinische Prüfung von bestimmten Arzneimittels aus Cannabis erlaubt, gab das Medical Center der University of Mississippi jetzt bekannt, dass die erste klinische Studie begonnen hat: Untersucht wird ein Cannabisextrakt mit CBD und THC an Kindern mit schwerer Epilepsie. Die Food and Drug Administration, das Internal Review Board und die Drug Enforcement Administration genehmigten diese klinische Studie.

„Sie können sich also vorstellen, dass wir viele regulatorische Hürden hatten, um unseren Patienten so einzigartige Möglichkeiten zu bieten“, erklärte Richard Summers, stellvertretender Forschungskanzler der University of Mississippi in einem Interview.

An der Studie nehmen zehn Kinder mit schwerer Epilepsie aus Mississippi teil. Laut Dr. Brad Ingram, dem pädiatrischen Neurologen und Leiter der Studie, ist die schwere Epilepsie bei Kindern so weit verbreitet, dass sich auch 2 000 Kinder für diese Studie hätten qualifizieren können.

„Wir zielen auf die Kranken der Kranken ab und wir müssen sicherstellen, dass das Cannabisextrakt für die Kinder tolerierbar ist, wenn alle anderen medizinischen Therapien versagt haben“, sagte Ingram.

Cannabisextrakt: Herstellung und Wirkstoffe

Die Herstellung des Cannabisextrakts erfolgt im Coy Waller Laboratory von NCNPR. Hierfür wird eine spezielle Art von Cannabis verwendet, die auf dem Ole Miss Campus in Oxford angebaut wird. So weist das Cannabisextrakt eine hohe CBD-Konzentration sowie eine geringe THC-Konzentration auf.

„Es ist noch viel zu früh, um irgendwelche Ergebnisse detailliert darzustellen, aber bis jetzt läuft alles gut. Zwei Kinder haben bereits eine einmonatige Behandlung hinter sich. Wir freuen uns sehr darüber. Denn es ist eine echte Chance für Kinder aus Mississippi, Zugang zu einem wirklich einzigartigen, kontrollierten Produkt zu erhalten “, erklärte Ingram.

Cannabis ist immer noch umstritten

Obwohl 33 Staaten Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert haben, ist das Thema immer noch umstritten. Denn es handelt sich bei Cannabis auf Bundesebene um eine kontrollierte Substanz. Sen. Josh Harkins sponserte im Jahr 2014 das Harper Graces Law. Dafür hat er sich mit vielen Gruppen aus Mississippi zusammengesetzt, von der Southern Baptist Convention bis zum Mississippi Bureau of Narcotics, und ihren Segen für das Projekt zu erhalten.

Zu diesem Zweck öffnete das Gesetz von Harper Grace die Tür zu einer spezifischen Partnerschaft zwischen Forschern des Medical Center der University of Mississippi und dem National Center for National Products Research an der University of Mississippi in Oxford. Das Zentrum konzentriert sich auf die Entdeckung und Entwicklung neuer pharmazeutischer und agrochemischer Technologien auf der Grundlage von Pflanzen, Tieren und Mikroben. Eine dieser Pflanzen ist natürlich Cannabis.

Nach der Legalisierung in Mississippi musste der Forschungsvorschlag von UMMC jedoch von mehreren Bundesbehörden abgesegnet werden. Infolge dessen verzögerte sich der Start der Studie. Larry Walker, emertierter Vorsitzender des Natural Products Center erklärte:

„Wir hoffen, dass dies die Tür zu weiteren gut kontrollierten klinischen Studien öffnen wird.“

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Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

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