Drogen, insbesondere Cannabis im Straßenverkehr

Unter Drogeneinfluss hinterm Lenkrad: Vielen Menschen sind die Risiken des Drogenkonsums nicht ausreichend bewusst. Das ergab eine ADAC Umfrage. Die Beeinträchtigungen durch den Konsum von Cannabis wurden von den Befragten als geringstes Risiko eingestuft – sogar geringer als die Gefahr, die von Müdigkeit am Steuer ausgeht. Für den ADAC ist das Ergebnis besorgniserregend.

Drogen, insbesondere Cannabis im Straßenverkehr

Laut ADAC hat sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden, die unter dem Einfluss von berauschenden Drogen (außer Alkohol) entstehen, zwischen 1991 und 2017 nahezu verfünffacht. Außerdem müssen immer mehr Menschen aufgrund von Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln oder der Einnahme von Medikamenten zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Das gab der ADAC in einer Pressemitteilung bekannt.

Der ADAC hat deshalb in einer Umfrage ermittelt, wie die Bevölkerung die Gefahren des Konsums illegaler Drogen wahrnimmt.

Cannabis und Autofahren — Gefahr wird unterschätzt

Wie gefährlich sind Drogen für die Sicherheit im Straßenverkehr? Auf diese Frage antworteten 96 Prozent, dass aus ihrer Sicht Drogen wie Amphetamine, Kokain, LSD und Ecstasy besonders gefährlich sind. Dicht darauf folgte Alkohol. Die geringste Gefahr geht nach Meinung der Bevölkerung (87 Prozent) von Cannabis aus. Die Ablenkung durch das Handy oder die Folgen von Müdigkeit werden als gefährlicher angesehen.

Generell fühlen sich viele Menschen nicht ausreichend über die gesundheitlichen Gefahren, die von Drogen ausgehen, informiert. Während 78 Prozent der Befragten angaben, recht gut über die Risiken durch Alkoholkonsum informiert zu sein, waren es bei Cannabis nur 43 Prozent. Bei anderen Drogen wie Kokain, LSD oder psychoaktiven Pilzen lagen die Zahl noch darunter.

In allen Altersklassen haben mindestens acht Prozent der Befragten Bekannte, die nach Cannabiskonsum Auto gefahren sind.

Was mehr als ein Drittel nicht weiß und vor allem für Jugendliche von Bedeutung ist: Auch wer noch keinen Führerschein hat und Drogen konsumiert, läuft Gefahr, dass er erst eine medizinisch-psychologische Untersuchung absolvieren muss, bevor er eine Fahrerlaubnis bekommen kann.

ADAC besorgt durch Umfrageergebnisse

Für den ADAC sind die Zahlen ein ernst zu nehmendes Warnsignal: Sie lassen vermuten, dass sich nicht alle Konsumenten der Risiken einer Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss bewusst sind. Vor allem durch das verringerte Konzentrations-, Wahrnehmungs- und Urteilsvermögen erhöht sich das Unfallrisiko für sich selbst wie für andere Verkehrsteilnehmer.

Daher spricht sich der Mobilitätsclub dafür aus, die Aufklärungsarbeit rund um den Konsum von Drogen und Alkohol zu intensivieren. Zudem fordert der ADAC, vermehrt Alkohol- und Drogenkontrollen mit Mehrfachsubstanznachweis durchzuführen.

Studie zum Einfluss von Drogen, insbesondere Cannabis auf das Fahrverhalten

Wie Leafly.de berichtete, zeigt eine aktuelle Studie, dass kurz nach dem Konsum von Cannabis die Fahrtüchtigkeit deutlich herabgesetzt ist. Das rechtsmedizinische Institut der Universität Düsseldorf wollte erforschen, wie lange der Konsum eines Joints die Fahrtauglichkeit beeinträchtigt. Dazu absolvierten 15 Teilnehmer einen Test in einem Fahrsimulator.

Inzwischen hat ein Studienteilnehmer allerdings diese Untersuchung kritisiert. Seiner Meinung nach sei das Ergebnis durch Müdigkeit verfälscht. Leafly.de berichtete.

Über die ADAC Umfrage

Die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer der ADAC Umfrage wurden nach vorgegebenen Quoten frei rekrutiert und repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland (der tatsächlichen Verteilung der Bevölkerung entsprechend) gewichtet.

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