Cannabistresor in Schleswig-Holstein

Autor: Sandrina Koemm-Benson

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Bad Bramstedt ist eine kleine Stadt im Kreise Segeberg in Schleswig-Holstein mit rund 14.000 Einwohnern – und einem Cannabistresor. Mehrere Tonnen Marihuana sollen nun im nördlichen Gewerbegebiet der Stadt für medizinische Zwecke gelagert werden. Das kanadische Cannabisunternehmen Nuureva plant in Bad Bramstedt ein regelrechtes Hochsicherheitslager für Cannabis aufzubauen.

Cannabistresor in Schleswig-Holstein

Update: Medienberichten zufolge kann das geplante Lager für Medizinalhanf nun gebaut werden. Die Erteilung der Baugenehmigung vom Kreis Segeberg erfolgte Anfang September. Bereits Anfang 2018 hatte das kanadische Unternehmen Nuuvera im Gewerbegebiet gekauft. Dieses wird jetzt entsprechend umgebaut. Nach Angaben des Kreises war auch die Bundesopiumstelle in das Genehmigungsverfahren eingebunden.

Die Vorgeschichte: Hohe Sicherheitsauflagen für das Bauvorhaben

Im Hochsicherheitslager des kanadischen Cannabisunternehmens Nuureva steht ein fünf Meter hoher und 1.000 Tonnen schwerer Cannabistresor mit einem eingelagerten Warenwert an Cannabis in Höhe von etwa fünf bis zehn Millionen Euro. Dabei gilt es natürlich, die gesetzlichen Anforderungen der Bundesopiumstelle einzuhalten. Die Sicherheitsauflagen erfordern unter anderem die Nähe des Standortes zu einer Polizeistation und die Rund-um-die-Uhr-Überwachung von Sicherheitspersonal.

Hendrik Knopp, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung in Hamburg, erklärte gegenüber den Medien:

„Nach Prüfung mehrerer geeigneter Standorte hat sich die Nuuvera Deutschland GmbH für Bad Bramstedt entschieden, da hier die wirtschaftlichen Gegebenheiten besonders interessant waren: kurze Wege und konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden, unser Kooperationspartner Müggenburg ist in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt und die schwarz-grün-gelbe Landesregierung bietet ein politisch attraktives Umfeld.“

Trotz so mancher Sprüche und Kommentare verteidigt der Bürgermeister von Bad Bramstedt, Hans-Jürgen Kütbach, das Vorhaben mit dem Cannabistresor. „Es geht um eine sehr seriöse Anwendung und ein wichtiges Thema“, äußert sich der FDP-Politiker zu dem Vorhaben pharmazeutisches Cannabis anzubauen. Imagesorgen befürchte er dabei nicht, da sich alle darüber bewusst seien, dass der Anbau von Cannabis alleine medizinischen Nutzen hat. Zudem sieht er die Ansiedlung eher als Gewinn für die Stadt, die bereits mit ihren beiden großen Kliniken einen Schwerpunkt auf das Thema Gesundheit gelegt hat.

Auflagen für den Cannabistresor und den Anbau müssen eingehalten werden

Doch noch ist das Vorhaben mit dem Cannabistresor nicht in trockenen Tüchern. „Wir sind im finalen Abstimmungsprozess“, sagt Kütbach über die noch fehlende Genehmigung für die Lagerung von Medizinalhanf in dem norddeutschen Städtchen. Zuerst müssen noch die rechtlichen Auflagen beim Bau eingehalten. Liegen alle Genehmigung vor, rechnet Knopp noch im Spätsommer mit dem Betriebsbeginn.

Nicht nur beim Bau gibt es so einiges zu beachten, sondern auch bei der Lagerung der Pflanzen. Das gilt vor allem bei der Kühlung. „Normalerweise lagerten die Cannabis-Pflanzen bei 23 Grad“, erklärt Knopp. „Doch wenn sie länger als sechs Monate liegen, könnte die Wirkung abnehmen. Daher müssten einige Pflanzen auch bei fünf Grad gelagert werden, dann hielten sie länger.“

Langfristig betrachtet plant Nuuvera 30 Millionen Euro zu investieren. „Wir können uns vorstellen, dort eine Niederlassung zu eröffnen und uns später auch im Bereich Forschung in Bad Bramstedt anzusiedeln“, so Geschäftsführer Knopp.

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