Europa Park: Schweizer und verbotene CBD-Blüten

In der Schweiz legal – in Deutschland nicht. Die Rede ist von CBD-Blüten. Doch wer blickt in Bezug auf die Rechtslage von CBD-Produkten in unseren Nachbarländern noch durch? Kaum jemand. Und das bekamen auch Schweizer zu spüren, die den Europa Park in Rust besucht haben.

Europa Park: Schweizer und verbotene CBD-Blüten

Im vergangenen Jahr kam es im Europa Park Rust zu einem Vorfall, den nun verschiedene Medien aufgenommen haben. Demnach begaben sich hunderte Schweizer zum Freizeitpark nach Baden-Württemberg, um dort den Tag zu verbringen.

Wer in den Europa Park rein möchte, muss die Kontrolleure in die Taschen sehen lassen. Das ist nicht ungewöhnlich und (zumindest in Deutschland) bei allen Freizeitparks eine wichtige sicherheitsbezogene Maßnahme. Letztendlich dient es dem Schutz der Besucher.

Die aus der Schweiz stammenden Besucher mussten sich ebenfalls einer Kontrolle unterziehen. In den Taschen fand das Sicherheitspersonal dann unter anderem CBD-Blüten. Dem Medienbericht zufolge seien dann insgesamt 1 348 Tatverdächtige, darunter 353 Schweizer, im Europa Park festgehalten worden.

CBD-Blüten sind in der Schweiz legal

Was für die Schweiz gilt, muss nicht automatisch auch für Deutschland gelten. Während hierzulande CBD-Blüten unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, auch wenn sie weniger als 0,2 Prozent THC enthalten, ist der Kauf in der Schweiz völlig legal.

Dem Bericht zufolge äußerte sich der stellvertretende Leiter der Polizeiwache Rust namens Jochen Brehm zu diesem Vorfall. So erklärte er, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass Schweizer wegen des Besitzes von CBD-Blüten in Deutschland in die Bredouille kommen.

„Die CBD-Produkte sind in Deutschland verboten, auch wenn nur ein kleiner Bruchteil des THC darin vorhanden ist“, erklärte Brehm weiter.

Weiter führte er aus, dass es zu einer Beschlagnahmung der Produkte und zu einer Anzeige komme, auch bei Besuchern aus der Schweiz.

Einem weiteren Bericht ist zu entnehmen, dass die betroffenen Schweizer zwar eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erhielten, jedoch später von der Staatsanwaltschaft darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass von einer Strafverfolgung abgesehen wird. Ein Bußgeld mussten die Schweizer laut des Berichts nicht zahlen.

Europa Park: Sicherheit steht an erster Stelle

Wir haben beim Europa Park nachgefragt und bekamen die Bestätigung, dass es sich wie oben beschrieben zugetragen hat. Zudem erklärte uns die Pressestelle des Parks, dass zur Sicherheit der Besucher die meisten Taschen der Gäste durchsucht werden und dass der Sicherheitsdienst vorschriftsmäßig agiere.

„Die Sicherheit steht im Europa-Park an oberster Stelle. Dies betrifft nicht nur die über 100 Attraktionen. Der Europa-Park führt seit mehreren Jahren unter anderem Taschenkontrollen an allen Eingängen zum Park durch. Diese werden von den Mitarbeitern nach bestem Gewissen zur Sicherheit aller Besucher durchgeführt.

Dies ist nur eine von zahlreichen Maßnahmen, die wir für die Sicherheit unserer Besucher hier vor Ort umsetzen. Alle Handlungen werden in enger Abstimmung mit den entsprechenden Behörden geplant und durchgeführt. Die Kontrollen wurden in den letzten Jahren weiter intensiviert und werden seit 2018 beim neuen Polizeiposten in Rust aufgenommen.

Wie sicher bekannt ist, ist das Mitführen von Betäubungsmitteln illegal und muss in Deutschland zur Anzeige gebracht werden. Der Sicherheitsdienst des Europa-Parks kommt dabei vorschriftsmäßig seiner Arbeit nach, falls Strafdelikte wie im geschilderten Fall auftreten. BTM-Funde werden durch den Europa-Park Sicherheitsdienst dokumentiert und an die Polizei weitergeleitet. Ist der Gast kooperativ, kann er nach wenigen Minuten direkt weiter in den Park entlassen werden“, so die Pressestelle.

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