Cannabislegalisierung in Kanada. Heute gehts los!

Autor: Alexandra Latour

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Cannabis ist ab heute in Kanada offiziell erlaubt. An der Grenze zu den USA sind jedoch Konflikte vorprogrammiert. Außerdem soll es ein Einreiseverbot für Arbeiter und Investoren aus der Cannabis-Branche geben.

Cannabislegalisierung in Kanada. Heute gehts los!

Cannabislegalisierung: Der 17.10.18 ist der Stichtag!

Die Cannabislegalisierung in Kanada ist ab dem 17. Oktober 2018 in Kraft. Das bedeutet, dass es Erwachsenen erlaubt ist, 30 Gramm Cannabis zu erwerben, zu besitzen und zu konsumieren. Außerdem darf jeder Erwachsene bis zu vier Cannabispflanzen besitzen. Allerdings gelten in den kanadischen Provinzen unterschiedliche Gesetze in Bezug auf den Kauf und Besitz von Cannabis und Cannabispflanzen Leafly.de berichtete.

In den Medien heißt es, dass die Kanadier im Jahr 2017 ungefähr vier Milliarden Euro für illegal erworbenes Cannabis ausgegeben haben. Mit der Cannabislegalisierung entstehe nun ein Milliardenmarkt. Justin Trudeau, der kanadische Premierminister, will mit der Cannabislegalisierung den Schwarzmarkt austrocknen.

„Wir werden ein System haben, das Cannabis von unseren Jugendlichen fernhält und dem organisierten Verbrechen den Profit nimmt“, erklärte Trudeau.

Laut Justus Haucap (Ökonom von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) könne dies durchaus gelingen.

„Es gelingt nicht, den Schwarzmarkt von einem auf den anderen Tag auszutrocknen. Das dauert eine Zeit“, führte Haucap aus, der aktuell an einer Studie zu den möglichen Steuereinnahmen durch die Cannabis-Legalisierung in Deutschland arbeitet.

Kanada: Einreise in die USA wird erschwert

Kanadische Staatsbürger könnten nach der Cannabis-Freigabe im eigenen Land Schwierigkeiten bekommen, in die USA einzureisen. Schon in den vergangenen Jahren kam es immer mal wieder zu Festnahmen an der Grenze.

US-Beamte warnen auch jetzt davor, dass jede Form der Teilnahme, einschließlich der Arbeit im Cannabisgeschäft, an der US-Grenze zu Problemen führen kann. So verfügen die Grenzschutzbeamten über weitreichende Befugnisse, um Kanadier über ihren aktuellen und früheren Drogenkonsum zu befragen. Laut Einwanderungsexperten kann ihnen die Einreise sogar lebenslang verboten werden.

Kein Cannabis bei Grenzübergang mitführen

Nach dem US-Bundesrecht ist Cannabis immer noch illegal, obwohl große Staaten wie Colorado und Kalifornien die Gesetze gelockert haben. Justin Trudeaus Regierung und Reisebüros warnen die Kanadier davor, in ihrem Gepäck Cannabis mitzuführen. Und das gilt nicht nur für den Freizeitkonsum von Cannabis, sondern auch für Medizianlhanf.

Schätzungen zufolge werden zukünftig 30 bis 40 Prozent der Kanadier nach der Legalisierung Cannabis konsumieren. Diese begeben sich an der Grenze zu den USA theoretisch in große Gefahr, da Grenzbeamte eine klare Aussage zum Cannabiskonsum erwarten. Wer lügt oder sich auffällig verhält, muss mit Sanktionen rechnen – schlimmstenfalls mit einem lebenslangen Einreiseverbot.

Einreiseverbot für Arbeiter und Investoren der Cannabis-Branche

Den USA scheint die boomende Cannabis-Industrie in Kanada nicht zugefallen. Laut den Medien gibt es sogar Überlegungen, gegen Arbeiter und Investoren aus der Cannabis-Branche ein Einreiseverbot zu verhängen. Dabei scheint es den USA nicht um den Cannabiskonsum an sich zu gehen, sondern vielmehr darum, von der blühenden Cannabis-Industrie in Kanada überrollt zu werden. Denn schließlich steckt in dem Cannabismarkt ein Multi-Milliarden-Potenzial. Darüber hinaus entstehen zahlreiche neue Arbeitsplätze in der Cannabis-Branche.

Mehr über den Cannabis Legalization Day bei unseren Kollegen von Leafly.com

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