Chronische Wirbelsäulensyndrome

Die Wirbelsäule (auch Rückgrat genannt) ist das tragende Konstruktionselement des Menschen. Sie dient zur Stabilisierung von Kopf und Körper und umhüllt zum Schutz das Rückenmark im Wirbelkanal. Sie setzt sich aus 24 freien Wirbeln, die über 23 Bandscheiben verbunden sind, sowie 8 bis 10 Wirbeln, die zum Kreuz- und Steißbein verwachsen sind, zusammen. Die Gelenke und Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbelkörpern verleihen der Wirbelsäule Flexibilität. Die Muskeln und Bänder sorgen für die Stabilität der Wirbelsäule und den kontrollierten Ablauf der Bewegungen.

Erkrankungen der Wirbelsäule

Zu den häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule gehören der Bandscheibenvorfall, Instabilitäten der Wirbelsäule, bis hin zum Wirbelgleiten und Erkrankungen, die dem rheumatischen Formenkreis zugehörig sind. Weiterhin treten häufig Deformationen auf, wie z.B. die Skoliose (eine Seitabweichung der Wirbelsäule von der Längsachse mit Verdrehung der Wirbel um die Längsachse und Torsion der Wirbelkörper, begleitet von strukturellen Verformungen der Wirbelkörper).
Nicht allzu häufig treten Rückenmarksverletzungen auf. Sie fallen jedoch meist besonders schwer aus und haben verheerende Auswirkungen auf den Alltag und das Wohlbefinden des Betroffenen. Rückenmarksverletzungen werden durch Traumata in der Wirbelsäule verursacht, wenn verschränkte Knochenfragmente, Bänder oder Scheibenmaterial das Wirbelsäulengewebe beim Aufprall schädigen. Im Gegensatz zu “normalen” Rückenverletzungen beeinflussen Rückenmarksverletzungen die motorischen Funktionen des Betroffenen, da sogenannte Axone (Erweiterungen von Nervenzellen, die Botschaften an das Gehirn tragen) durch die gebrochenen oder komprimierten Wirbel zerstört werden.

Cannabinoide Arzneimittel und die Wirbelsäule

Studien haben das Potenzial cannabinoider Arzneimittel bei Erkrankungen der Wirbelsäule bestätigt. So scheint medizinisches Cannabis einige Symptome von Rückenmarksverletzungen einschließlich Schmerzen, Spastizität, Schlaflosigkeit und Depression lindern zu können. Auch eine Verbesserung der Blasen- und Darmkontrolle wurde festgestellt. Für die Vielfalt der Symptomentlastung sind die Cannabinoide, die medizinisch interessanten Verbindungen des Cannabis, verantwortlich.
THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol), das bekannteste und am besten erforschte, psychoaktive Cannabinoid des Cannabis, hat großen medizinischen Wert bei der Behandlung von Rückenmarksverletzungen. Verschiedene Studien zeigen, dass THC diverse Symptome, wie Schmerzen, Spastizität, Blasenkontrolle und Schlaflosigkeit lindert.
Weitere Studien haben nicht nur die bemerkenswerten schmerzlindernden Eigenschaften von CBD (Cannabidiol), sondern auch das Potenzial des Cannabinoids nachgewiesen, die Auswirkungen der Spastizität und die motorischen Funktionen bei Betroffenen von Rückenmarksverletzungen zu verbessern.

Quellen:

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