Der große Leafly.de CBD-Öl (Cannabidiol) Ratgeber

Autor: Alexandra Latour

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Rund um das nicht-psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD) aus der Cannabispflanze sowie das daraus hergestellte Öl besteht aktuell ein regelrechter Hype. Wir sind den Fragen nachgegangen, wie das CBD-Öl überhaupt hergestellt wird, welche Unterschiede es hier gibt, und gegen welche Beschwerden das Öl hilfreich sein kann.

Der große Leafly.de CBD-Öl (Cannabidiol) Ratgeber

Vollspektrum-CBD-Öl oder CBD-Isolat

Im folgenden Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Cannabinoid Cannabidiol (CBD), das ebenso wie das bekannte Tetrahydrocannabinol (THC) sowie wie viele weitere Cannabinoide und Wirkstoffe in der Cannabispflanze enthalten ist. Im Gegensatz zum THC hat CBD jedoch keine psychoaktive Wirkung, weshalb CBD-Produkte in Deutschland – sofern der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt – legal käuflich sind. Eines der bekanntesten Produkte ist das CBD-Öl.

Gegen welche Beschwerden kann CBD-Öl eingesetzt werden?

Die Inhaltsstoffe im CBD-Öl können ein breites Wirkungsspektrum entfalten, weshalb sie auch bei verschiedenen Beschwerden hilfreich sein können.

So kann das Öl mit Cannabidiol bei folgenden Erkrankungen/Beschwerden Linderung verschaffen:

  • Hautprobleme wie Akne
  • Schlaflosigkeit/Schlafstörungen
  • Übelkeit/Brechreiz
  • Stress/Anspannung/Ängste/Nervosität
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Fibromyalgie
  • Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa/Reizdarm
  • Entzündungen/chronische Erkrankungen (z. B. Arthrose oder Rheuma)
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Diabetes
  • Alzheimer

Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass Cannabidiol gegen unterschiedliche Beschwerden wirksam ist. Hierüber berichten wir auch immer in unseren Artikeln. Auch unsere Botschafterin Eva Imhof wendet CBD-Öl erfolgreich gegen ihre Migräneattacken an.

Zu erwähnen ist hier noch eine große Studie zu CBD, dessen Ergebnisse im Jahr 2017 veröffentlicht wurden. Diese Studie wurde von der Brigthtfield Group und HelloMD durchgeführt. Dr. Perry Solomon erklärte, dass die Hauptgründe, warum CBD genutzt wird, Depressionen, Angstzustände, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen seien.

42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dank der verwendeten CBD-Produkte verschiedene nicht-verschreibungspflichtige und verschreibungspflichtige Medikamente wie Schmerzmittel absetzen konnten. Weiter gaben 80 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass CBD sehr oder extrem wirksam sei. Lediglich drei Prozent erklärten, keinen nennenswerten Effekt bemerkt zu haben.

Auch noch wissenswert ist, dass das Cannabinoid Cannabidiol, also CBD, von der WHO, also der Weltgesundheitsorganisation, als unbedenklich eingestuft wurde. Ein Meilenstein für die Cannabisforschung. Leafly.de berichtete.

Wie wird CBD-Öl hergestellt?

Für das CBD-Öl werden primär Hanfblüten sowie Blätter des weiblichen Nutzhanfs verwendet, der den EU-rechtlichen Normen entspricht. Dieser zeichnet sich durch einen geringen THC- und hohen CBD-Gehalt aus. Gewonnen wird das Cannabidiol durch das schonende und effiziente CO2-Extraktionsverfahren.

Das sogenannte „überkritische CO2“ (Kohlenstoffdioxid) löst unter hohem Druck die Substanzen aus dem Hanf. Im nächsten Schritt wird dann dieser Druck gesenkt. Infolge dessen gibt das CO2 die gewonnen Extrakte wieder ab, sodass die natürlichen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze erhalten bleiben. Es folgt dann die Decarboxylierung: Die gewonnenen Stoffe werden erhitzt, damit sich die CBDA-Säure in das aktive CBD umwandelt.

Der größte Vorteil an dem CO2-Extraktionsverfahren wird darin gesehen, dass das gesamte Pflanzenstoffspektrum erhalten bleibt. So enthält das CBD-Öl nicht nur Cannabidiol, sondern auch weitere Phytocannabinoide, wie zum Beispiel Cannabinol (CBN), Cannabichromen (CBC) und Cannabigerol, sowie wertvolle Flavonoide und Terpene. Daneben kann das CBD-Öl auch folgende Stoffe beinhalten:

  • Chlorophyll: Der natürliche Farbstoff Chlorophyll unterstützt die Zellatmung und hilft beim Entgiften und Reinigen der Zellen. Dementsprechend kann Chlorophyll auch einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben.
  • Carotinoide: Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen natürlichen Farbstoff, der dem CBD-Öl den goldgelben Schimmer verleiht. Carotinoide wie Beta Carotin sind dafür bekannt, dass sie Arterienverengungen vorbeugen, vor dem frühzeitigen Altern schützen und sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken können.
  • Vitamine: CBD-Öl kann verschiedene Vitamine enthalten, insbesondere das Vitamin E, das häufig auch als „Anti-Aging-Vitamin“ bezeichnet wird. Als Antioxidans kann Vitamin E zudem die Körperzellen schützen und sich positiv auf den Serotoninspiegel auswirken.
  • Spurenelemente und Mineralstoffe: Eisen, Kalzium, Kalium, Kupfer, Mangan, Natrium, Phosphor, Zink und Magnesium sind wichtige Stoffe für den Organismus, die ebenfalls im CBD-Öl enthalten sein können.

Um die Anwendung zu erleichtern, wird dem CBD-Extrakt noch ein Öl hinzugefügt. Die meisten Hersteller mengen hier Hanfsamenöl bei, sodass das CBD-Öl eine dunkle Farbe sowie einen etwas bitteren Geschmack erhält. Andere Hersteller verwenden für die weitere Anreicherung hingegen Kokosnuss-, Oliven- oder Traubenkernöl.

Alle Öle haben gemeinsam, dass sie die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren beinhalten, die für die Zellregeneration von Bedeutung ist. Zudem können sich die Fettsäuren auch positiv auf die Blutdruckwerte und das Immunsystem auswirken. Angeboten wird dieses CBD-Öl meist unter den Bezeichnungen „Vollspektrumextrakt“ oder „Naturextrakt“.

Welche Herstellungsmethoden gibt es noch für das CBD-Öl?

Eine weitere Herstellungsmethode ist, das Cannabidiol aus der Hanfpflanze zu isolieren und zu reinigen, sodass weiße CBD-Kristalle entstehen, die bis zu 99,9 Prozent aus CBD bestehen können. Diese Kristalle werden dann in einem Öl (Traubenkernöl, Hanfsamenöl, Olivenöl oder Kokosöl) aufgelöst. Das hieraus entstehende CBD-Öl wird dann entweder mit „CBD-Kristallen“ oder „CBD-Isolat“ betitelt.

Wichtig ist hier zu erwähnen, dass diese CBD-Kristalle oder CBD-Isolate weder THC noch andere Cannabinoide, Terpene oder Pflanzenwirkstoffe enthalten. Es wird jedoch angenommen, dass sich die Inhaltsstoffe wie Cannabinoide und Terpene in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen, was in der Cannabis-Forschung als „Entourage-Effekt“ bezeichnet wird.

Was ist der Entourage-Effekt?

Der Großteil der Forscher geht davon aus, dass die Kombination der unterschiedlichen Inhaltsstoffe in der Cannabispflanze effektiver ist, als nur einzelne isolierte Cannabinoide. Der Neurologe Ethan Russo erläuterte bereits vor einigen Jahren, wie sich die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze aufeinander auswirken können.

Hier beschreibt er nicht nur die bekannten Cannabinoide THC und Cannabidiol, sondern auch die Wirkungsweisen der weiteren Wirkstoffe. Hervorzuheben sind hier vor allem die Terpene, die mit den Cannabinoiden interagieren und so ihre Wirkung entfalten, wie zum Beispiel:

  • Die Terpene Mycren, Caryphyllen und Pinen können Angstzustände lindern.
  • Das Cannabinoid CBG kann in Verbindung mit den Terpene Linalool und Limonen bei der Bekämpfung von gefährlichen MRSA-Keimen helfen.
  • Das Cannabinoid CBD kann in Verbindung mit den Terpene Linalool und Limonen wirksam gegen Akne sein.

All dies spricht dafür, CBD-Öl als Vollspektrumextrakt zu verwenden, umso von dem gesamten Phytokomplex profitieren zu können.

Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und Hanfsamen-Öl?

Hanfsamen-Öl oder kurz Hanf-Öl wird nicht aus den Hanfblüten oder -blättern hergestellt, sondern aus den Samen (Hanfnüsschen), die in aller Regel für die Gewinnung des Öls kalt gepresst werden. Auch hier wird Nutzhanf verwendet, da dieser sich durch eine starke Samenausprägung auszeichnet und nur einen geringen THC-Anteil enthält.

Je nach Verarbeitungsprozess erhält das Hanföl eine grüne Farbe und hat ein etwas bitteres, nussiges Aroma, wenn das Öl aus ungeschälten Samen hergestellt wird. Werden hingegen geschälte Samen genutzt, besitzt das Öl niedrigere geschmacks- und farbverändernde Bestandteile und schmeckt dementsprechend nicht ganz so bitter.

Das Hanfsamenöl dient als Speiseöl und wird vor allem aufgrund des hohen Gehalts an essentiellen Fettsäuren wie der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren geschätzt. Diese können vom Körper nicht selbst produziert werden, sondern müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Genutzt wird das Hanföl beispielsweise für Salate oder zum Kochen und Backen, wobei darauf zu achten ist, dass das Öl nicht über 165 Grad Celsius erhitzt werden sollte, da sich die wertvollen Fettsäuren sonst zersetzen.

CBD-Öle mit unterschiedlich hoher Konzentration

CBD-Öle sind in unterschiedlich hoher Konzentration erhältlich. Gängig sind 2, 5 und 10 Prozent. Je höher die CBD-Konzentration ist, desto teurer ist auch das Produkt.

Eine niedrige CBD-Konzentration eignet sich dazu, um sich an das CBD-Öl heranzutasten. Die Öle mit 5 Prozent CBD liegen preislich im Mittelfeld und werden verwendet, wenn das niedrig potente Öl keinen Effekt zeigt. Am teuersten sind Öle mit 10 Prozent oder mehr Cannabidiol Anteil.

Zu beachten ist, dass hier keinesfalls die Regel gilt: Je höher die CBD-Konzentration – desto größer ist der Effekt.

CBD-Öl und seine Dosierung

Das CBD-Öl wirkt sehr individuell, denn jeder Organismus reagiert anders. Demzufolge ist es schwer, Empfehlungen für eine Dosierung zu geben. So könnten beispielsweise wenige Tropfen eines 5-prozentigen CBD-Öls bei einem Menschen bereits eine Wirkung entfalten, während bei einem anderen Menschen 10 Tropfen benötigt werden.

Bei einem anderen könnten bereits 3 Tropfen eines 2-prozentigen Öls Effekte haben. Deshalb wird häufig geraten, mit einem 2- oder 5-prozentigen CBD-Öl in einer geringen Dosierung zu beginnen und diese einige Tage beizubehalten. Zeigt sich kein Effekt, kann die Dosis erhöht werden.

Darüber hinaus geben auch die Hersteller meist eine Dosierungsempfehlung, wobei diese in der Regel sehr niedrig sind, um sich im Falle unerwünschter Nebenwirkungen abzusichern. Das bedeutet nicht, dass automatisch jeder eine höhere Dosierung wählen sollte. Wie schon zuvor erwähnt, sollte man mit einer geringen Dosierung beginnen und diese langsam steigern, wenn nach einigen Tagen keine Wirkung zu spüren ist.

Wie wird CBD-Öl eingenommen?

In der Regel wird CBD-Öl oral eingenommen. Das bedeutet, es werden einige Tropfen direkt unter die Zunge gegeben. Dort sollte das CBD-Öl für etwa 30 bis 60 Sekunden bleiben, da so das CBD über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Diese ist sehr gut durchblutet, weshalb das CBD schnell in die Blutbahn gelangen kann.

Möglich ist aber auch, das CBD-Öl direkt zu schlucken, wobei die Magenschleimhaut das CBD nur langsam aufnimmt und dann über das Blut in das Gehirn transportiert. Dort angekommen regt das CBD die Rezeptoren CB1, 5-HT1A und den Vanilloidrezeptor an.

Zur Orientierung können die folgenden Dosierungsempfehlungen einiger Hersteller dienen:

BeschwerdenDosierung
Magen-Darm-Beschwerden, leichte Schmerzen, Schlafstörungenmorgens und abends drei Tropfen (2-oder 5-prozentiges CBD-Öl); bei starken Beschwerden nach einer Woche auf fünf Tropfen erhöhen
Stress, Beklemmungsgefühle, Anspannungdreimal täglich drei Tropfen (2- oder 5-prozentiges CBD-Öl); bei starken Beschwerden nach einer Woche auf fünf Tropfen erhöhen
Chronische Beschwerden, starke Schmerzen oder während einer Chemotherapiemorgens und abends 4 Tropfen und in der zweiten Woche auf 5 Tropfen erhöhen (10-prozentiges CBD-Öl)

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Cannabidiol auftreten?

CBD-Öl gilt allgemein als unbedenklich bzw. verursacht das Öl kaum Nebenwirkungen. Dennoch gilt hier, dass jeder Körper anders auf die Inhaltsstoffe reagiert, weshalb es zu geringen Nebenwirkungen kommen kann. Bei zu hohen Einnahmemengen kann es zu Schläfrigkeit, Appetitverlust und Durchfall kommen. Hingegen sollen die Wirkstoffe im CBD-Öl keine negativen Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem haben.

Schwangeren wird jedoch empfohlen, kein CBD-Öl einzunehmen. Außerdem sollte bei gleichzeitiger Einnahme von Diazepam und Omeprazol eine Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Worauf sollte beim Kauf des CBD-Öls geachtet werden?

Der CBD-Prozentwert bildet zusammen mit dem Volumen der Produktverpackung die Menge an CBD im Öl. Dementsprechend ist beim Kauf des CBD-Öls nicht nur auf den CBD-Prozentwert, sondern auch auf die Absolutmenge geachtet werden. Je nach Dichte des Öls sollten beispielweise 10 Milliliter CBD mit 10 Prozent CBD um die 900 bis 1.000 Milligramm CBD enthalten. Auch auf den THC-Gehalt ist unbedingt zu beachten, denn dieser darf dem gesetzlich festgelegten Richtwert – in Deutschland 0,2 Prozent – nicht überschreiten.

Bei einigen CBD-Ölen setzt sich der CBD-Wert mit dem CBDA-Wert zusammen, wobei CBDA die säurebasierte Vorstufe von CBD ist und nicht den gleichen Effekt entfaltet wie CBD. Zwar können dem CBDA gewisse gesundheitliche Vorteile zugeschrieben werden, die Aussagen hierzu sind jedoch umstritten. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass das Öl CBD enthält.

Idealerweise schlüsselt der Hersteller die genaue Cannabinoidzusammensetzung auf und informiert hierüber. Viele Hersteller bieten auch ein Analysezertifikat an. Wenn dieses nicht beiliegt und vom Hersteller auch nicht herausgegeben wird, sollte vom Kauf dieses CBD-Öls Abstand genommen werden.

Wie sollte CBD-Öl aufbewahrt werden?

CBD ist sehr lichtempfindlich, weshalb das Öl in einer blickdichten Verpackung bezogen werden sollte. Zudem ist es wichtig, das CBD-Öl an einem dunklen und kühlen Ort zu lagern. Möglich ist beispielsweise das Lagern im Kühlschrank. Bezüglich der Haltbarkeit ist zu sagen, dass CBD-Öl bis zu zwei Jahre haltbar ist. Bei solch einer langen Lagerzeit sollte das CBD-Öl jedoch nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sich die Konsistenz des Öls sonst verändert.

Wie erkenne ich, welches CBD-Öl gut ist und welches nicht?

Unsere Partnerorganisation ARGE CANNA in Österreich hat hierzu bereits einen umfangreichen Test gemacht und ein Gütesiegel entwickelt. Sie empfehlen derzeit 4 Produkte, die für den medizinischen Einsatz geeignet sind. Auch wir von Leafly.de arbeiten an einem solchen Sigel. Bis wir soweit sind empfehlen wir Hersteller, die auch in deutschen Apotheken verfügbar sind, wie zum Beispiel Limucan oder Hersteller, die besonders großen Wert auf die Prüfung der eigenen Herstellung legen, wie Endoca.

Vorsicht bei allen Produkten, die sich im Internet als GMP-zertifziert oder mit Biosigel ausweisen. Sollten entsprechende Zertifikate verfügbar sein, ok. Allerdings schmücken sich viele Hersteller mit Gütesigeln die es gar nicht gibt, rein erfunden sind um so ihre Waren besser zu verkaufen.

Quellen:

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