Cannabisglossar

Willkommen im großen Cannabisglossar, der Wissensdatenbank rund um Cannabis als Medizin. Im Cannabisglossar informieren wir umfangreich über alles, was es zu der THC- und CBD-haltigen Pflanze zu wissen gibt, welche cannabinoindenhaltigen Arzneimitteln in Deutschland verfügbar sind und klären darüber auf, bei welchen Symptomen und Krankheiten Cannabis als Medizin einsetzbar ist. Vom übersichtlichen Cannabislexikon von A bis Z, über die Anatomie der Pflanze bis zur Gesetzeslage finden Sie hier nützliche und hilfreiche Informationen. Zudem informieren wir umfassend über das Betäubungsmittelgesetz, die kürzlich eingetretene Gesetzesänderung und wie sich diese auswirken. Unser Cannabisglossar wächst und gedeiht stetig. Es lohnt sich also regelmäßig vorbeizuschauen.

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Cannabisextrakt:

Als Cannabisextrakt bezeichnet man das Ergebnis der Extraktion von Cannabinoiden und Terpenen aus dem Material der Cannabispflanze, wie den Cannabisblüten. Die Cannabisextraktion ist mit den Verfahren vergleichbar, die man anwendet, um Kaffee zu entkoffeinieren, Vitamine und Mineralien zu produzieren und ätherische Öle zu erzeugen. Da Cannabinoide und Terpene die Wirkung, den Geschmack und das Aroma des Endproduktes, des Cannabisextraktes, bestimmen, sind Produzenten auf die Extraktion dieser beiden Verbindungen aus.
Die Extraktion von Nebenprodukten diverser Pflanzenarten ist ein Prozess, der seit Jahrhunderten angewandt wird.

Zur Cannabisextraktion

Zwei der primären Extraktionsmethoden für medizinisches Cannabis sind die so genannte überkritische CO2-Extraktion und die Ethanol-Extraktion. Die Methode, die am häufigsten verwendet wird, beinhaltet Kohlendioxid. Grundsätzlich ist der Prozess abhängig von der Umwandlung von CO2 in eine überkritische Flüssigkeit. Dies geschieht durch Einwirkung von Temperatur und Druck, bis die überkritische, flüssige Form erreicht ist. An diesem Punkt kann Kohlendioxid als Lösungsmittel wirken. Dieses Lösungsmittel wird dann beispielsweise durch ein Extraktionsgefäß gepresst, das mit körnig gemahlenem, medizinischem Cannabismaterial gefüllt ist.

Als anderes Lösungsmittel wird häufig auch Ethanol verwendet. In der Regel geht die Extraktion damit schneller vonstatten, führt allerdings auch zu einem anderen Produkt. Ethanol ist polarer als CO2, womit mehr Chlorophyll, Farben und Tannine aus dem Cannabis gezogen werden. Die Schwierigkeit der Extraktion mit einem Ethanol-Extrakt liegt darin, das gesamte Lösungsmittel zu entfernen, das nach der Extraktion bleibt. Wie bei den meisten Extraktionsmethoden ist ein zusätzlicher Schritt erforderlich, um den Extrakt vor dem Einbau in Cannabisprodukte zu verfeinern.

Der Verfeinerungsprozess variiert auf Grundlage der anfangs verwendeten Extraktionsmethode. Für überkritische CO2-Extraktionen heißt der zweite Schritt Winterisierung. Hier wird Ethanol genutzt, um die reinen Cannabinoide und Terpene von anderen Nebenprodukten, die während der Extraktion abgestreift werden, zu trennen. Für Ethanol, das polarer als Kohlendioxid ist und somit nicht die in einem CO2-Extrakt vorhandenen Pflanzenwachse und -fette enthält, verwendet man ein Aktivkohlefiltrationsverfahren zur Entfernung von Unbeständigkeit.

Cannabisextrakte als Medizin

Mit einer gesetzlichen Erweiterung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) am 10. März 2017, dürfen Ärztinnen und Ärzte auch Medizinalhanf, sowie Cannabisextrakte in pharmazeutischer Qualität verschreiben. Sie werden, genau wie die cannabinoiden Arzneimittel Sativex, Marinol und Canemes auf eigens dafür vorgesehenen, offiziellen Formularen, den Betäubungsmittelrezepten (BTM Rezepten), verschrieben.
Durch die Wirkungen der Cannabinoide Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), die beide in medizinischen Cannabisextrakten vorkommen, können diverse Erkrankungen behandelt werden. Neben psychischen Erkrankungen, wie Depressionen und Angststörungen, zählen dazu auch Multiple Sklerose, Epilepsie, Rheuma, Migräne, ADHS, bestimmte Krebsformen, sowie die Auswirkungen der Chemotherapie.

Quellen:

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