Epilepsie: CBD hilft bei Lennox-Gastaut-Syndrom

Autor: Alexandra Latour

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Dr. Devinsky vom Epilepsie-Zentrum in New York und sein Team untersuchen seit einigen die Wirkung des Cannabinoids CBD bei verschiedenen Epilepsieformen. Jetzt wurden die Studienergebnisse zum Lennox-Gastaut-Syndrom veröffentlicht.

Epilepsie: CBD hilft bei Lennox-Gastaut-Syndrom

Das Team um Dr. Orrin Devinsky vom Epilepsie Zentrum der Universität in New York hat den Einsatz von Cannabinoid Cannabidiol (CBD) bereits bei verschiedenen Syndromen der Epilepsie untersucht. Dank dieser Untersuchungen konnten die Forscher bereits einen Nutzen von CBD bei Kindern mit dem Dravet-Syndrom belegen. So gingen die Epilepsie-Anfälle der teilnehmenden Kinder um rund 40 Prozent zurück. Ähnlich effektiv ist CBD offenbar auch beim Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS). Erste Ergebnisse der Studie haben gezeigt, dass die Sturzanfälle mit der höchsten CBD-Dosis um 42 Prozent seltener auftraten als unter einem Placebo. Dies ist bereits die zweite Studie dieser Art, die die Wirkung von CBD nachweislich belegt. Leafly.de berichtete.

Lennox-Gastaut-Syndrom: Gefährliche Sturzanfälle bei Epilepsie Anfall

Sturzanfälle werden bei LGS-Patienten durch einen plötzlichen Tonusanstieg oder Tonusabfall verursacht, wodurch eine erhebliche Verletzungsgefahr besteht. Selbst mit Antikonvulsiva können diese Anfälle nur schwer kontrolliert werden, weshalb das Team um Devinsky den primären Endpunkt ihrer Studie über diesen Anfallstyp definierten.

Signifikante Reduzierung der Anfallshäufigkeit unter hoher CBD-Dosierung

Die monatliche Zahl der Sturzanfälle nahm während der Behandlungsphase unter einer niedrigen CBD-Dosis um 37 Prozent, unter einer hohen CBD-Dosis um 42 Prozent und unter einem Placebo um 17 Prozent ab. Die Forscher werteten die Differenzen von 22 und 19 Prozentpunkten gegenüber dem Placebo als statistisch signifikant.

Weiter heißt es in den Studienergebnissen, dass 39 Prozent mit der hohen CBD-Dosis, 38 Prozent mit der niedrigen CBD-Dosis sowie 14 Prozent unter Placebo mindestens 50 Prozent weniger Sturzanfälle erlitten. Zudem erlitten während der Behandlungsphase acht Patienten aus der CBD-Gruppe gar keine Sturzanfälle mehr.

Die Forscher beobachteten unter Berücksichtigung aller Anfallstypen eine Reduzierung der Anfallszahl um 38 Prozent mit einer hohen CBD-Dosis, um 36 Prozent mit einer niedrigen Dosis und 19 Prozent unter einem Placebo. Hieraus schlussfolgerten die Forscher, dass die hohe und niedrige Dosierung des nicht-psychoaktiven Cannabinoids ähnlich gut und besser wirkten als Placebo.

Unerwünschte Wirkungen durch die CBD-Gabe

94 Prozent der Betroffenen mit der hohen sowie 84 Prozent mit der niedrigen CBD-Dosis und 72 Prozent unter Placebo zeigten unerwünschte Wirkungen. In den CBD-Gruppen kam es häufiger als in der Placebo-Gruppe zu Somnolenz (Benommenheit) und Appetitmangel. Ein Patient mit einer niedrigen und sechs Patienten mit einer hohen CBD-Dosis brachen die Behandlung ab. Der häufigste Grund für den Behandlungsabbruch waren erhöhte Leberwerte bei Patienten, die mit Valproat behandelt wurden.

CBD als Add-on-Therapeutikum bei LGS

Die Forscher führten aus, dass sich CBD offenbar als Add-on-Therapeutikum beim LGS eignet. Weiter heißt es im Ergebnis, dass die Somnolenz sowie der Appetitmangel möglicherweise die Verbildung erschwert haben könnten. Außerdem könnte die verstärkte Clobazam-Wirkung zum Therapieeffekt beigetragen haben.

 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

Quellen:

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