Migräne

Unter Migräne versteht man eine Sonderform von Kopfschmerzen. Es handelt sich dabei konkret um starke Kopfschmerzen, die oftmals mit Sehstörungen und Übelkeit und/oder Erbrechen einhergehen. Bei Frauen tritt Migräne häufiger auf; für gewöhnlich kommt es vor dem 30. Lebensjahr zum ersten Anfall. Menschen über 40 Jahren bekommen seltener Migräne.
Die Kopfschmerzen der Migräne kehren meist nach unterschiedlich langen Zeiträumen wieder und halten von Minuten über Stunden, bis hin zu mehreren Tagen an. Manche Betroffene leiden unter mehreren Anfällen im Monat, manche nur unter einem Anfall pro Jahr. Meistens werden die Migräneattacken mit zunehmendem Alter der Betroffenen seltener und weniger schwer. Man unterscheidet zwischen Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura. Unter Aura versteht man diverse, vor allem visuelle Symptome, die sich meist vor dem Auftreten der Migräneschmerzen bemerkbar machen. Im Durchschnitt geht einem von fünf Anfällen eine Aura voraus.

Symptome der Migräne

Den starken, klopfenden Migränekopfschmerzen, der Übelkeit und dem Erbrechen geht mitunter eine Gruppe an Symptomen voraus, die als Prodromalstadium bekannt ist. Folgende Symptome zeigen sich häufig etwa eine Stunde vor der eigentlichen Migräneattacke:

  • Angst und Stimmungsschwankungen
  • Änderungen bei der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung
  • Kribbeln, Taubheit oder Schwächegefühle im Gesicht oder auf einer Körperseite
  • Sehstörungen, wie verschwommene Sicht und/oder das Sehen von hellen Lichtblitzen
  • Energiemangel oder Energieüberschuss

Migräne und Cannabis zur medizinischen Verwendung

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Migräne das Ergebnis einer Vielzahl von Auslösern ist, die mit einem dysfunktionalen Hirnstammzentrum interagieren. Jenes ist an der Schmerzregulation beteiligt. Genannte Auslöser aktivieren das sogenannte trigeminovaskuläre System (Neuronen im trigeminalen Nerv, die zerebrale Blutgefäße mit Nerven versorgen) und damit die Erweiterung von zerebralen Blutgefäßen, die wiederum die mit Schmerzen und Entzündungen verbundenen Gehirnkreise aktivieren. Anandamid und 2-Arachidonylglycerin (2-AG), endogene Cannabinoide, die im Nervensystem natürlich vorkommen, bilden, zusammen mit Cannabinoid-Rezeptoren, das Endocannabinoidsystem des Menschen. Wenn Anandamid und 2-AG mit Cannabinoidrezeptoren wechselwirken, hemmen sie die Erweiterung der Blutgefäße und modulieren die Schmerzmechanismen, die durch diverse Auslöser beim Individuum aktiviert werden (z. B. Änderungen des atmosphärischen Drucks, Schokolade oder Koffein).
Da Anandamid dem Hauptwirkstoff des Cannabis, dem Cannabinoid THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) stark ähnelt, bzw. sogar sein körpereigenes Gegenstück bildet, verspricht man sich Linderung der Migräne durch cannabinoide Arzneimittel. Auch das Cannabinoid CBD (Cannabidiol) ist für seine schmerzlindernden und beruhigenden Eigenschaften bekannt und könnte bei der Behandlung der Migräne helfen. Studien haben gezeigt, dass Betroffene nach der Behandlung mit cannabinoiden Arzneimitteln von Besserungen der Symptome berichten.

Quellen:

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