CBD-Medikament: Insys erhält Freigabe von FDA

Das US-amerikanische Spezialpharmaunternehmen Insys Therapeutics in Arizona hat jetzt für sein CBD-Medikament zur Gliomen-Behandlung von der Food and Drug Administration (FDA) die Freigabe erhalten.

CBD-Medikament: Insys erhält Freigabe von FDA

Insys Therapeutics setzt den Fokus auf die Behandlung von speziellen Erkrankungen. Hierzu gehört auch die Behandlung von Gliomen (Hirntumoren), wofür das Unternehmen jetzt ein CBD-Medikament entwickelt. Bei der FDA beantragte Insys Therapeutics ein „Orphan Drug Designation“ (ODD). Hierbei handelt es sich um die Freigabe bzw. Genehmigung von bestimmten Arzneimitteln, die vielversprechend für die Therapie von seltenen Erkrankungen sind. Einem Medienbericht zufolge hat die FDA jetzt das CBD-Medikament genehmigt.

CBD-Medikament qualifiziert sich für ODD

Ein Arzneimittel qualifiziert sich erst dann für ein ODD, wenn es für die Therapie einer Erkrankung ist, an der weltweit weniger als 200 000 Menschen betroffen sind. Da Gliome relativ selten auftreten, erfüllt das CBD-Medikament dieses Kriterium.

Darüber hinaus erhält ein Arzneimittel nur ein ODD, wenn die FDA der Meinung ist, dass dieses für die Behandlung der Erkrankung hilfreich ist. Antragsteller müssen also Nachweise in Form von In-vitro-Studien, präklinische Tierversuche und relevante Erfahrungen beim Menschen vorlegen. Wenn diese nicht aussagekräftig sind, würde die FDA den Antrag vernünftigerweise ablehnen. Und da nun die FDA ihre Genehmigung erteilt hat, bedeutet das, dass die Behörde tatsächlich davon überzeugt ist, dass CBD bei der Behandlung von Hirntumoren hilfreich ist. Eine solche Genehmigung impliziert demnach ausdrücklich ein echtes therapeutisches Potenzial.

Was ist das für ein CBD-Medikament?

Über das CBD-Medikament von Insys Therapeutics ist noch nicht viel bekannt. Laut dem Bericht soll es sich um reines CBD-Isolat und kein Vollspektrumextrakt handeln. Weiter heißt es in dem Bericht, dass man nun auch an der Zulassung für den Einsatz bei Substanzabhängigkeiten (Kokain, Amphetamine und Opioide), Epilepsie sowie bei durch Chemotherapie verursachter peripherer Neuropathie arbeitet.

CBD zur Behandlung von Hirntumoren

Die wissenschaftlichen und anekdotischen Belege für die Behandlung von Gliomen mit Cannabis sind sehr interessant. So ist beispielsweise Dr. Manuel Guzman aus Spanien bekannt für seine Studie, die zeigt, wie THC den programmierten Zelltod in Gliomzellen induziert. Es wurde auch gezeigt, dass CBD mehrere Arten von Gliomzelllinien abtötet und zusätzlich Migration, Proliferation, Wachstum, Invasion und Angiogenese hemmt.

Interessant ist auch der Bericht über die zweijährige Sophie Ryan, die unter einem Optic Pathway Glioma (OPG) leidet, also einem Tumor, der im oder um den Sehnerv entsteht. Sophie hat hochkonzentriertes THC- und CBD-Cannabisöl verwendet, seit sie mit der Chemotherapie begonnen hat. Die einzige Nebenwirkung war leichte Schläfrigkeit, die aber nach einiger Zeit verschwand. Ein positiver Effekt ist die Appetitanregung. Trotz mehrmaliger Chemo-Runden nahm Sophie weiter an Gewicht zu. Nach 13 Monaten Chemotherapie und hohen Dosen von Cannabisöl war Sophies Gehirntumor zu 85 bis 90 Prozent verschwunden. Ebenso eine Zyste, die sich gebildet hatte.

Sophie ist seit über fünf Jahren in Behandlung und Teil der laufenden NK Cell-Forschung an einer der besten Universitäten Südkaliforniens mit einem weltweit angesehenen Wissenschaftler. Ihre bahnbrechenden Entdeckungen haben noch mehr Forschung an mehreren Krebspatienten hervorgebracht. Ziel ist es, bessere und weniger toxische Behandlungen für Krebspatienten zu finden.

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Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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