Cannabisfarmen in Israel droht die Schließung

Autor: Alexandra Latour

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Mehreren Cannabisfarmen in Israel droht jetzt die Schließung durch das Gesundheitsministerium, wenn sie die im Rahmen der Reform geltenden Standardanforderungen an Medizinalhanf nicht erfüllen.

Cannabisfarmen in Israel droht die Schließung

Das israelische Gesundheitsministerium hat jetzt die Cannabisfarmen in Biriya von dem größten israelischen Cannabisproduzenten Tikun Olam geschlossen bzw. die weitere Produktion untersagt. So beschuldigt das Gesundheitsministerium das Cannabisunternehmen, unter ungeeigneten Bedingungen Medizinalcannabis produziert zu haben, heißt es in den Medien.

„In den Cannabisfarmen wurden schwerwiegende Mängel festgestellt, darunter Verunreinigungen und unsachgemäßes Wachsen (im Freien, nicht in Treibhäusern). Beschnittener Cannabis wurde auf dem Boden belassen, verbotene Pestizide wurden eingesetzt, und die Blütenstände wurden an einem kontaminierten Ort getrocknet. Außerdem fand die Produktion unter ungeeigneten Bedingungen statt“, so das Gesundheitsministerium.

Tikun Olam: Aussagen des Gesundheitsministeriums sind ungenau

Tikun Olam antwortete darauf, dass die Schließung vorübergehend sei und dass die Aussagen des Gesundheitsministeriums ungenau seien. Laut Aussage des Unternehmens habe man aufgrund der steigenden Nachfrage nach Medizinalcannabis zwei Trocknungsmethoden genutzt. Trocknen durch Luftströmungen mithilfe von Geräten (bisher verwendete Methode) und Aufhängen der Produkte an der Luft oder im Inkubator. Weiter führte Tikun Olam aus, dass die an der Luft getrockneten Produkte in einer Anlage in Nahal Sorek einem Sterilisationsprozess mit Betastrahlen unterzogen wurden. Das Unternehmen fügte hinzu, dass keinerlei Pestizide verwendet wurden.

Tikun Olam führte weiter aus, dass die Cannabisfarmen in Biriya, die nicht nach den GAP-Standards entsprechen, in eine neue Anlage in Beit Yehoshua zu verlagern. Aktuell befinden sich Tikun Olam und das Gesundheitsministerium in Gesprächen. So benötigt der Cannabisproduzent noch eine Genehmigung für die Anlage in Beit Yehoshua. Bis eine solche Genehmigung vorliegt, kann Tikun Olam weder aus Israel exportieren noch seine Produkte unter der Cannabisreform in Israel vermarkten, die im letzten April in Kraft getreten ist und die ab Mitte 2019 den Standard verbindlich machen wird.

Tikun Olam erhält griechische Exportlizenz

Tikun Olam sorgt derzeit für viele Schlagzeilen. Im März diesen Jahres hatte das griechische Parlament einem Gesetzesentwurf zugestimmt. Dieser soll den Anbau und Vertrieb von Medizinalhanf legalisieren und kontrollieren. Zudem hat die Regierung ICC International Cannabis eine Lizenz für den Anbau von Mediznalhanf erteilt (Leafly berichtete). Jetzt heißt es in einem Medienbericht, dass Tikun Olam eine Exportlizenz erhalten hat.

Die Lizenz für Tikun Olam umfasst den Anbau von Medizinalhanf auf bis zu 400.000 Quadratmetern in Griechenland. Von dort aus erfolgt dann der Export des Cannabis für medizinische Zwecke. In Zentralgriechenland hat das Unternehmen bereits Land erworben und mit dem Bau von Gewächshäusern begonnen.

Weitere Cannabisfarmen in Israel stehen kurz vor der Schließung

Neben den Cannabisfarmen von Tikun Olam sind weitere Anlagen von einer Schließung bedroht. Hier handelt es sich den Medien zufolge um die Anlagen von Parmocan in Zippori im Norden des Landes, Better in der Region Kiryat Gat und die von Teva Adir in Südisrael.

Vielen Cannabisfarmen wurde mitgeteilt, dass ihre vorläufige Lizenz Ende März 2019 ausläuft. Bei Anlagen, die die Standards dann nicht erfüllen, erfolgt voraussichtlich die Schließung.

Nach dem 31.3.19 können die Produzenten im Rahmen der israelischen Export-Reform weiterarbeiten, nachdem sie den IMC-GAP-Standard für die Produktionsstätten erhalten haben. Der Cannabisproduzent Parmocan erwartet, dass dieser Standard in den kommenden Monaten noch vor Ablauf der Frist umgesetzt werden kann. Beim Unternehmen Better komme es wohl zu Verzögerungen geben, sodass es voraussichtlich gezwungen sein wird, die Produktion vorübergehend einzustellen oder alternativ vor dem Obersten Gerichtshof Rechtsmittel einzulegen.

Einige befürchten, dass das Gesundheitsministerium in etwa fünf Monaten mit der Schließung der Betriebe droht. Obwohl Warnungen über die Nichtverlängerung der Lizenzen mehr als einmal an die Cannabisproduzenten ausgesprochen wurden, erhielten sie nun eine formelle und endgültige Benachrichtigung vom Gesundheitsministerium, dass die aktuellen Lizenzen für diejenigen, die den IMC-GMP-Standard nicht besitzen, nicht mehr verlängert werden.

Darüber hinaus können medizinische Cannabisfarmen, die den IMC-GMP-Standard nicht erfüllen, nicht weiter betrieben werden. Derzeit gibt es nur zwei Anlagen, die diesen Standard erfüllen, und zwar Panaxia und BOL.

 

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