CBD-Gras beim Discounter: Lidl machts möglich

Autor: Sandrina Koemm-Benson

Verõffentlicht am: 24. April 2018

Geändert am: 24. April 2018

Der CBD-Trend hat nun endgültig die Mitte der Gesellschaft erreicht, zumindest in der Schweiz. Dort kann man ab demnächst in den Filialen des Discountmarktes Lidl CBD-Produkte des Start-ups „The Botanicals“ kaufen. Ganz legal.

CBD-Gras beim Discounter: Lidl machts möglich

Dass Einzelhändler wie Aldi, Rewe und Co. in ihren Filialen gesellschaftlich akzeptierte Drogen wie etwa Alkohol oder Tabakprodukte verkaufen, ist für Kunden sicher nichts neues mehr. Doch als bisher galt Lidl nicht unbedingt als Anlaufpunkt für Kunden auf der Suche nach Hanf-Produkten. Zumindest in der Schweiz könnte sich das jetzt ändern. Wie der Discounter bekannt gab, wird dort bereits seit dem 19. April Cannabis in Form von CBD-Gras zum Selberdrehen angeboten.

Ein Eidgenössischer Coup: CBD-Gras beim Discounter aus heimischer Produktion

Lidl Schweiz lanciert in Zusammenarbeit mit dem Start-Up „The Botanicals“ aus dem Thurgau zwei Cannabis-Produkte. Die Cannabisblüten gelten als Ersatz für traditionelle Tabakwaren und sind zu Lidl-typischen Niedrigpreisen in den Schweizer Filialen erhältlich. Die Hanfblüten, die als Tabakersatz produziert werden und zum Selberdrehen konzipiert sind, stehen in einer 1,5 Gramm Schachtel (Indoor) zum Preis von CHF 17.99 (etwa 15 Euro) und einem 3 Gramm Beutel (Gewächshaus) für CHF 19.99 (etwa 16,70 Euro) in den Lidl Filialen in der Deutschschweiz und in der Romandie im Angebot. Der Markenname ist Artur.

Ein typisch schweizerisches Angebot zu Schweizer Preisen

Die Firma „The Botanicals“ beliefert den Schweizer Discounter dabei mit ausschliesslich in der Schweiz angebautem Hanf. Die Pflanzen werden in teilautomatisierten Gewächshäusern und eigens dafür eingerichteten Indooranlagen gezüchtet. Dabei setzt der Hersteller auf eine nachhaltige Agrarwirtschaft und verzichtet gänzlich auf die Zugabe von chemischen, synthetischen oder genveränderten Stoffe. Zur Gewährleistung der bestmöglichen Qualität der pflanzlichen Rohstoffe erfolgt der Anbau nach den GACP-Richtlinien («Good Agricultural And Collection Practice») der European Medicines Agency. Dennoch ist der der Tabakersatz natürlich nicht für die medizinische Anwendung geeignet.

Der Schweizer Tabakmarkt

Die Produkte bei Lidl sind kein Einzelfall. Irgendwie haben es die Schweizer mit Rauchwaren. Bereits im letzten Jahr wurde dort die weltweit erste CBD-Zigarette eingeführt. Leafly.de berichtete. Mittlerweile ist das Unternehmen für mehrere Millionen Franken verkauft worden. Es wird auch gemunkelt, dass der Tabakweltkonzern Philip Morris ein Auge auf den Schweizer Markt geworfen hat. Immerhin sitzt die europäische Firmenzentrale in Lausanne.

Cannabis-Produkte im Einzelhandel: Vorerst wohl nur in der Schweiz

Möglich macht dies die bekanntermaßen liberale Cannabis-Politik in der Alpenrepublik: Produkte, die einen THC-Gehalt von unter einem Prozent aufweisen, dürfen in der Schweiz legal gehandelt werden. Lidl plant damit wohl aber nicht, Coffee-Shops nach niederländischem Vorbild zu betreiben – es soll lediglich bei den nur geringfügig berauschenden Produkten des Start-Ups aus dem Kanton Thurgau bleiben.

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