Cerveny verkauft „legale“ CBD-Blüten im Hanfladen

Autor: Gesa Riedewald

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Diese Nachricht hat uns verblüfft: Erstmals werden CBD-Blüten als “legal" im Hanfladen verkauft. Der Betreiber mehrere Geschäfte in Bayern hat uns erklärt: Die Cannabisblüten haben einen THC-Wert von unter 0,2 Prozent – und sind damit seiner Aussage nach frei verkäuflich. Damit ist er allerdings auf dem Holzweg.

Cerveny verkauft „legale“ CBD-Blüten im Hanfladen

Die Ladengeschäfte sowie der Onlineshop von „Hanf – der etwas andere Bioladen“ nehmen erstmals legale Cannabidiol-Blüten ins Sortiment auf. Das Münchner Cannabis Start-up-Unternehmen DCI Cannabis Institut GmbH betreibt bisher zwei Hanfläden in Bayern. Darüber hinaus werden noch im September 2018 zwei weitere Standorte in Augsburg und in Baldham eröffnet. Das gab Wenzel Cerveny (57), geschäftsführender Gesellschafter der DCI Cannabis Institut GmbH, im Rahmen eines Pressegesprächs in München bekannt.

„Wir machen nichts Illegales“

Der offensive Umgang mit CBD-Blüten beende ein jahrelanges Versteckspiel der Szene mit den Behörden, so Cerveny. Die von DCI vertriebenen Blüten besitzen einen Cannabidiol-Anteil von 9 Prozent und einen Tetrahydrocannabinol (THC)-Wert von unter 0,2 Prozent.

„Wir machen nichts Illegales“, betont DCI-Gründer Wenzel Cerveny im Telefonat mit Leafly.de.

Im Gegensatz zum THC hat CBD keine psychoaktive Wirkung, weshalb CBD-Produkte in Deutschland – sofern der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt – legal verkäuflich sind. Diese Regelung gilt allerdings nicht für CBD-Blüten, die sich in ihrem Urzustand, also unverarbeitet, befinden. Auch wenn man vielerorts diese Blüten „legal“ bekommt, bewegt man sich hier bestenfalls in einer rechtlichen Grauzone.

CBD-Blüten werden als Wellness-Cannabis verkauft

Die CBD-Blüten werden aus einer in der EU zugelassenen Cannabis-Sorte in Italien gewonnen. Dort werden die Blüten handgepflückt, schonend weiterverarbeitet und laborgeprüft. „Wir stehen zu unserer Strategie, den Menschen Wellness-Cannabis zugänglich zu machen“, so Cerveny.

„Die CBD-Rohware ist nicht zum Rauchen, sondern zum Inhalieren oder zur Weiterverarbeitung in Kosmetik, als Tee-Extrakt oder Kuchengewürz gedacht“, erklärt Cerveny.

CBD gilt als entzündungshemmend und schmerzlindernd. Es kann bei Hauptproblemen wie Akne, Schlafstörungen, Stress, Anspannungen, Kopfschmerzen und Übelkeit eingesetzt werden. Mehr dazu, wo Cannabidiol helfen kann hier.

Weitere Hanf-Produkte

„Hanf – der etwas andere Bioladen“ bietet auch Spirituosen an: „Cannabiskaja“ beispielsweise ist ein hochprozentiger Wodka mit Hanf. Darüber hinaus finden Kunden hier Hanföl (Speiseöl aus Hanfsamen), Hanfmehl und Hanfprotein. Die neue Filiale Baldham dagegen spezialisiert sich auf Hanf-Textilien.

Expansionspläne von Cerveny

Das Start-up-Unternehmen DCI Cannabis Institut beschäftigt mittlerweile sieben Mitarbeiter. Inhaber Cerveny war Veranstalter der zwei Münchner Cannabis XXL-Messen 2015 und 2017. Seit September 2018 betreibt DCI vier Ladengeschäfte – in München, Rosenheim, Augsburg und Baldham. Und damit nicht genug: Die Expansionspläne des Unternehmens sehen für 2019 sogar zehn weitere Standorte in Bayern vor.

Anm. d. Red.: Gründer Wenzel Cerveny ist in der „Cannabis-Szene“ kein unbeschriebenes Blatt. Es bleibt abzuwarten, wie lange seine Läden geöffnet bleiben. Der Verkauf von CBD-Blüten in Deutschland ist, anders als Herr Cerveny behauptet, alles andere als legal, auch wenn viele dieser Meinung sind. Im Sinne der Patienten wünschen wir ihm, dass sein Modell aufgeht. Besonders in Bayern ist die Nachfrage enorm. Mehr zu CBD-Produkten, CBD-Blüten und die rechtliche Lage demnächst in unserem großen Leafly.de CBD-Ratgeber.

 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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