CND: Keine Abstimmung über Cannabis-Empfehlung

Die Kommission der Vereinten Nationen für Suchtstoffe (CND) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über die Cannabis-Empfehlungen der WHO am 7. März abstimmen. Denn bei der gestrigen Sitzung forderten viele Mitgliedsländer wie die USA und Deutschland mehr Zeit für die Prüfung der Empfehlungen.

CND: Keine Abstimmung über Cannabis-Empfehlung

Bereits Anfang Dezember tagte die CND in Wien und die Cannabisbranche wartete gespannt auf das Ergebnis. Denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die wissenschaftliche Cannabis-Neubewertung bekannt geben. Jedoch verkündete ein Sprecher der WHO, dass die Ergebnisse vertraulich seien (Leafly berichtete). Anfang Februar wurden dann die ersten vorläufigen Ergebnisse zur Cannabis-Neubewertung veröffentlicht, worüber wir ausführlich berichtet haben.

Aus einem aktuellen Bericht des Forbes-Magazins geht jetzt hervor, dass die Kommission der Vereinten Nationen für Suchtstoffe (CND) auf ihrer bevorstehenden Sitzung am 7. März in Wien voraussichtlich nicht über die Cannabis-Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation abstimmen werden.

CND Mitgliedstaaten fordern mehr Zeit für die Prüfung

Mehrere Mitgliedstaaten forderten auf der gestrigen CND Sitzung zusätzliche Zeit für die Prüfung der Empfehlungen. Darunter Japan, die Vereinigten Staaten, Deutschland und Russland. So erklärten japanische Vertreter laut dem Sitzungsprotokoll, dass es wichtig sei, den Termin zu verschieben. Denn die Abstimmung der Empfehlung sei keine einfache Entscheidung.

Russische Vertreter erachten es für notwendig, weitere Dialoge mit der WHO und dem Sachverständigenausschuss für Drogenabhängigkeit (Expert Committee on Drug Dependence – ECDD) zu führen. Für diese Diskussion wäre mehr Zeit erforderlich.

USA und Deutschland sind der gleichen Meinung

Obwohl Cannabis in vielen US-Bundesstaaten bereits legalisiert ist, und das unabhängig von der Haltung der WHO, fordern auch die USA mehr Zeit. Vertreter der USA erklärten, dass man sich auf die Konsultation auf Expertenebene freue. Viele Mitgliedstaaten würden sich bereits mit den Begründungen sowie der praktischen Umsetzung der Empfehlungen befassen. Weiter forderten die Vertreter die Teilnahme anderer einschlägiger UN-Agenturen, insbesondere eines INCB-CND-UNODC-Dialogs.

Die Vertreter Deutschlands stimmten den USA in diesem Punkt zu. Vor der Entscheidung müsse man zudem die Folgen für die Märkte abschätzen, weshalb man eine fachkundige Konsultation unter Beteiligung des INCB und der WHO vorschlug.

Norwegen und Uruguay: Keine Verschiebung der Abstimmung

Die Vertreter Norwegens und Uruguays betonten hingegen, dass es wichtig sei, die Abstimmung nicht zu verschieben, ohne sich auf einen bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu einigen.

Die Mitgliedstaaten erhielten die Empfehlung zur Cannabis-Neubewertung Ende Januar. Eigentlich war die Ankündigung auf der 61. Sitzung des CND in Wien geplant. Wäre dies damals erfolgt, hätten die Mitgliedstaaten mindestens drei Monate Zeit gehabt, um die Vorschläge vor der erwarteten Abstimmung während der März-Sitzung zu prüfen. Obwohl dies wahrscheinlich keinen großen Unterschied gemacht hätte, scheint die Abstimmung über Cannabis nun auf unbestimmte Zeit verschoben worden zu sein.

Wie schon im Februar vorhergesagt, braucht es vermutlich noch viel Zeit, bis endlich eine Abstimmung erfolgt.

 

 

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