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CBD

Cannabidiol, kurz CBD, ist ein Cannabinoid aus den weiblichen Cannabisblüten des Cannabis sativa. Neben THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) ist es das bekannteste und wichtigste Cannabinoid für den medizinischen Gebrauch. Zusammen mit dem THC spielt das CBD eine Rolle bei der Behandlung diverser Krankheitsbilder.

CBD und das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System als Teil des Nervensystems ist eine Gruppe spezialisierter Fettsäuren, deren Rezeptoren und metabolischen Enzyme, die sie produzieren und brechen. Diese endocannabinoiden, chemischen Signale wirken auf ähnliche Gehirn- und Immunzellenrezeptoren unter Verwendung der in CBD und THC gefundenen Wirkstoffe. Die Cannabinoid-Rezeptoren (Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2) sind die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems, welche die Cannabinoide aktivieren.

THC bindet gut an die CB1-Cannabinoid-Rezeptoren. Wenn diese Verbindung auftritt, aktiviert THC die CB1-Rezeptoren oder stimuliert sie. Man nennt THC daher auch einen CB1-Rezeptor-Agonisten. Das THC arbeitet, um die CB1-Rezeptoren zu aktivieren.
THC imitiert teilweise einen natürlich hergestellten Neurotransmitter, das Anandamid. Anandamid ist ein Endocannabinoid, das ebenfalls CB1-Rezeptoren aktiviert. Tierstudien haben gezeigt, dass Anandamid den Appetit steigern und die empfundene Freude beim Verzehr von Lebensmitteln erhöhen kann. Außerdem spielt es eine Rolle bei der Erinnerungsfähigkeit, der Motivation und der Schmerzempfindung. THC ist eine Art Schlüssel, der Anandamid derart ähnelt, dass es CB1-Rezeptoren aktiviert und damit ähnliche Empfindungen wie das Endocannabinoid hervorruft.

CBD hat dagegen eine niedrige Bindungsaffinität für CB1-Rezeptoren. Es ist als ein Antagonist von CB1-Agonisten kategorisiert. Das bedeutet, dass es nicht direkt wirkt, um CB1-Rezeptoren zu aktivieren oder zu unterdrücken; vielmehr unterdrückt es die CB1-aktivierenden Eigenschaften eines Cannabinoids wie THC. Bei gleichzeitiger Einnahme beider Cannabinoide stimuliert das THC die CB1-Rezeptoren direkt, während das CBD eine Art modulierenden Einfluss auf das THC hat. CBD reduziert oder „antagonisiert“ die Fähigkeit von THC, CB1-Rezeptoren zu stimulieren. Das kann einige der Effekte von THC verringern, insbesondere negative Wirkungen auf die Psyche, wie Angst und kurzfristige Gedächtnisstörungen.

Der medizinische Nutzen von CBD

CBD wirkt der Psychoaktivität von THC entgegen. Es wird daher zu einer ansprechenden Option für Patienten, die sich Erleichterung von Entzündungen, Schmerzen, Angst, Psychose, Krampfanfällen, Krämpfen und anderen Beschwerden erhoffen und dabei auf die Wirkungen des THC verzichten wollen. Das Potenzial von CBD bei der Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten ist bereits erforscht. Dazu gehören:

  • Arthritis
  • Diabetes
  • Alkoholismus
  • Multiple Sklerose
  • chronische Schmerzen
  • Schizophrenie
  • PTSD
  • Depressionen
  • antibiotikaresistente Infektionen
  • Epilepsie uvm.

Seit der Gesetzeserweiterung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMGs) am 10. März 2017, dürfen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland neben den Medikamenten Sativex, Canemes und Marinol auch Cannabisblüten und Cannabisextrakte mit CBD verschreiben.

Quellen:

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