Terpene

Als Terpene bezeichnet man eine große Gruppe stark heterogener chemischer Verbindungen. Sie kommen als sekundäre Inhaltsstoffe in Organismen natürlich vor und leiten sich formal vom Isopren, dem ungesättigten Kohlenwasserstoff 2-Methylbuta-1,3-dien, ab. Die Terpene zeichnen sich durch eine geringe Anzahl funktioneller Gruppen und eine Vielfalt an Kohlenstoffgerüsten aus. Bekannt sind über 8000 Terpene, die als Naturstoffe meist pflanzlicher und selten auch tierischer Herkunft zu finden sind. Neben den Cannabinoiden THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), werden gerade auch die über 100 Terpene der Cannabispflanze aus wissenschaftlicher Sicht hochgeschätzt.

Die Terpene und das Cannabis

In den gleichen Drüsen, die auch die Cannabinoide wie THC und CBD produzieren, finden sich auch die Terpene als duftende Öle. Sie statten die diversen Sorten des Cannabis mit unterschiedlichen Aromen aus. Die Bildung von Terpenen in Cannabis erklärt sich durch den ursprünglichen Zweck der Vertreibung von Raubtieren und der Anlockung von Bestäubern. Diverse Faktoren beeinflussen die Entwicklung von Terpenen, darunter das Klima, das Wetter, das Alter und die Reifung, der Dünger, die Bodenart und die Tageszeit.
Über 100 verschiedene Terpene wurden in der Cannabispflanze identifiziert und jeder Stamm tendiert zu einem einzigartigen Terpen-Typ und einer einzigartigen Zusammensetzung.
Terpene interagieren synergetisch mit anderen Verbindungen in der Pflanze, wie mit den Cannabinoiden. So bindet THC an Cannabinoidrezeptoren, die an den Stellen des Gehirns konzentriert sind, die für psychoaktive Effekte verantwortlich sind. Einige Terpene binden ebenfalls an diese Rezeptorstellen und beeinflussen ihre chemische Produktion. Andere wiederum können modifizieren, wie viel THC durch die Blut-Hirn-Schranke gelassen wird. Sie beeinflussen auch Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin, indem sie ihre Produktions- und Zerstörungsrate, ihre Bewegung und die Verfügbarkeit von Rezeptoren verändern.

Die medizinische Wirkung von Terpenen

Die Effekte, welche die beschriebenen Mechanismen hervorrufen, variieren von Terpen zu Terpen. Einige zeigen Erfolg bei der Linderung von Stress, während andere den Fokus und die Schärfe der visuellen Wahrnehmung fördern. Myrcene induziert beispielsweise Schlaf, während Limonen die Stimmung hebt. Terpene können zusätzlich medizinischen Wert bieten, da sie die Wechselwirkung des menschlichen Körpers mit therapeutischen Cannabinoiden vermitteln. Pinene wirken zum Beispiel nicht nur entzündungshemmend, aufmerksamkeitsfördernd und als Bronchodilatator (eine Hilfe, den Luftstrom in der Lunge zu verbessern), sondern auch bei eventuellem, kurzfristigem Gedächtnisverlust, der durch THC hervorgerufen sein kann.

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