Diese Vaporizer sind auf dem deutschen Markt für den Einsatz zugelassen

Autor: Gesa Riedewald

Verõffentlicht am: 26. Juni 2017

Geändert am: 29. September 2017

Diese Vaporizer sind auf dem deutschen Markt für den Einsatz zugelassen

Wie Patienten in Deutschland Cannabis als Medikament einnehmen dürfen, hat der Gesetzgeber klar geregelt: Entweder oral oder mit hilfe eines Vaporisators, auch Cannabis Verdampfer genannt. Beim Vaporisieren werden gemahlene Cannabisblüten oder Dronabinol – ein Cannabisarzneimittel, das THC enthält – durch Wasserdampf kontrolliert erhitzt, um so die Inhaltsstoffe freigesetzt. Anders als beim Rauchen, wird hier weder Tabak noch Cannabis verbrannt. Den Dampf zu inhalieren ist für die Lungen wesentlich angenehmer und weniger schädlich, als Tabakrauch einatmen. Leafly.de stellt die zwei Vaporizer vor, die auf dem deutschen Markt zugelassen sind. Außerdem erklären wir die wesentlichen Unterschiede der beiden Modelle.

Der Cannabis Verdampfer für zu Hause: Volcano Medic

Der Tisch-Vaporizer Volcano Medic der Marke Vapormed ist speziell für die Inhalation von medizinischem Cannabis entworfen. Das Gerät stammt vom Hersteller Storz & Bickel, dem Marktführer im Bereich Cannabinoid-Inhalatoren, ist patentiert und vom TÜV zertifiziert. Das Herzstück des Verdampfers ist ein Heißlufterzeuger, der mit seinem integrierten Gebläse Dampf in einen Ventilballon pustet. Dieser abnehmbare Ballon fängt die Cannabinoide auf. Dank einer großen, gut lesbaren Digitalanzeige können Patienten die gewünschte Temperatur komfortabel und exakt einstellen. So garantiert der Cannabis Verdampfer eine konstante und einfach dosierbare Zufuhr der Cannabinoide. Der Hersteller empfiehlt eine Temperatur von 210 Grad Celsius.

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Welche Cannabisarzneimittel können Sie mit dem Volcano Medic anwenden?

Der Volcano Medic ist für die Verwendung von medizinischen Cannabisarzneimitteln wie Dronabinol oder Cannabisblüten geeignet. Bei der Anwendung der beiden Cannabisarzneimittel gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied: Dronabinol enthält Alkohol – und das muss erst verdampfen, bevor Sie mit der Inhalation beginnen können. Lesen Sie bitte vor dem ersten Gebrauch des Gerätes unbedingt die Herstellerangaben. (https://www.vapormed.com/media/pdf/Volcano_Medic_Verdampfer_Gebrauchsanweisung.pdf)

Der mobile Cannabis Verdampfer: Mighty Medic

Für Patienten, die einen tragbaren Vaporizer bevorzugen, hat der Hersteller Storz & Bickel den Mighty Medic konzipiert. Das kompakte Gerät ist der erste batteriebetriebene medizinische Cannabis Verdampfer, und ebenfalls patentiert sowie vom TÜV zertifiziert. Allerdings ist dieses Modell ausschließlich für die Anwendung von Cannabinoiden aus Hanfblüten konzipiert – Dronabinol ist für den Migthy Medic vom Hersteller nicht empfohlen. Auch bei diesem Modell sollten Patienten vor der ersten Benutzung die Gebrauchsanweisung genau lesen und beachten. (https://www.vapormed.com/media/root/pdf/mm-gebrauchsanweisung-de.pdf)

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Die Bedienung des Cannabis Verdampfers ist dank des gut lesbaren LED Displays selbsterklärend. Sobald das Gerät die gewünschte Temperatur erreicht hat, ist es bereit zum Einsatz. Das wird auch durch eine kurze Vibration signalisiert. Der Hersteller empfiehlt eine Einstiegstemperatur von 180 Grad Celsius. Jetzt muss nur noch das Mundstück mit dem Lippenteil ausgeklappt werden, und der Patient kann mit dem Einatmen beginnen. Aber auch während der Verdampfung können Patienten die persönlich bevorzugte Temperatur direkt am Gerät graduell anpassen.

Cannabisarzneimittel auch unterwegs anwenden

Der kleine, handliche Cannabis Verdampfer Mighty Medic verschafft Patienten eine hohe Flexibilität im Alltag. Seine zwei Akkus sorgen für eine lange Nutzungsdauer und einen großen Aktionsradius. Besonders praktisch sind die Dosierkapseln, die Patienten mit Cannabisblüten befüllen und im Magazin lagern können. So haben Sie Ihren Tagesbedarf an medizinischem Cannabis immer dabei. Bei aller Mobilität ist es empfohlen, die Anwendung nicht im öffentlichen Raum vorzunehmen oder sich einen Ort zu suchen, an dem man niemanden mit der Anwendung belästigt. Noch ist diese Art der Einnahme relativ unbekannt und so kann es zu unschönen Begegnungen kommen, die man einfach vermeiden kann. Sollten Sie den mobilen Vaporizer auf Ihrer Arbeitsstelle anwenden wollen, sprechen Sie mit Ihrem Chef oder Ihrer Arbeitgeberin wo sie dies am besten tun können.

Inhalation – die schonende Art, Cannabis als Medikament einzunehmen

Die Anwendung eines Cannabis Verdampfers ist unkompliziert, die Inhalation angenehm, ohne ein kratzendes Gefühl im Hals. Daher ist diese Methode auch für Patienten empfehlenswert, die nie geraucht haben oder Rauchen schlichtweg als unangenehm empfinden. THC und CBD, die Wirkstoffe des medizinischen Cannabis, werden von den Lungenbläschen aufgenommen und gelangen so in den Blutkreislauf. Patienten spüren nach ein bis zwei Minuten nach der Inhalation die gewünschte Wirkung. Obwohl die Inhalation von Cannabinoiden im Vergleich zum Rauchen einen viel geringeren Reiz verursacht, brauchen unerfahrene Anwender zu Beginn dennoch meist eine Gewöhnungsphase, bis sie die optimale Temperatur gefunden haben.

Quellen:
https://www.vapormed.com
https://www.storz-bickel.com/eu/de/
http://www.BfArM.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis/Hinweise_Aerzte/_node.html

 

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