Cannabisglossar

Willkommen im großen Cannabisglossar, der Wissensdatenbank rund um Cannabis als Medizin. Im Cannabisglossar informieren wir umfangreich über alles, was es zu der THC- und CBD-haltigen Pflanze zu wissen gibt, welche cannabinoindenhaltigen Arzneimitteln in Deutschland verfügbar sind und klären darüber auf, bei welchen Symptomen und Krankheiten Cannabis als Medizin einsetzbar ist. Vom übersichtlichen Cannabislexikon von A bis Z, über die Anatomie der Pflanze bis zur Gesetzeslage finden Sie hier nützliche und hilfreiche Informationen. Zudem informieren wir umfassend über das Betäubungsmittelgesetz, die kürzlich eingetretene Gesetzesänderung und wie sich diese auswirken. Unser Cannabisglossar wächst und gedeiht stetig. Es lohnt sich also regelmäßig vorbeizuschauen.

Cannabislexikon von A bis Z

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Angstzustände

BfArM

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BtM-Rezept

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Cannabinoide

Cannabinoide Arzneimittel

Cannabis

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Schlafstörungen

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Tourette-Syndrom

Vaporizer

Zwangsstörungen

SCHLIESSEN

Angstzustände:

Unter Angstzuständen (oft auch als Angststörungen oder Panikattacken bezeichnet) versteht man eine Reihe psychischer Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen. Angstzustände gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und resultieren häufig aus harmlosen Ursachen, wie Sorgen und Gedankenschleifen als Reaktion auf Probleme und Stress. Da lang anhaltende Angstzustände und Phobien, wie irrationale Ängste vor jeglichen Dingen, oft viele Lebensbereiche der Betroffenen beherrschen, sollten sie behandelt werden, um schweren psychischen Problemen vorzubeugen.

Ursachen und Symptome von Angstzuständen

Die Ursachen für Angstzustände sind nicht immer eindeutig, sodass sie sich von Fall zu Fall unterscheiden und in verschiedenen Ängsten resultieren. Kindheitserfahrungen Vererbung können die Anfälligkeit für Angstzustände erhöhen. Die Veranlagung zu Angstzuständen ist weiterhin vererbbar. Auch stressreiche Ereignisse oder einschneidende Erfahrungen und Katastrophen, wie der Tod eines Angehörigen, ein Unfall oder eine traumatische Erfahrung können Angstzustände auslösen.
Die Symptome sind meist psychisch und körperlich gemeinsam. Zu den psychischen Symptomen von Angstzuständen gehören:

  • Nervosität und die Unfähigkeit, sich zu beruhigen (Panik)
  • Gesteigerte Konzentrationsschwäche
  • Gedankenschleifen in Form von wiederkehrenden negativen und sorgenvollen Gedanken
  • Schlafstörungen und Albträume

Körperliche Symptome können umfassen:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen und -krämpfe und mitunter auch Erbrechen und Durchfall
  • Gesteigerter Drang, Wasser zu lassen
  • Schwitzen, Zittrigkeit, Erröten
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Schwindel und Ohnmacht
  • Das Gefühl von Unwirklichkeit und Befürchtungen, den Verstand zu verlieren

Angstzustände und cannabinoide Arzneimittel

Die sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren (CB1, CB2) und die biochemische Maschinerie, die zur Synthese und Erzeugung von Cannabinoiden notwendig ist, finden sich in ganz bestimmten Bereichen des Gehirns. Diese Bereiche sind bekannt dafür, emotionales Verhalten, Stimmung, Schlaf, Stress, Reizbarkeit und Angstzustände zu kontrollieren. Mehrere Versuche an Mäusen und anderen Tieren haben gezeigt, dass die Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn, die Herzfrequenz und den Blutdruck bei Stress senkt und das Panik- und Angstverhalten reduziert. Die Verabreichung von Cannabidiol (CBD), einem Cannabinoid aus dem Cannabis, scheint die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion, (fight or flight reaction) bei körperlichem und geistigem Stress abzuschwächen.

Andere Studien haben mit Hilfe der Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) und der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI), Veränderungen des regionalen Blutflusses und der neuronalen Korrelate der Hirnaktivität als Reaktion auf die CBD-Verabreichung untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen mit Dosen zwischen 400 und 600 Milligramm CBD, zeigen anhand der SPECT- und fMRI-Daten, Auswirkungen des Cannabinoids auf die Linderung von Angstzuständen und Stressreaktionen.

Genau wie das Cannabis scheint auch die Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) die Fähigkeit zu besitzen, Angst zu verringern, indem sie den Endocannabinoidspiegel erhöht. Sowohl Studien an Mäusen, als auch am Menschen, haben gezeigt, dass das FAAH-Gen, die Fähigkeit des Subjekts beeinflusst, schlechte Erfahrungen zu verarbeiten. Dieser Befund unterstützt den therapeutischen Wert von cannabinoiden Arzneimitteln für Fälle von leichter Angst bis hin zu schweren Angstzuständen.

Quellen aller Studien:

Sonstige Quellen:

  • Praxishandbuch Medizin & Gesundheit. Dorling Kindersley Verlag GmBH, Starnberg 2002, S. 551-552.

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