Cannabidiol reduziert psychotische Symptome

Autor: Alexandra Latour

Veröffentlicht am:

Geändert am:

Cannabidiol (CBD), das nicht-psychoaktive Cannabinoid aus der Cannabispflanze, kann antipsychotisch wirken. Wie genau CBD hier wirkt, und welche Mechanismen im Gehirn dafür verantwortlich sind, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Forscher des King's College in London haben sich jetzt aber genau mit dieser Thematik beschäftigt.

Cannabidiol reduziert psychotische Symptome

Cannabidiol (CBD) wirkt im Gegensatz zum Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC), das Symptome einer Psychose verschlimmern kann, nicht psychoaktiv. In der Literatur finden sich zudem viele Hinweise darauf, dass CBD antipsychotisch wirken kann.

Die Forscher des King’s College in London analysierten im Rahmen ihrer Untersuchung 33 Probanden in ihren frühen bis mittleren Zwanzigern, die unter psychischen Symptomen litten und bei denen der Verdacht bestand, dass sie eine Psychose entwickeln könnten. Der Vergleich fand mit 19 gesunden Studienteilnehmern (Durchschnittsalter von 23 Jahren) statt.

Durchführung der Untersuchung

16 Probanden, bei denen der Verdacht bestand, dass sie eine Psychose entwickeln könnten, erhielten eine CBD-Dosis von 600 Milligramm. Zuvor hatte sich gezeigt, dass diese Dosis bei Psychosen wirksam ist. 17 Studienteilnehmer erhielten ein Placebo.

Drei Stunden später wurden alle Teilnehmer in einem Magnetresonanztomografen untersucht, während sie eine Gedächtnisaufgabe mit drei Gehirnregionen durchführten. Von diesen Gehirnregionen ist bekannt, dass sie an Psychosen beteiligt sind. Die Aufgabe bestand darin, den Teilnehmern Wortpaare zu zeigen. Sie mussten dann angeben, ob diese Wörter miteinander verknüpfbar sind. Später mussten sie sich an diese Worte zu erinnern.

Ergebnisse der Untersuchung: CBD zeigt sich als wirksam gegen Symptome

Es ist nicht überraschend, dass die Gehirnaktivität eines Patienten mit Verdacht auf eine Psychose im Vergleich zu einer gesunden Person abnormal ist. Nach einer einzigen CBD-Dosis wird die Gehirnaktivität dieser Patienten jedoch weniger stark beeinträchtigt als bei Patienten, denen ein Placebo verabreicht wurde.

Die Forscher glauben, dass ihre Ergebnisse den Weg für eine neue Psychose-Behandlung ebnen könnten. Studienautor Dr. Sagnik Bhattacharyya erklärte:

„Die Hauptstütze der gegenwärtigen Behandlung von Menschen mit Psychose sind Antipsychotika, die erst in den 1950er Jahren entdeckt wurden und leider nicht für jeden funktionieren. Wir haben begonnen, die Gehirnmechanismen eines neuen Medikaments zu entwirren, das völlig anders funktioniert als herkömmliche Antipsychotika.“

Jetzt starten die Forscher eine große Studie, um zu untersuchen, ob CBD geeignet ist, um Menschen mit einem Risiko für die Entwicklung von Psychosen, Schizophrenie oder bipolarer Störung zu behandeln.

Cannabidiol ist sicher und gut verträglich

Dr. Bhattacharyya führte weiter aus: „Einer der Hauptvorteile von Cannabidiol ist, dass es sicher und sehr gut verträglich ist. Das macht CBD in gewisser Weise zu einem idealen Medikament. Wenn diese Studie erfolgreich ist, wird sie einen endgültigen Beweis für die Rolle von Cannabidiol als antipsychotisches Mittel liefern und den Weg für den Einsatz in der Klinik ebnen.“

 

 

 

Ähnliche Artikel