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THC

Das THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) gehört zu den psychoaktiven Cannabinoiden des Cannabis. Es liegt dort weitgehend in der Derivatform zweier THC-Säuren vor. In Deutschland gilt THC als Betäubungsmittel und unterliegt daher dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).

THC – ein Cannabinoid

Cannabinoide kommen zwar auch in anderen Pflanzen vor, hauptsächlich jedoch in der Hanfpflanze Cannabis sativa. Diese enthält über 85 Phytocannabinoide aus der Gruppe der Terpenphenole. Sie finden sich in keiner anderen bislang untersuchten Pflanze. THC ist das am meisten untersuchte Cannabinoid.

Die Isolation von THC erfolgte durch den israelischen Chemiker “Raphael Mechoulam” im Jahr 1964. Er isolierte und synthetisierte THC aus libanesischem Cannabis und markierte den Beginn der Cannabisforschung, die zur Entdeckung vieler anderer Cannabinoide führte. Auch die Cannabinoidrezeptoren des Körpers und die sogenannten Endocannabinoide, THC-ähnliche Verbindungen, die unser Körper natürlich hervorbringt, sowie das damit zusammenhängende Endocannabinoid-System, konnten dadurch entdeckt und erforscht werden.

Cannabinoide, wie THC, sind als sekundäre Metaboliten bekannt, also als Chemikalien, die für die Entwicklung der sie produzierenden Pflanze keine primäre Rolle spielen. Es wird allerdings vermutet, dass sekundäre Metaboliten als Immunsystem für die Pflanze fungieren, um die Abwehr von Raubtieren, Parasiten und Schädlingen zu fördern.

THC in Form von Arzneimittel

Das Endocannabinoidsystem als Teil des zentralen Nervensystems ist als Gruppe spezialisierter Signalchemikalien zu verstehen, die auf einige der gleichen Gehirn- und Immunzellenrezeptoren (CB1 und CB2) wirken, wie beispielsweise das THC. Weil Menschen (und viele andere Tiere) Rezeptorsysteme haben, die THC binden, verspricht THC als Cannabinoid Vorteile für die Gesundheit und den Genuss. THC wird in der Krebstherapie eingesetzt und soll gegen Erbrechen und Übelkeit während der Chemotherapie helfen. Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung soll es gegen Schlafstörungen und Epilepsie helfen. Auch bei Behandlung von Multipler Sklerose, sowie entzündlichen Schmerzsyndromen, wie Arthritis und diversen Darmerkrankungen, sowie Autoimmunerkrankungen, wie Torbus Crohn, sind Wirkungen nachgewiesen. Hinzu kommen die mitunter positiven Auswirkungen des THC auf psychische Erkrankungen, wie Angststörungen, Stressymptomatiken, ADHS, bipolare Störungen, schizophrene Psychosen und Depressionen.

Durch eine Gesetzesänderung des BtMG am 10. März 2017 hat der Gesetzgeber die Möglichkeiten zur Verschreibung von THC und cannabinoiden Arzneimitteln als Medikament in Deutschland erweitert. Patientinnen und Patienten, die auf die Wirkungen von THC angewiesen sind, erhalten seitdem medizinisch begründet ein Betäubungsmittelrezept (BTM Rezept). Dies können sie ohne weiteren Kontakt mit der sogenannten Bundesopiumstelle direkt in einer Apotheke ihrer Wahl in Deutschland einlösen. Eine Reihe medizinischer Produkte mit THC, darunter die Fertigarzneimittel Sativex® und Canemes® sowie das Rezepturarzneimittel Dronabinol oder Medizinal-Cannabisblüten und Cannabisextrakte können von einem Arzt legal verschrieben werden.

Quellen:

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