Der Einsatz von cannabinoidhaltigen Arzneimitteln bei chronischen Wirbelsäulensyndromen

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 29. Juni 2017

Geändert am: 29. September 2017

Immer mehr Menschen leiden an unterschiedlichen unklaren Schmerzzuständen im Bereich der Wirbelsäule. Nicht selten geht dies mit Einschränkungen im beruflichen und privaten Leben einher, was die Lebensqualität der Betroffenen stark mindert. Aktuelle Studien haben jetzt gezeigt, dass cannabinoidhaltige Medikamente eine wirksame Alternative zu üblichen Schmerzmitteln sein können.

Der Einsatz von cannabinoidhaltigen Arzneimitteln bei chronischen Wirbelsäulensyndromen

Der Oberbegriff „Wirbelsäulensyndrom“ umfasst das Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom), das Brustwirbelsyndrom (BWS-Syndrom) sowie das Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom). Bei der Diagnoseerstellung werden unterschiedliche Faktoren miteinbezogen wie der Ort, wo die Schmerzen auftreten und wohin sie ausstrahlen, die Ursachen sowie der Verlauf des jeweiligen Syndroms. Eine genaue Diagnosestellung ist hier von größter Wichtigkeit, da sich hiernach die entsprechende Therapie richtet.

Bei der Behandlung von Schmerzen wird Cannabis schon seit langem verwendet. Die ersten Aufzeichnungen gehen zurück bis ins 19. Jahrhundert. Am besten entfaltet sich die Cannabis-Wirkung bei chronischen Schmerzen und weniger bei akuten Schmerzzuständen. Es existieren zahlreiche Studien, die hier herangezogen werden können. Auch aus Erfahrungsberichten ist bekannt, dass Cannabis unter anderem bei Wirbelsäulensyndromen und Bandscheibenvorfällen hilfreich sein kann.

Symptome und Ursachen des Halswirbelsäulensyndroms (HWS-Syndrom)

Beim HWS-Syndrom (Zervikalsyndrom) wird zwischen akuten und chronischen Halswirbelsäulensyndromen unterschieden. Während ein akutes HWS-Syndrom in der Regel auf Verletzungen zurückzuführen ist, sind für ein chronisches HWS-Syndrom häufig degenerative Veränderungen ursächlich.

Mediziner unterteilen das HWS-Syndrom in ein unteres, mittleres und oberes HWS-Syndrom. An der oberen Halswirbelsäule sind meist ziehende Schmerzen zu beobachten, die sogar bis in den Kopf ausstrahlen können. Auch stechende Schmerzen am Hinterkopf sind möglich. Wenn die Mitte der Halswirbel betroffen ist, fühlen Betroffene eine gewisse Instabilität und Steifigkeit in diesem Bereich. Hinzu kommen Schmerzen, die bis in die Schultern ziehen. Ist hingegen die untere Halswirbelsäule betroffen, treten die Schmerzen zwischen dem letzten Halswirbel und dem ersten Brustwirbel auf. Betroffene beobachten auch häufig ein Stechen im Nacken. Beim Drehen des Kopfes können ebenfalls Schmerzen auftreten, die seitlich zur Schulter ziehen.

Bei einem chronischen HWS-Syndrom kann es aufgrund der gereizten Nerven auch zu Empfindungsstörungen wie beispielsweise Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Nacken, Armen oder auch Schultern kommen. In schweren Fällen treten sogar Lähmungen auf. Neben diesen Symptomen werden öfter auch Seh- und Hörstörungen sowie Schwindel von Betroffenen beschrieben.

Die häufigste Ursache eines HWS-Syndroms ist eine Muskelverspannung im Nackenbereich, die vor allem durch Fehlhaltungen und zu wenig Bewegung entsteht. Zu den weiteren Hauptursachen gehören psychische Belastungen und negativer Stress, da gerade die Nacken- und Schultermuskeln empfindlich auf Anspannung und Stress reagieren.

Weitere mögliche Ursachen können sein:

  • Degenerative Veränderungen („Abnutzungserscheinungen“) wie Verschleiß der Wirbelkörpergelenke (Spondylose) oder Osteochondrose
  • Bandscheibenvorfall (Zervikaler Bandscheibenprolaps)
  • Schleudertrauma
  • Osteochondrose

Auch angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule können ursächlich sein. Hierzu gehören beispielsweise die Erkrankungen Spina bifida, Morbus Scheuermann und Skoliose. Ebenso können entzündliche Prozesse (z. B. rheumatische Erkrankungen oder akute Infektionen) hinter den Symptomen eines HWS-Syndroms stehen. In seltenen Fällen sind auch Tumore oder Metastasen die Auslöser des HWS-Syndroms.

Symptome und Ursachen des Brustwirbelsyndroms (BWS-Syndrom)

Die Brustwirbelsäule besteht aus 12 Brustwirbeln, die zwischen den Halswirbeln und den Lendenwirbeln liegen. Somit bilden die Brustwirbel den Mittelteil der Wirbelsäule, der für die täglichen Bewegungen essentiell ist. Treten in diesem Bereich Schmerzen auf, kann dies die Bewegung erheblich einschränken. Auch hier können die Beschwerden akuter oder chronischer Natur sein. Meist handelt es sich um eine Blockade von einem oder mehreren Brustwirbelgelenken, wenn ein akutes BWS-Syndrom vorliegt. Chronische Schmerzen sind die Folge von Veränderungen an den Bandscheiben.

Betroffene beschreiben die Schmerzen als gürtelförmig, die sich über den gesamten Brustkorb ziehen. Unterschieden wird hier in radikuläre und pseudoradikuläre Syndrome. Während radikuläre Syndrome die Nerven zwischen den Rippen betreffen, sind beim pseudo radikulären Syndrom die Nervenwurzeln gereizt.

Die Liste an möglichen Ursachen ist lang. Ebenso wie beim HWS-Syndrom kommen auch beim BWS-Syndrom Abnutzungserscheinungen infrage. Auch Blockierungen eines Rippen- oder Facettengelenks können zum BWS-Syndrom führen. Eher selten kommt es zu Bandscheibenschäden wie dem Bandscheibenvorfall oder der Bandscheibenvorwölbung. Mögliche Ursachen können außerdem auch angeborene Missbildungen, Wachstumsstörungen, rheumatische Erkrankungen, Osteoporose, Traumen infolge von Verletzungen oder Infektionskrankheiten sein.

Symptome und Ursachen des Lendenwirbelsyndroms (LWS-Syndrom)

Das Krankheitsbild LWS-Syndrom umfasst ebenfalls verschiedene Symptome. Gerade bei Erwachsenen sind Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule ein häufiges Phänomen. Neben akuten Beschwerden (z.B. Hexenschuss), die plötzlich auftreten, können die Schmerzen auch einen chronischen Verlauf annehmen. Meist werden die Schmerzen als ziehend und dumpf wahrgenommen, die sogar bis in die Beine ziehen können. Husten und Niesen sorgen dafür, dass die Schmerzen weiter zunehmen.

Auch das Auftreten von Lähmungen, Taubheit und Kribbeln ist nicht auszuschließen, wobei in diesen Fällen sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte. In besonders schlimmen Fällen können Betroffene die Schließmuskulatur von Blase und Enddarm nicht mehr bewusst kontrollieren. Außerdem kann sich das LWS-Syndrom durch eine vermehrte Schweißproduktion in der Nacht äußern.

Wie auch bei den anderen Wirbelsäulensyndromen können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Neben Verschleißerscheinungen und falschen Bewegungen kommen auch Bandscheibenvorfälle, Osteoporose, Skoliose und Entzündungen infrage.

Welche Medikamente werden bei chronischen Schmerzen eingesetzt?

Akut auftretende Schmerzen sind ein Warnsignal des Körpers. Chronische Schmerzen gehen hingegen in der Regel auf Schädigungen des Nervensystems zurück. Diese neuropathischen Schmerzen stellen dann ein eigenes Krankheitsbild dar und die Schmerzen resultieren aus verschiedenen funktionellen Störungen wie etwa den Wirbelsäulensyndromen.

Der Schmerz wird über verschiedene Nervenfasern durch den Körper geleitet. Betroffene erleben bei chronischen Schmerzen nicht nur die Symptome, sondern auch sozialpsychologische Schäden, woraufhin sich das persönliche Verhalten ändern kann. Beispielsweise können Schmerzattacken auftreten, welche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Ein wichtiger Baustein in der Schmerzbehandlung stellen Medikamente dar. Vor über 20 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schmerzmedikamente in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:

    • Medikamente gegen leichte Schmerzen:

Mittel der ersten Wahl sind hier nicht-kortisonhaltigen Arzneimittel (nicht-steroidale Antirheumatika – NSAR), die schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Besonders gut eignen sich diese gegen Schmerzen im Bewegungsapparat. Vertreter dieser Gruppe sind beispielsweise Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure, aber auch Paracetamol und Novaminsulfon. Ein längerer Gebrauch dieser Medikamente kann erhebliche Nebenwirkungen zur Folge haben, weshalb sie nur bei akuten Beschwerden für eine kurze Zeit empfohlen werden.

    • Medikamente gegen mittelstarke Schmerzen:

Diese Medikamente stammen von der Grundsubstanz Morphin ab und werden üblicherweise als Opioide bezeichnet. Diese hemmen im Gehirn und im Rückenmark die Schmerzweiterleitung und Schmerzverarbeitung. Bekannte Wirkstoffe sind Tilidin und Tramadol. Bei einer längerfristigen Einnahme kommt es in nahezu allen Fällen zu einer Verstopfung, weshalb bei einer Opioidbehandlung auch häufig ein Abführmittel empfohlen wird.

    • Medikamente gegen starke Schmerzen:

Auch diese stark wirksamen Opioide basieren auf dem Morphin. Hierzu gehören unter anderem Fentanyl, Tapentadol, Levomethadon und Oxycodon. Sie unterscheiden sich im Vergleich zu den Medikamenten gegen mittelstarke Schmerzen durch minimale chemische Veränderungen des Morphins, wodurch eine stärkere Wirksamkeit erreicht wird.

Um chronische Schmerzen zu behandeln werden in der Regel Medikamente der dritten Gruppe verordnet. Antidepressiva kommen ebenfalls oftmals zum Einsatz, um die Schmerzursache zu beeinflussen. Parallel kommen unterschiedliche Therapieformen wie Physiotherapie und Massagen sowie auch alternative Techniken wie Osteopathie infrage. Auch die konsequente Vorsorge mit regelmäßigem Sport sowie ein gesunder Lebensstil können die Beschwerden lindern.

Medizinisches Cannabis bei chronischen Schmerzen

Cannabinoide sind körpereigene Substanzen, die Teil des Lern- und Belohnungssystems sind und das Immunsystem beeinflussen. Schmerzlindernd wirken Cannabinoide, wenn sie an bestimmte Cannabinoid-Rezeptoren andocken. Intensive Schmerzzustände lassen sich demnach verbessern, wenn dem Körper zusätzliche Cannabinoide zugeführt werden. Zum Einsatz kommt hier der Hauptwirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) der Hanfpflanze.

Im Rahmen einer Studie an der Harvard Medical School in Boston im Jahr 2008 wurde bereits die Wirksamkeit von Dronabinol (Marinol-Kapseln) mit dem synthetischen Inhaltsstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) bei 30 Patienten getestet, die trotz der Einnahme von Opioiden an chronischen Schmerzen litten. Während ein Teil der Probanden Placebos bekamen, wurden anderen Probanden 10 bis 20 mg Dronabinol verabreicht. Letztgenannte Studienteilnehmer berichteten über eine verminderte Schmerzintensität und ein verbessertes Allgemeinbefinden. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Dronabinol eine signifikante Wirkung auf die Schmerzlinderung haben kann.

Unterstrichen werden die Ergebnisse von einer weiteren Studie, die im James Paget Hospital in Norfolk im Jahre 2000 durchgeführt wurde. Patienten mit chronischen Schmerzen wurden im Rahmen einer neuartigen Therapie 12 Wochen mit drei Cannabis-basierten Arzneimittel Extrakten (CBMEs) behandelt. Hierbei handelte es sich um Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD) sowie einem 1-zu-1-Gemisch aus beiden Wirkstoffen. Am effektivsten erwiesen sich Extrakte, die THC enthielten.

Immer mehr Studien belegen inzwischen das breite Wirkungsspektrum von medizinischem Cannabis. So wirkt es auch bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems (Neuropathien), spastischen Schmerzen, dem Querschnittssyndrom und Multipler Sklerose (MS). Belegen lässt sich dies beispielsweise durch eine neuseeländische Studie. MS-Erkrankte erhielten hier Delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) / Cannabidiol (CBD) [Sativex®], das THC und CBD einem 1-zu-1-Verhältnis enthält. THC wirkt als partieller Agonist bei den körpereigenen Cannabinoid Rezeptoren (CB1 und CB). Nach einer 12-wöchigen Behandlung konnte bei den Probanden eine erhebliche Verbesserung der Spastizitätsschwere festgestellt werden.

Darüber hinaus existieren vielversprechende Hinweise auf ein Potenzial dieser Medikamente in der Behandlung unterschiedlicher chronisch-entzündlichen Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, rheumatoide Arthritis). Besonders positiv ist, dass Cannabinoide im Vergleich zu Opioiden – selbst bei einer Überdosierung – zu keiner lebensbedrohenden Atemdepression oder einer Unterdrückung der Körperabwehr Funktion führen.

Cannabis als Medizin wird in Deutschland nach einem neuen Gesetz, das am 10.3.2017 in Kraft getreten ist, unter staatlicher Aufsicht vertrieben. Während die Cannabis Agentur des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Kontrolle der Produkte und der Abgaben an Apotheker, Hersteller und Großhändler zuständig ist, kümmert sich die Bundesopiumstelle um den Import der Cannabisblüten. Eine Ausnahmeerlaubnis für Cannabis bzw. Sondergenehmigung vom BfArM gemäß § 3 Abs. 2 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) ist nun nicht mehr notwendig. Damit dürfte die Zahl an Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, in Zukunft steigen. Auskunft über das Thema „ Cannabis und THC als Medizin“ gibt eine Publikation der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V. (ACM).

Quellen
Department of Anesthesiology, Perioperative, and Pain Medicine, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA, Narang S1 et al., 2008, “Efficacy of dronabinol as an adjuvant treatment for chronic pain patients on opioid therapy
Department of Anaesthesia, James Paget Hospital, Lowestoft Road, Great Yarmouth, Norfolk, UK, 2000, Notcutt W1 et al., “Initial experiences with medicinal extracts of cannabis for chronic pain: results from 34 ‚N of 1‘ studies
Department of Anesthesiology, Pain Clinic, Hannover Medical School, Hannover, Germany, Karst M1 et al., 2003, “Analgesic effect of the synthetic cannabinoid CT-3 on chronic neuropathic pain: a randomized controlled trial
Oxford Centre for Enablement, Windmill Road, Oxford, UK, Wade DT1 et al., 2003, “A preliminary controlled study to determine whether whole-plant cannabis extracts can improve intractable neurogenic symptoms
Adis, 41 Centorian Drive, Private Bag 65901, Mairangi Bay, North Shore, 0754, Auckland, New Zealand, Syed YY1, McKeage K, Scott LJ., 2014, “Delta-9-tetrahydrocannabinol/cannabidiol (Sativex®): a review of its use in patients with moderate to severe spasticity due to multiple sclerosis
Global Neuroscience Initiative Foundation, Los Angeles, CA, USA, Lakhan, SE1, Rowland M., 2009, “Whole plant cannabis extracts in the treatment of spasticity in multiple sclerosis: a systematic review

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