Epidermolysis bullosa: Studie mit CBD-Öl

Autor: Alexandra Latour

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Forscher der University Medical Center Groningen in den Niederlanden haben jetzt drei Patienten mit Epidermolysis bullosa mit CBD-Öl behandelt. Alle drei Patienten berichteten über verbesserte Schmerzwerte, reduzierten Juckreiz und eine Verringerung der gesamten analgetischen Medikamentenaufnahme.

Epidermolysis bullosa: Studie mit CBD-Öl

Von der seltenen Hauterkrankung Epidermolysis bullosa sind ungefähr zwei bis drei von 100 000 Menschen betroffen. Typische Symptome dieser Erkrankung sind Blasen auf der Haut, offene Hautstellen und Wunden sowie Juckreiz. Diese gehen einher mit starken Schmerzen, weshalb viele Betroffene eine Opioid-basierte Therapie benötigen.

Was ist Epidermolysis bullosa (EB)?

Bei der Epidermolysis bullosa (EB) handelt es sich um eine seltene Hauterkrankung. Diese zeigt sich in Form von ungewöhnlichen Blasenbildungen der Haut. Die Symptome wie Blasen, offene Hautstellen oder Wunden zeigen sich in der Regel bereits nach der Geburt. Dabei ist die Haut sehr zart und verletzlich wie die Flügel eines Schmetterlings. Aus diesem Grund werden Kinder mit EB häufig auch „Schmetterlingskinder“ genannt.

Die Ursache ist ein Gendefekt. Demnach ist eine Heilung ausgeschlossen. Der Krankheitsverlauf sowie der Schweregrad der Symptome ist unterschiedlich. In einigen Fällen zeigen sich lediglich kleine lokale Blasenbildung, während bei anderen Betroffenen der gesamte Körper befallen ist. Bei einer schweren Ausprägung können sogar die inneren Organe geschädigt werden.

Eine kausale Therapie gibt es nicht. Im Vordergrund stehen hier die Wundversorgung sowie die Schmerztherapie.

Durchführung der Beobachtungstudie

Die Forscher führen aus, dass das Cannabinoid (CBD) bzw. CBD-Öl ein gut wirkendes Präparat bei Schlafstörungen, Angstzuständen sowie chronischen Schmerzen sei. So wirke das CBD-Öl beruhigend, entspannend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Im Rahmen ihrer Studie präsentierten die Forscher drei Patienten mit EB, die CBD-Öl verwendeten.

  • Fall 1: Ein sechs Monate altes Baby mit schwer ausgeprägter EB erhielt eine häusliche Wundversorgung sowie eine rezeptfreie Petrolatum-Salbe (Vaseline) sowie Emu-Öl. Weiter wurde dem Kind das topische Antibiotikum Mupirocin verordnet, das häufig zur Therapie von Haut- und Wundinfektionen eingesetzt wird. Zusätzlich bekam das Kind das Antihistaminikum Diphenydramin sowie Morphin. Die Eltern des Kindes verabreichten dann ein CBD-Spray direkt auf die betroffenen Stellen aufgrund der anhaltenden Blasenbildung und der unzureichenden Schmerzlinderung.
  • Fall 2: Ein dreijähriges Mädchen mit EB wurde mit Petrolatum-Salbe und Kokosnussöl sowie einer punktuellen Behandlung mit Zinkoxid Allantoin 6 Prozent Creme behandelt. Um die Hautinfektionen zu mindern, erhielt das Kind topisches Bacitracin (Antibiotikum). Die Mutter begann dann, regelmäßig eine Mischung aus Emu-Öl und CBD-Öl auf die Blasen im Gesicht aufzutragen.
  • Fall 3: Ein zehnjähriger Junge litt unter einer leichten Blasenbildung am Hals, den hinteren Oberarmen und den Fußsohlen. Das Wundversorgungsprogramm umfasste unter anderem Antibiotika, Naproxen (Schmerzmittel) und Gabapentin. Die Eltern des Jungen trugen dann regelmäßig CBD-Öl auf die betroffenen Hautstellen auf.

Ergebnisse der Studie zu CBD-Öl und Epidermolysis bullosa

Die Forscher kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • Fall 1: Die Eltern des Babys berichteten über eine signifikante Verringerung der Blasenbildung. Zudem benötigte das Kind auch weniger Morphin bei der CBD-Öl-Behandlung. Außerdem bemerkten die Eltern eine schnellere Heilung der Wunden.
  • Fall 2: Bei dem Mädchen konnte beobachtet werden, dass sich weniger Blasen bildeten und dass die offenen Wunden schneller heilten. Darüber hinaus reduzierte das CBD-Öl auch die Schmerzen.
  • Fall 3: Nach der regelmäßigen CBD-Behandlung berichteten die Eltern über eine bemerkenswerte Verringerung der Blasenbildung und eine deutliche Schmerzlinderung. Zudem konnte der Junge das Naproxen und Gabapentin absetzen.

Fazit der Forscher

Die positiven Ergebnisse dieser Untersuchung erklären sich die Forscher damit, dass Cannabinoide wie CBD oder auch THC an die Cannabinoidrezeptoren andocken und hier ihre unterschiedlichen Wirkungsweisen (z. B. entzündungshemmend und schmerzlindernd) auslösen. Wie genau das CBD-Öl, das auf die Haut aufgetragen wird, wirkt, muss in Studien noch geklärt werden. Dennoch zeigt diese kleine Beobachtungsstudie viel Potenzial und gibt Betroffenen Hoffnung.

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