Cannabiskonsum schädlich für ungeborenes Kind

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 30. August 2018

Geändert am: 30. August 2018

Wie sich der Cannabiskonsum auf Schwangere bzw. das ungeborene Kind auswirkt, ist häufiger Bestandteil vieler Studien. THC ist in der Muttermilch noch bis zu sechs Tage lang nachweisbar. Das berichten jetzt Forscher der University of California.

Cannabiskonsum schädlich für ungeborenes Kind

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine Studie an der University of California in San Diego. Bei stillenden Frauen war das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) in der Muttermilch noch bis zu sechs Tage lang nach dem Cannabiskonsum nachweisbar.

In acht Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington ist Cannabis legal erhältlich. Hier wird zunehmend beobachtet, dass auch stillende Frauen Cannabis konsumieren. Laut der American Academy of Pediatrics (AAP) gibt es eine Zunahme von 62 Prozent. Außerdem wird Cannabis in den sozialen Netzwerken zur Behandlung der Emesis gravidarum empfohlen. Hierbei handelt es sich um eine Form des Erbrechens, die ungefähr 20 bis 35 Prozent der Frauen zu Beginn der Schwangerschaft betrifft.

Weiter heißt es in dem Artikel, dass es vielen Schwangeren nicht bewusst ist, dass THC durch die Plazentaschranke in den Kreislauf des Kindes gelangt.

Folgen des Cannabiskonsums auf die kindliche Entwicklung

Aktuell sind die Folgen des Cannabiskonsums auf die kindliche Entwicklung nicht bekannt. Jedoch werden die Rezeptoren für die endogenen Cannabinoide in der Fetalzeit im Gehirn des Kindes gebildet. Dies könnte die Schädigung durch den Konsum von Cannabis der Mutter erklären. Weiter heißt es:

„Cannabis ist zudem lipophil, es könnte deshalb über längere Zeit im Gehirn angereichert werden, zu dessen Bausteinen in der Fetal- und der frühen Postnatalphase vor allem Fettsäuren gehören.“

Warum THC nach dem Cannabiskonsum in der Muttermilch längere Zeit nachweisbar ist, könnte die Lipophilie erklären. Bei den Untersuchungen der University of California stellten die Forscher fest, dass bei 34 von 54 Schwangeren das THC noch bis zu sechs Tage nach dem letzten Cannabiskonsum nachweisbar war. Dabei schwankte die THC-Konzentration sehr stark. Erklärt wird dies mit dem unterschiedlich hohen Cannabiskonsum sowie des variierenden THC-Gehaltes im Cannabis. Dabei ist die THC-Konzentration ungefähr viermal so hoch wie in den 1980er Jahren, so die American Academy of Pediatrics.

Weiter heißt es, dass nicht bekannt ist, ab welcher THC-Menge in der Muttermilch bedenklich ist. Von der American Academy of Pediatrics wird Schwangeren und stillenden Frauen vom Cannabiskonsum aber dringend abgeraten.

Weiterer interessanter Artikel zum Cannabiskonsum und Schwangerschaft:
Schwangerschaft und Cannabis

 

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