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Anandamid

Anandamid (aus dem Sanskrit, ananda = Glückseligkeit/Freude/reines Glück) und kurz für Arachidonylethanolamid ist das Ethanolamin-Derivat der Arachidonsäure. Es wird vom Körper selbst gebildet und gilt, als endogene Substanz, auch als das Gegenstück zu Tetrahydrocannabinol (THC). Anandamid ist ein großes Molekül mit der Molekularformel (Summenformel): C22H37NO2. Es setzt sich damit zusammen aus Sauerstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff- und Kohlenstoffatomen.

Anandamid im zentralen Nervensystem

Anandamid zählt zur Klasse der bioaktiven Lipide, vierfach ungesättigter Fettsäuren, die sich vor allem im zentralen Nervensystem des Menschen finden. Es wird in den Geweben und in den Zellmembranen des Körpers gebildet. Es bindet an die Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems. An diesen Rezeptoren dockt auch das THC der Cannabispflanze an. Bei höherer Dosierung scheint Anandamid auch imstande, Cannabinoide, wie unter anderem THC, zu verdrängen.

Strukturchemisch unterscheidet sich Anandamid deutlich von THC. Auch wird Anandamid pharmakokinetisch signifikant schneller abgebaut. Während THC mehrere Stunden wirksam bleibt, ist bei Anandamid bereits nach knapp 30 Minuten kein Effekt mehr messbar.

Die Fettlöslichkeit ist dennoch beiden Verbindungen gemein.

Wirkungen von Anandamid auf Körper und Psyche

Besonders bei der Regulierung des Appetits und der Stimulation bestimmter Regionen des Gehirns spielt Anandamid eine Rolle. So wirkt sich Anandamid auf Bewegungsabläufe sowie die Wahrnehmung und die Verarbeitung von Gedanken aus. Seinem Namen entsprechend beeinflusst Anandamid die Gefühle der Dankbarkeit, der Freude und des Glücks, sowie bei erhöhten Werten die Genusssteigerung beim Verzehr von Nahrungsmitteln.

Weiterhin vermittelt Anandamid, genau wie cannabinoide Arzneimittel, eine Reduktion der neuronalen Erregbarkeit, Hypothermie, Analgesie, Katalepsie sowie Änderungen der glatten und quergestreiften Muskelgruppen. Außerdem soll Ananadamid Bedeutung für das hormonelle Gleichgewicht (Änderungen in der Freisetzung von Prolactin, einem nicht-glandotropen Proteinhormon) und für das Fortpflanzungssystem zukommen. So erreichen die Plasmakonzentrationen von Anandamid während des Eisprungs der Frau (Ovulation) einen Höchstwert. Auch im Frühstadium einer Schwangerschaft trägt Anandamid zur gesunden Einnistung des Embryos in die Zellwand (Epithel) der Gebärmutter in entscheidender Weise bei.

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