Cannabiswirkung auf das Gehirn

Autor: Alexandra Latour

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Neueste Forschungen werfen jetzt ein neues Licht auf die Cannabiswirkung im Gehirn. Die Ergebnisse stammen aus einer Reihe von Studien, die auf der Jahrestagung der Society for Neuroscience 2018 in San Diego, Kalifornien, präsentiert wurden.

Cannabiswirkung auf das Gehirn

In einem Bericht heißt es zur Cannabiswirkung auf das Gehirn, dass die Exposition gegenüber Cannabis vor der Geburt und im Teenageralter das sich entwickelnde Gehirn auf verschiedene Weise beeinflussen kann. So kann beispielsweise die Kommunikation zwischen verschiedenen Teilen des Gehirns gestört sein, während bei anderen das Lernen und das Gedächtnis beeinträchtigt sind. Auf der anderen Seite können Cannabinoide das Gedächtnis bei der Alzheimer-Krankheit verbessern und sogar einige Symptome reduzieren.

Zunahme des Cannabiskonsums

Die Cannabispflanze enthält weit mehr als 100 Cannabinoide, die die Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn und im Nervensystem beeinflussen können. In den Vereinigten Staaten ist Cannabis die „beliebteste illegale Droge“. Eine landesweite Umfrage ergab, dass 22,2 Millionen Menschen ab 12 Jahren angaben, im letzten Monat Cannabis konsumiert zu haben. In den Jahren zwischen 2002 und 2015 ist der Konsum in dieser Altersgruppe 6,2 auf 8,3 Prozent gestiegen.

Immer mehr Menschen verwenden Cannabis nicht nur zu Freizeitzwecken, sondern auch als Arzneimittel, um verschiedene Beschwerden wie Schmerzen zu lindern.

Ergebnisse der Studien

Die sechs Studien, die auf der Jahrestagung enthüllt wurden, werfen ein neues Licht auf die langfristigen Auswirkungen des Cannabiskonsums auf die Lebensspanne. Hier die Ergebnisse:

Erhielten ungeborene Ratten THC, wurde die Belastbarkeit im späteren Leben verringert. Diese Exposition führte auch zu einer fehlerhaften Entwicklung von Gehirnkreisläufen für Gedächtnis und Lernen, die die Wissenschaftler beobachteten, als die Tiere die Adoleszenz erreichten.

Heranwachsende Ratten, die Cannabinoide bekamen, zeigten eine erhöhte Aktivität in Gehirnkreisläufen, die die Gewohnheitsbildung regulieren. Zudem zeigte die Verwendung von Cannabinoiden bei jugendlichen Ratten auch körperliche Veränderungen in der Entwicklung von Hirnregionen, die an der Selbstkontrolle, an Entscheidungen und an der Planung beteiligt sind.

Bei erwachsenen Mäusen führte der langfristige Einsatz von Cannabinoiden zu Veränderungen der Konnektivität und des Stoffwechsels in Gehirnregionen, die an Gedächtnis und Lernen beteiligt sind. Hingegen zeigten Mäuse mit der Alzheimer-Krankheit Gedächtnisverbesserungen und verloren weniger Gehirnzellen, als Wissenschaftler sie mit THC behandelten.

Fazit der Forscher zur Cannabiswirkung

Aus diesen und anderen Studien geht hervor, dass Cannabis das Ungeborene langfristig schädigen kann. Dennoch sei Cannabis unter schwangeren Frauen die beliebteste illegale Droge.

Weiter erklären die Forscher, dass das Experimentieren mit Cannabis oft in der Adoleszenz beginne. Also einer Zeit, in der das sich entwickelnde Gehirn noch anfällig ist. Die neuen Studien bestätigen, dass der Cannabiskonsum in bestimmten Situationen einige medizinische Vorteile haben kann, erklärte Dr. Michael Taffe vom Scripps-Forschungsinstitut in La Jolla, Kalifornien. Er weist jedoch darauf hin, dass die Studien auch die Notwendigkeit eines „besseren Verständnisses der negativen Aspekte, insbesondere für schwangere Frauen, Jugendliche und chronische Nutzer“ unterstreichen.

„Die heutigen Erkenntnisse vermitteln ein neues Verständnis der komplexen Cannabiswirkung auf das Gehirn“, so Dr. Michael Taffe

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