Cannabisunternehmen geraten unter Beschuss

Die aufstrebende Cannabisindustrie hat sich im Juli abgekühlt, nachdem in den letzten Wochen einige Cannabisunternehmen unter Beschuss geraten waren.

Cannabisunternehmen geraten unter Beschuss

Anfang August haben wir bereits darüber berichtet, dass der kanadische Cannabisproduzent CannTrust den Verkauf seiner Produkte eingestellt hat, nachdem die Health Canada das Unternehmen als nicht konform erklärt hatte.

Einem aktuellen Medienbericht zufolge, hat CannTrust jetzt bestätigt, eine Mitteilung über die Lizenzsuspendierung durch die Health Canada erhalten zu haben. CannTrust habe nun zehn Werktage Zeit, um auf die geforderten Maßnahmen zu reagieren.

„Die Inspektoren von Health Canada haben CannTrust Inc. heute die Mitteilungen über die Suspendierung zugestellt und beschlagnahmten im Zuge dessen alle Cannabisprodukte an beiden Standorten. Die Health Canada wird die Maßnahmen von CannTrust Inc. weiterhin genau beobachten und den Status der Lizenz des Unternehmens neu bewerten, sobald neue Informationen verfügbar sind,“ so die Pressesprecherin von Health Canada, Tammy Jarbeau.

Im Rahmen der Aussetzung ist CannTrust berechtigt, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um „die Lebensfähigkeit und Qualität von Cannabispflanzen und Cannabisprodukten zu erhalten“, während Health Canada jedwede Maßnahme seitens CannTrust überprüft.

Stellungnahme von CannTrust

In einer Stellungnahme erklärte CannTrust, dass die Klage eine teilweise Aussetzung ihrer Lizenz für den Standardanbau und eine vollständige Aussetzung ihrer Lizenzen für Standardverarbeitung, medizinischen Verkauf und Forschung darstellt. Das Unternehmen aus Ontario bestätigte ebenfalls, dass es erlaubt sein wird, bestehende Chargen zu kultivieren und zu ernten, die zuvor angebaut wurden, während die Suspension in Kraft bleibt.

Seit ein Whistleblower Health Canada im Juli auf unlizenzierten Anbau in der Kultivierungsanlage des Unternehmens in Pelham, Ontario, aufmerksam gemacht hatte, befindet sich CannTrust im Umbruch. In den darauffolgenden Wochen stoppte das Unternehmen alle Verkäufe von Medikamenten für Erwachsene, entließ seine leitende Führung und steht nun vor einer Untersuchung durch Polizei- und Wertpapieraufsichtsbehörden.

Die Suspendierung von CannTrust folgt einer anderen, die am 9. August an die in British Columbia ansässige Evergreen Medicinal Supply wegen Nichteinhaltung von Bundesgesetzen und -vorschriften übergeben wurde.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

In der Mitteilung von Health Canada hieß es, dass die Lizenzen von CannTrust wieder in Kraft treten können, sobald die Gründe für die Aussetzung nicht mehr bestehen bzw. das Unternehmen nachweist, dass die Aussetzung unbegründet war.

Laut CannTrust fordere Health Canada, dass die Umsetzung der folgenden Maßnahmen zum Ausschließen von Risiken für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit, welche überhaupt erst zur Aussetzung der Lizenz beigetragen haben, notwendig seien:

  • Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Cannabis nur so produziert und verteilt wird, wie es durch Gesetze und Vorschriften genehmigt ist, einschließlich Systeme zur Kontrolle der Bewegung von Cannabis.
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften bei Schlüsselpersonen.
  • Verbesserte Maßnahmen zur Führung von Aufzeichnungen, einschließlich eines Plans zur Verbesserung der Bestandsverfolgung.

Gemäß der Compliance and Enforcement Policy for the Cannabis Act von Health Canada stehen dabei eine Reihe von Maßnahmen für die Durchsetzung der aufgelisteten Forderungen zur Verfügung. Dazu gehört der Widerruf der Lizenz, der Erlass einer Ministerialverordnung sowie Geldbußen bis zu einer Million kanadischer Dollar (690.000 €).

Ursprüngliche Meldung vom 6. August 2019

US-amerikanische und kanadische Behörden haben laut einem Medienbericht die Cannabisunternehmen CannTrust und Curaleaf wegen unangemessener Geschäftspraktiken als Ziel ausgewählt.

Cannabisunternehmen CannTrust stellt Verkauf ein

Anfang Juli stellte CannTrust den Verkauf seiner Cannabisprodukte ein, nachdem Health Canada, die nationale Behörde für öffentliche Gesundheit in Kanada, das Unternehmen für nicht konform erklärt hatte. Denn der Anbau von Cannabis fand in nicht autorisierten Räumen statt. Beamte sollen aktuell prüfen, ob die Produkte für den Verzehr unbedenklich sind.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass der CEO von CannTrust namens Peter Aceto wegen diesem Skandal entlassen wurde.

Curaleaf erhält Verwarnung von FDA

In einem weiteren Medienbericht heißt es, dass das Cannabisunternehmen Curaleaf jetzt eine Verwarnung von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) erhielt.

„Der Verkauf von nicht zugelassenen Produkten mit unbegründeten therapeutischen Aussagen – wie zum Beispiel der Behauptung, dass CBD-Produkte schwerwiegende Krankheiten und Leiden behandeln können – kann Patienten und Verbraucher gefährden, indem sie dazu veranlasst werden, wichtige medizinische Behandlungen zu verschieben“, führte Ned Charpless von der FDA aus.

Auf Webseiten und im Onlineshop warb das Cannabisunternehmen mit CBD-Produkten und machte hier Heilversprechen.

In einer Pressemitteilung teilte Curaleaf mit, dass Verweise auf nicht konforme Produkte von den Online-Plattformen entfernt wurden. CEO Joseph Lusardi erklärte, dass das Unternehmen „die Arbeit der FDA schätzt, um sicherzustellen, dass es Vorschriften und Compliance auf dem CBD-Markt gibt.“

FDA fordert Arzneimittelzulassung für CBD

Erst Ende Juni hatte die FDA offiziell zu CBD und CBD-Produkten Stellung genommen (Leafly.de berichtete). Unter anderem fordert die Behörde das Arzneimittelzulassungsverfahren, um die Verbraucher zu schützen sowie die Produktqualität sicherzustellen.

Nun hat die FDA eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese soll verschiedene Wege für Produktvermarktung untersuchen. Dabei ist eine Aufgabe auch die Informationseinholung und -auswertung von offenen Fragen, die es bei der Sicherheit von CBD gibt. Bis zum Herbst diesen Jahres will die FDA mitteilen, was hierbei herausgekommen ist.

 

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