Cannabisglossar

Willkommen im großen Cannabisglossar, der Wissensdatenbank rund um Cannabis als Medizin. Im Cannabisglossar informieren wir umfangreich über alles, was es zu der THC- und CBD-haltigen Pflanze zu wissen gibt, welche cannabinoindenhaltigen Arzneimitteln in Deutschland verfügbar sind und klären darüber auf, bei welchen Symptomen und Krankheiten Cannabis als Medizin einsetzbar ist. Vom übersichtlichen Cannabislexikon von A bis Z, über die Anatomie der Pflanze bis zur Gesetzeslage finden Sie hier nützliche und hilfreiche Informationen. Zudem informieren wir umfassend über das Betäubungsmittelgesetz, die kürzlich eingetretene Gesetzesänderung und wie sich diese auswirken. Unser Cannabisglossar wächst und gedeiht stetig. Es lohnt sich also regelmäßig vorbeizuschauen.

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Rückenmarksinfarkt:

Ein Rückenmarksinfarkt (Ischämische Myelopathie) beruht auf einem nicht ausreichenden Blutzufluss durch Verschlüsse oder Einengungen. Infolge dessen kommt es zu einer Unterversorgung mit Glukose und Sauerstoff. Durch die teilweise niedrige Kollateralversorgung der vorderen Rückenmarksarterie (A. Spinalis anterior) sind bestimmte Segmente im Rückenmark sehr anfällig für eine verminderte oder aufgehobene Durchblutung (Ischämie).

Wenn die Durchblutung des Rückenmarks durch ein Blutgerinnsel oder ein verstopftes Gefäß gestoppt wird, entsteht ein spinaler Schock. Bereits der kleinste Verdacht auf einen spinalen Schock bzw. Rückenmarksinfarkt muss sofort neurologisch behandelt werden, da ein Rückenmarksinfarkt zur Querschnittslähmung führt sowie im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Fälschlicherweise wird der Rückenmarksinfarkt (Ischämische Myelopathie) umgangssprachlich oftmals als „Wirbelsäuleninfarkt“ oder „Schlaganfall im Rücken“ bezeichnet. Medizinisch gesehen sind diese Bezeichnung jedoch nicht korrekt.

Ursachen und Symptome des Rückenmarksinfarktes

Ursächlich für einen Rückenmarksinfarkt können eine Polyarteriitis nodosa (Entzündung der Blutgefäße) und eine Aortendissektion (akute Aufspaltung der Aorta-Wandschichten) sein. Häufig sind auch Diabetiker und ältere Menschen betroffen, während der Rückenmarksinfarkt bei jüngeren Menschen eher selten auftritt. Auch Gefäßmissbildungen (z. B. arterio-venöse Duralfistel) können einen Rückenmarksinfarkt auslösen. Wesentlich häufiger entsteht der Rückenmarksinfarkt jedoch durch die Verlegungen der Arterien, die beispielsweise durch Tumore entstehen.

Kurz vor dem Rückenmarksinfarkt verspüren Betroffene einen plötzlichen Schmerz im Rücken sowie ein ringförmig ausstrahlendes Engegefühl. Innerhalb weniger Minuten danach kommt es zu sensiblen Ausfällen bzw. segmentalen Lähmungserscheinungen ähnlich wie bei einer Querschnittslähmung. Aufgrund der fehlenden oder unzureichenden Durchblutung wird die Schmerz- und Temperaturwahrnehmung gestört und das Rückenmark kann keine Signale mehr an das Gehirn weiterleiten. Der Lage- und Vibrationssinn also auch die Möglichkeit, eine Berührung wahrzunehmen, bleiben relativ gut erhalten.

Wenn es sich um einen kleinen Rückenmarksinfarkt handelt, bei dem nur Gewebe betroffen ist, das weit weg vom Rückenmark liegt, wird von einem zentralen Rückenmarkssyndrom gesprochen. Die neurologischen Defizite und Einschränkungen bilden sich dann meist in den folgenden Tag zurück.

Rückenmarksinfarkt und cannabinoide Arzneimittel

Bei der Behandlung eines Rückenmarksinfarktes steht die Wiederherstellung der Vitalfunktionen sowie die Schmerzreduktion mit entsprechenden Schmerzmitteln im Vordergrund. Diese erfolgt mit Hilfe spezialisierter Physio- und Ergotherapeuten sowie entsprechender Schmerzmittel. Cannabinoide Arzneimittel können in der Rückenmarksinfarkt-Therapie gegen Schmerzen eingesetzt werden. Gerade in Bezug auf Schmerzen ist die Cannabis-Wirkung sehr gut erforscht. So können die Cannabinoide wie Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) aus der Hanfpflanze Schmerzen, Spastiken und Ängste lindern, den Appetit anregen, Übelkeit und Erbrechen unterdrücken sowie die Lebensqualität verbessern. Zudem lassen sich Cannabis-Medikamente mit THC und CBD gut in ein multimodales Behandlungskonzept sowie in eine Schmerztherapie integrieren.

Quellen:

Deutsches Ärzteblatt, Nickolaus, Barbara, 2002, „Chronische Schmerzen: Cannabis verhindert Schmerz und Spastik

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