Cannabinoide

Cannabinoide (vom Latein. cannabis = Hanf), Dibenzopyrane, E cannabinoids, wie THC und CBD, sind die isolierten Inhaltsstoffe aus dem Cannabis sativa. Auch deren synthetische Derivate mit dem gemeinsamen Grundgerüst werden als Cannabinoide bezeichnet. Das Cannabinoid THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) bindet im Körper an den Cannabinoidrezeptor CB1, der an einigen Schmerz verarbeitenden Stellen im Gehirn auffindbar ist. Das CBD (Cannabidiol) wirkt als Antiepileptikum und Hypnotikum. Den Cannabinoiden kommt demnach für die Medizin eine entscheidende Rolle bei der Linderung zahlreicher Symptome zu.

Erst mit der Erforschung der Cannabinoide wurde auch das Endocannabinoid-System als Teil des Nervensystems entdeckt. Als Endocannabinoide werden körpereigene Substanzen bezeichnet, die ähnliche pharmakologische Eigenschaften, wie Cannabinoide haben.

Cannabinoide des Cannabis sativa

Cannabinoide kommen zwar auch in anderen Pflanzen, hauptsächlich jedoch in der Hanfpflanze Cannabis sativa vor. Sie enthält 85 Phytocannabinoide aus der Gruppe der Terpenphenole. Diese finden sich in keiner anderen, bislang untersuchten Pflanze.
Aufgrund der breiten Anwendungsmöglichkeiten in der Schmerztherapie finden cannabinoide Arzneimittel bei Medizinern immer mehr Zuspruch. So wurde am 10. März 2017 auch der Artikel 1 des BtMGs um das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften ergänzt. Das Gesetz beinhaltet die Möglichkeit zur Verschreibung cannabinoider Arzneimittel.

Wirkungen verschiedener Cannabinoide

Das THC ist das am meisten untersuchte Cannabinoid. Es wirkt stark psychoaktiv und euphorisierend. Die meisten cannabinoiden Arzneimittel enthalten hohe Dosen THC. Die in Deutschland durch berechtigte Ärzte verschreibungsfähigen cannabinoiden Arzneimittel sind: Dronabinol®, Sativex® und Canemes®.
Das THCV (Tetrahydrocannabivarin) wirkt ebenfalls stark psychoaktiv. Es wirkt sogar stärker psychoaktiv als das THC, die Dauer der Effekte allerdings beträgt nur etwa die Hälfte. Es soll energetische Effekte haben sowie entgegen Stress, Nervosität und Panik wirken, ohne dabei allerdings die Emotionen zu unterdrücken.
Das CBD (Cannabidiol) wirkt nicht psychoaktiv und nicht euphorisierend. Es wirkt außerdem der psychoaktiven Wirkung des THCs entgegen. Für Patienten, die unter Nervosität und Schlaflosigkeit leiden, soll es aufgrund seiner beruhigenden Wirkung hilfreich sein. Weiterhin versprechen sich Mediziner Hilfe durch CBD bei Krankheitsbildern, wie Epilepsie, Multipler Sklerose, stressbedingten Erkrankungen und diversen anderen Schmerzen.

Quellen:

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