Depression

Die Depression ist eine psychische Erkrankung in deren Vordergrund eine gedrückte Stimmung, ein verminderter Antrieb, ein Interessenverlust sowie Freudlosigkeit stehen. Dabei handelt es sich nicht um vorübergehende Stimmungstiefs, die als Reaktion auf ein konkretes Problem entstehen, sondern um eine anhaltende Herabgestimmtheit, aus der sich Betroffene meist nicht mehr selbst befreien können.

Laut der Deutschen Depressionshilfe und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 322 Millionen Menschen an Depressionen (Stand: 2015). Damit gehören Depressionen zu den am häufigsten vorkommenden psychischen Erkrankungen.

Ursachen und Symptome von Depressionen

Die Ursachen für eine Depression können in der Regel nicht auf einen einzigen Auslöser zurückgeführt werden. Vielmehr entwickeln sich Depressionen aus unterschiedlichen Einflüssen. In einigen Fällen treten sie auch unabhängig von äußeren Umständen auf. Laut der Deutschen Depressionshilfe besitzen einige Betroffene auch bereits die Veranlagung bzw. ein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Genauso vielfältig wie die Ursachen, können auch die Depression Symptome sein. In der Regel zeigen sich erste Anzeichen einer Depression in Form von einer ständigen Müdigkeit sowie einer Antriebs- und Kraftlosigkeit. Weitere charakteristische Anzeichen sind Mutlosigkeit, Freudlosigkeit und das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können. Den Betroffenen erscheint alles bedeutungslos und selbst die einfachsten alltäglichen Tätigkeiten werden als anstrengend empfunden.

Bestehen zwei oder mehrere der vorgenannten Symptome über zwei Wochen lang, so wird von einer Depression gesprochen.

Darüber hinaus können Depressionen mit vielen weiteren Beschwerden, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Kreislaufproblemen und Konzentrationsstörungen, einhergehen.

Da die Anzeichen einer Depression von Mensch zu Mensch variieren, ist es nicht leicht, eine depressive Erkrankung zu diagnostizieren. Es wird davon ausgegangen, dass mehr als 60 Prozent der Betroffenen nicht behandelt werden.

Die Diagnose beinhaltet ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Patienten, in dem die biografische als auch die gesundheitliche Vorgeschichte vom Arzt abgefragt wird. Auch die gegenwärtige Lebenssituation und die depressive Stimmungslage wird erfragt. Steht die Diagnose Depression fest, so wird in der Regel eine Psychotherapie empfohlen. Neben der Psychotherapie kann auch eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Bei einer schweren Erkrankung können im Rahmen der Behandlung auch Antidepressiva eingesetzt werden. Eine Therapiealternative bzw. Ergänzung kann in Form von einer Ergotherapie oder Bewegungstherapie zum Einsatz kommen.

Depressionen und cannabinoide Arzneimittel

Cannabis als Medizin wird seit vielen Jahrhunderten zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Heute belegen einige Studien die antidepressive Wirkung der Cannabinoide aus der Hanfpflanze. Insbesondere das Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) hat sich hier als hilfreich erwiesen. In einigen klinischen Studien, bei der die Wirkung von Cannabis auf unterschiedliche Erkrankungen untersucht wurde, wird immer wieder auf den stimmungsaufhellenden Nebeneffekt des THC hingewiesen.

Cannabis bei Depressionen

Neben dem Cannabinoid THC rückt auch immer mehr das Cannabinoid Cannabidiol (CBD) aus der Hanfpflanze in den Fokus der Wissenschaft. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, dass CBD ein schnell wirkendes Mittel gegen Depressionen sein könnte. Hingegen brauchen übliche Antidepressiva meist bis zu vier Wochen, bevor sie eine Wirkung entfalten. Zwar können cannabinoide Medikamente und auch Antidepressiva keine Psychotherapie ersetzen, jedoch könnten die Cannabinoide THC und CBD eine natürliche Alternative ohne die bei Antidepressiva bekannten schweren Nebenwirkungen sein.

Quellen:

Deutsches Ärzteblatt, 2017, „WHO: Millionen leiden an Depressionen

Instituto de Biomedicina y Biotecnología de Cantabria, IBBTEC (Universidad de Cantabria, CSIC, SODERCAN), Departamento de Fisiología y Farmacología, Universidad de Cantabria, 39011 Santander, Spain, Linge R1 et al., 2016, “Cannabidiol induces rapid-acting antidepressant-like effects and enhances cortical 5-HT/glutamate neurotransmission: role of 5-HT1A receptors

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