Schlafstörungen

Unter Schlafstörungen (in manchen Fällen Insomnie oder Hyposomnie genannt) versteht man Beeinträchtigungen des Schlafes aus unterschiedlichen Gründen. Schlafstörungen sind kein klar definiertes Krankheitsbild, weshalb sie bei jedem Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt sein können. Bei mehreren Nächten schlechten Schlafes in der Woche spricht man häufig von Insomnie, wohingegen kürzere Beeinträchtigungen des Schlafes als vorübergehende Schlafstörungen bezeichnet werden können. Erst nach Gesprächen mit einem Arzt und eventuell einem Psychologen kann geklärt werden, ob es für den Einzelfall medizinische Ursachen und eventuelle Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Ursachen und Symptome von Schlafstörungen

Die Ursachen und Symptome von Schlafstörungen können vielfältig sein. Einige Dinge, die den Schlaf beeinträchtigen können, sind:

  • Stress, Sorgen und Ängste
  • Alkohol, Nikotin und andere Drogen/Aufputschmittel
  • Schmerzen, häufiger Harndrang und Hitzewallungen
  • Lärm und andere Beeinträchtigungen von außen
  • Zähneknirschen
  • Schlafwandeln
  • Medikamente gegen z. B. Depressionen, wie SSRI oder gegen Parkinson, wie Dopaminantagonisten
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Nächtliche Stillstände des Atems (Schlafapnoe)

Schlafstörungen äußern sich auf unterschiedliche Weise. So kann von Schlafstörungen gesprochen werden, wenn der Betroffene:

  • sehr lange braucht, um zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.
  • einen unruhigen Schlaf hat und mehrmals nächtlich aufwacht.
  • nach dem nächtlichen Aufwachen wach liegen bleibt und Schwierigkeiten hat, wieder einzuschlafen.
  • am Morgen früher aufwacht, als geplant oder als nötig und nicht mehr einschlafen kann.

Die gesunde Schlafdauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Richtwerte sind allerdings: bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren etwa neun Stunden pro Tag, ab dem zwölften Lebensjahr und bei Erwachsenen sieben bis acht Stunden pro Tag und bei über 80-Jährigen nur noch knapp sechs Stunden pro Tag.

Schlafstörungen und cannabinoide Arzneimittel

Diverse Studien haben die positiven Wirkungen von cannabinoiden Arzneimitteln auf den Schlaf von unter Schlafstörungen Leidenden gezeigt. Das bekannteste Cannabinoid THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) beispielsweise wird im Laufe der Zeit abgebaut und wandelt sich in eine sedierende Chemikalie, die als Cannabinol oder CBN bekannt ist. Obwohl sich CBN recht langsam bildet, ist es deutlich sedierender als THC, womit es großes Potenzial als Beruhigungsmittel und Einschlafhilfe besitzt.

In einer Studie wurden außerdem die Auswirkungen des Cannabinoids CBD (Cannabidiol) auf Tiere in hellen und dunklen Umgebungen getestet. Es wurde festgestellt, dass die nicht-psychoaktive Cannabis-Verbindung CBD die Wachsamkeit in heller Umgebung erhöht und keine erkennbaren Effekte auf den Schlaf im Dunkeln hatte. Daraus ist zu schließen, dass CBD therapeutisches Potenzial für Betroffene von Somnolenz (meist übermäßige Schläfrigkeit) oder gesteigerter Tagesmüdigkeit haben könnte, da die Aktivität der Betroffenen durch das CBD am Tag steigt und die Nachtruhe trotzdem nicht beeinträchtigt wird.

Als Schlafapnoe wird ein Schlafzustand bezeichnet, der durch häufige Behinderungen des Atems gekennzeichnet ist. Die Schlafapnoe lässt die Betroffenen im Laufe der Nacht häufig aufwachen und führt zu unzähligen unangenehmen Nebeneffekten, wie Schläfrigkeit am Tag, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsstörungen, Unaufmerksamkeit, erhöhter Anfälligkeit für Unfälle und anderen gesundheitlichen Problemen. Präklinische Studien zeigen, dass medizinisches Cannabis diesen Zustand verbessern kann. So scheint die Verabreichung des exogenen Cannabinoids Dronabinol (ein synthetisch hergestelltes THC) nach einigen Behandlungstagen zu Verbesserungen des Schlafes bei Schlafapnoe-Betroffenen zu führen.

Quellen:

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