Endometriose: Studie zur Behandlung mit Cannabis

Wie kann Cannabis bei gynäkologischen Erkrankungen helfen? Dieses spannende Thema erforscht jetzt eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Israel. Sie wollen untersuchen, wie Cannabinoide bei der Behandlung von Endometriose eingesetzt werden können. Diese häufige, oft chronische Erkrankung kann starke Schmerzen bei Frauen hervorrufen.

Endometriose: Studie zur Behandlung mit Cannabis

Israelische Wissenschaftler forschen zu Endometriose und Cannabis

Israelische Forscher haben präklinische Studien begonnen, um die Wirkung von Cannabis als Medizin bei der Behandlung von Endometriose zu untersuchen, wie Medien berichten. Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Endometriose ist zwar gutartig, kann aber starke Schmerzen und Blutungen verursachen.

Die Forschung wird von dem Startup-Unternehmen Gynica geleitet. Der Arzneimittelhersteller Gynica produziert cannabisbasierte Medikamente speziell für Frauen. Die Studien werden in Zusammenarbeit mit Lumir Lab durchgeführt, einem Cannabis-Forschungszentrum in Jerusalem.

Endometriose – eine schmerzhafte gynäkologische Erkrankung

Jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter ist von Endometriose betroffen. Bei den betroffenen Frauen bilden sich Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter – in den Eileitern, Ovarien und anderen Bereichen der Bauchhöhle sowie im Becken. Diese Herde können vorkommen, ohne dass die betroffene Frau davon etwas spürt. Andere Frauen leiden unter starken Schmerzen vor und während der Menstruation, Blutungen und Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr, Verdauungsstörungen und häufigem oder schmerzhaftem Wasserlassen. Darüber hinaus kann die Erkrankung die Fruchtbarkeit reduzieren.

Die Ursachen für die Entstehung einer Endometriose sind nicht geklärt, daher gibt es auch nicht die Möglichkeit der ursächlichen Behandlung. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu behandeln.

Cannabis-Forschung und Frauengesundheit

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Frauen, die Cannabis rauchen, Linderung von ihren Schmerzen finden, erzählt Dr. Sari Sagiv, Vice President of Research and Development bei Gynica. Daher machten die Forscher sich auf den Weg herauszufinden, welche Cannabisverbindungen bei der Erkrankung helfen könnten.

„Endometriose ist eine komplizierte Krankheit“, erklärt Sagiv, da eine Reihe unterschiedlicher Faktoren zusammenwirken. Cannabis könne aber einige dieser Faktoren beeinflussen – wie Schmerzen, Entzündungen und das Risiko eines Wiederauftretens.

Die Forscher wollen nun die Wirkstoffe zusammenstellen, mit denen sie klinische Studien starten werden. Diese klinischen Cannabis-Studien sollen zwischen Juli und September beginnen.

Auswirkungen von Cannabis auf Frauen

Parallel zum Forschungsprozess im Lumir Lab arbeitet Gynica mit der kanadischen Firma Strainprint zusammen, die sich auf die Datenerfassung und Analyse der Auswirkungen von Cannabis auf verschiedene Krankheiten spezialisiert hat. Die Unternehmen arbeiten am Aufbau der weltweit größten Datenerfassungsplattform zur Analyse der Auswirkungen von Cannabis auf Frauen.

Das Lumir Lab wird von Prof. Lumir Hanush geleitet, einem führenden Cannabisforscher, der für einige der wichtigsten Entdeckungen auf dem Gebiet der Cannabiswirkstoffe verantwortlich ist. Gynica wird von Prof. Moshe Hod geleitet, einem Gynäkologen und Präsidenten der European Association of Obstetricians and Gynaecology. Das Unternehmen führt Forschungsarbeiten mit dem Schwerpunkt auf Cannabinoide im Bereich der Gynäkologie durch.

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