Wie sieht der aktuelle Forschungsstand zum Nutzen von Cannabis als Medizin in den USA aus?

Autor: Leafly Redaktion

Verõffentlicht am: 11. Mai 2017

Geändert am: 21. Juni 2017

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler herauszufinden, bei welchen Erkrankungen und Beschwerden medizinisches Cannabis zur Linderung beziehungsweise Heilung beitragen kann.

Wie sieht der aktuelle Forschungsstand zum Nutzen von Cannabis als Medizin in den USA aus?

Um die Frage umfassend beantworten zu können, sind noch viele weitere Studien erforderlich. Medizinische Studien zeigen, dass Cannabis bei einigen Erkrankungen helfen kann, bei anderen wiederum keine Wirkung erzielt.

Cannabis hilft bei gut chronischen Schmerzen, jedoch kaum bei Schlafstörungen

In 80 stichprobenartigen Medikamentenstudien mit ca. 6500 Teilnehmern wurde die Aussage, dass Cannabis zur Behandlung der nachstehenden Beschwerden beitragen kann, „moderat unterstützt“:

Weniger Unterstützung gab es hingegen für die Aussage, dass Cannabis bei der Behandlung der folgenden Beschwerden wirksam ist:

Diese Ergebnisse stammen aus verschiedenen Beiträgen, die im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurden. Laut Dr. Depak Cyril D’Souza kommen die Untersuchungen zu „vergleichbaren Ergebnissen“: „…dass, während einige Erkenntnisse für die Verwendung von Cannabis bei der Behandlung bestimmter Beschwerden sprechen … bei vielen der anderen Erkrankungen, für deren Behandlung mehrere Bundesstaaten der USA medizinisches Cannabis freigegeben haben, die Evidenz von geringer Qualität ist.“

Begrenzter Forschungsstand, weitere Studien sind nötig

Cannabis wird offensichtlich aus verschiedenen Gründen eingesetzt, zum Beispiel zur Muskelentspannung und im Rahmen einer therapeutischen oder medizinischen Behandlung. Die medizinische Wirkung wird vom derzeit begrenzten Forschungsstand zwar nicht vollständig gestützt. Einem Patienten, der angibt, dass Cannabis seine Übelkeit eindämmt, kann man allerdings schwerlich widersprechen, indem man ihn belehrt: „Ihre anekdotischen Erkenntnisse werden aber nicht durch Forschungsergebnisse gestützt.“

Abwarten und Tee trinken, oder aktiv werden?

Wir müssen also die Ergebnisse aus den Studien in den USA und Israel und vieler weiterer Untersuchungen abwarten, um ein noch besseres Verständnis für die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis zu bekommen. Generell sehen die Forscher international Cannabis mit seinem Wirkstoff THC und CBD als mögliche alternative Medizin an. In Deutschland werden wir innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre keine wesentlich aussagekräftigen Ergebnisse zur Cannabis Wirkung erhalten. Die Begleiterhebung des BfArM ist für die Dauer von 60 Monaten angesetzt, eine Pilotstudie der Charité in Berlin ist auf drei Jahre angelegt.

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