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Cannabis

Als Cannabis (mit Betonung auf der ersten Silbe; vom griechischen kánnabis, ‚Hanf‘) bezeichnet man eine Pflanzengattung der Blütenpflanzen. Sie gehört zur Familie der Hanfgewächse. Die Anzahl der Arten innerhalb der Gattung ist noch umstritten. Drei Arten von Cannabis können identifiziert werden: das Cannabis Sativa, das Cannabis Indica und das Cannabis ruderalis. Letzteres könnte wiederum in Cannabis Sativa vorhanden sein. Eventuell können auch alle drei Arten als Unterarten von Cannabis Sativa angesehen werden.

Der Nutzen von Cannabis

Cannabis wächst besonders gut in tropischen und feuchten Teilen der Welt. Die Verwendung als Substanz zur Anwendung am Menschen zur Heilung psychischer Leiden wurde durch archäologische Funde in prähistorischen Gesellschaften Eurasiens und Afrikas dokumentiert. Besonders in China taucht das Cannabis als Heilmittel gegen diverse Leiden, wie Malaria und Rheuma schon zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. auf.
Die Wirkung und Heilkraft des Cannabis ist darauf zurückzuführen, dass Phytocannabinoide als Teil des Cannabis sogenannte Endocannabinoide imitieren, die der Körper auf natürlichem Weg produziert. Sie sind für eine Vielzahl positiver Auswirkungen auf die Gesundheit verantwortlich.

Medizinischer Gebrauch von Cannabis

Cannabispflanzen produzieren eine Gruppe von Chemikalien, die als Cannabinoide bezeichnet werden. Cannabis Sativa enthält 85 Phytocannabinoide aus der Gruppe der Terpenphenole, die sich bislang in keiner anderen untersuchten Pflanze finden. Die Cannabinoide THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) erzeugen bei der Anwendung am Menschen positive physische und psychische Effekte. THC bindet beispielsweise an den Cannabinoidrezeptor CB1, der an einigen Schmerz verarbeitenden Bereichen des Gehirns auffindbar ist. CBD wirkt wiederum als Antiepileptikum und Hypnotikum. Den Cannabinoiden kommt demnach für die Medizin eine entscheidende Rolle bei der Linderung zahlreicher Symptome zu.

Mit einer gesetzlichen Erweiterung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) am 10. März 2017 dürfen Ärztinnen und Ärzte nicht nur cannabinoide Arzneimittel, wie Sativex®, Canemes® und Marinol® verordnen. Auch Medizinalhanf und Cannabisextrakte in pharmazeutischer Qualität dürfen verordnet werden. Diese Arzneimittel werden an Patienten auf eigens dafür vorgesehenen, offiziellen Formularen, den Betäubungsmittelrezepten, verschrieben.

Quellen:

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